Alle zwanzig Jahre wieder
29.11.2000
Pro:
Die pure Existenz dieser Band
Kontra:
20 lange Jahre
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Ciao_Guevara
Über sich:
Löscht meinen Äckaunt! Es wird mir zur Ehre gereichen. Aber..hüstel...superfly25...ko tz, und tata....
Mitglied seit:29.08.2000
Erfahrungsberichte:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wir schreiben die 80er Jahre: Die neokonservativen Machthaber à la Thatcher, Reagan und Kohl entdecken den gehobenen Konsümgüterbedarf. Binnen weniger Monate verschwindet die Null-Bock-Generation; der Popper, später der Yuppie betritt die Szenerie. Synthie-Pop und Eunuchengesang sorgen für akkustische Umweltverschmutzung in bisher nicht gekanntem Ausmaß. In lockerer Folge möchte ich an dieser Stelle, mit zwanzigjähriger Verspätung, den Bands, die mir damals über diese schwere Zeit hinweggeholfen haben, ein kleines Dankeschön aussprechen. An erster Stelle steht das Duo Donald Fagen/Walter Becker, besser bekannt als Steely Dan. Deren letztes Album 'Goucho' erschien 1980, also exakt zu Beginn der Dekade des Schreckens. "Babylon Sisters" und "Hey Nineteen" sollten unter anderem für lange Zeit die letzten hörbaren Popsongs bleiben.
Zwanzig Jahre (!) später erscheint endlich das Nachfolgealbum "Two against nature" und nichts hat sich geändert - Gott sei Dank. "Selten haben so schöne Blüten so scharfe Dornen verborgen", schrieb einst die New York Times über Steely Dan. Die Songs sind wie immer perfekt arrangiert, schaurig-schön wie das Leben in California. Gefährlich nah wagt man sich an den Rand des Kitsches, doch schaffen Becker & Fagen es immer wieder eine Spur neben dem erwarteten zu bleiben. Ein fast unbemerkter Tempowechsel hier, eine wohlplazierte Disharmonie dort verleiht den Arrangements eine unüberhörbare subversive Note. Ein übriges tragen die bitterbösen Texte dazu bei, die so garnicht zu den süßen Klängen passen wollen. Vom pädophilen 'Cousin Dupree' ist hier die Rede, von 'Runaway Jane' deren Abenteuer als Tramperin kein gutes Ende verheißt. Titel wie 'What a shame on me' oder 'Negative Girl' sprechen für sich. In der Pop-Branche, die sich mittlerweile unverzichtbar wichtig nimmt, ist ein derart feiner Humor zum kostbaren Kleinod geworden.
Mit der altbewährten Mischung aus Ironie, höchster Musikalität und wohlgesetzten Texten haben Steely Dan ein Album produziert, das auch die nächsten 20 Jahre nicht langweilig werden wird. Bleibt nur zu hoffen, daß sie uns diesmal nicht so lange warten lassen. Im übrigen denke ich, daß Steely Dan allein schon für ihre Verdienste um die Erhaltung des Fender Rhodes (E-Piano) auszuzeichnen sind.
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26.03.2001 02:52
Steely Dan waren/sind epochial! Zeitlos, trendlos, musiktechnische Pioniere - manchmal nicht ganz leicht verdaulich. Aber mit einem Wort: genial!!!
06.12.2000 13:58
Sehr nützlich und noch fundiertes Hintergrundwissen, thanks! Küsschen Betonkopf
30.11.2000 09:04
Hammondorgel ausgestorben? Mitnichten - ich hätte eine anzubieten. Bei Interesse E-Mail an mich! Grüsse Bono