Pink Floyd: Ummagumma
29.08.2001
Pro:
! ! !
Kontra:
kein Mainstream . . . ist doch eigentlich gar nicht kontra : ) naja .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 StanMankovitch
Über sich:
Damit alle jetzt Bescheid wissen: lest meine Meinungen, die VOR dem "Ummagumma"-Bericht ge...
Mitglied seit:05.05.2000
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Lange ist es her, dass ich mal wieder einen Bericht verfasst habe - jetzt heisst es - neues Spiel, neues Glück, oder wie das Sprichwort auch immer heißt. In dieser Saison ;) heißt es zumindest "Qualität statt Quantität (oder vielleicht beides auf einmal?). Ein seltsames Produkt habe ich mir da ausgewählt, den die Platte trifft vielleicht nicht jedermanns Geschmack... "Ummagumma" - das vierte album von Pink Floyd, und das zweite, das ohne Syd Barrett aufgenommen wurde - wobei Syd in der früheren Zeit in Pink Floyd praktisch die Hauptrolle gespielt hatte, bevor er dann schließlich aus der eigenen Band rausgeschmissen wurde. Nicht zuletzt wegen erheblicher Drogenprobleme (zu der Zeit war LSD noch legal) und auch psychischer Belastung durch das Star-Dasein. Nach seinem Rausschmiss schuf er gewissermaßen legendäre Soloprojekte, die auch in die Geschichte eingingen.
Psychedelia bestimmte den Sound der Band eine ziemlich lange Zeit (wobei wieder Syds Verdienst eine erhebliche Rolle spielte), auch nach Barretts Ausstieg. Die unoffizielle Fansite www.pinkfloyd.com macht dazu lediglich diese trockene Bemerkung: "Floyd were having trouble trying to find a style, and were still sounding like the band when Syd was present." - was übersetzt soviel heißt, dass die Band Schwierigkeiten damit hatte, einen Sound zu finden, und immer noch so klang als zu Barretts Zeiten. Tja, da ist was dran. Aber zeugt es nicht auch davon, dass es nicht Syd Barrett allein war, der den Klang bestimmte? Sondern die ganze Band? "Ummagumma" wurde viel kritisiert, aber noch öfter überhaupt nicht beachtet. Es passt auch nicht richtig in die Kategorie "reguläre Alben". Das Werk besteht aus zwei CDs - die erste, das "live album", schließt vier Tracks ein, die jeweils auf dem Mancherster College of Commerce in England und in Mothers, Burmingham (ebenfalls in England) aufgenommen wurden - live, natürlich. Die zweite CD (studio album) besteht aus "Soloprojekten von verschiedenen Bandmitgliedern" (www.pinkfloyd.com). Trotz allem ist es aber ohne Zweifel ein eigenständiges Werk, schön konzipiert, obschon die Kompositionen der ersten CD keine "neuen" in dem Sinne waren, dass sie auf keinem früheren Album vorhanden sind - aber so ist es ja üblich bei Liveaufnahmen.
PINK FLOYD. UMMAGUMMA - LIVE ALBUM Cover: Die Instrumente und alles, was dazugehört, sind symmetrisch und in einer ganz bestimmten Reihenfolge auf einer Flugzeuglandebahn angeordnet. Hinter ihnen ein Auto, Felder rechts und links, lange Schatten. Sieht schön aus und die Symmetrie hat etwas in sich.
Booklet: Fotos von Liveaufnahmen, sowi einige kunstvoll gemachte Fotografien. Gute Auswahl. Klangqualität: Rauschen ist zu hören. Aber es ist nicht schlecht aufgenommen, und für Liveaufnahmen aus dem Jahre 1969 wurde die Qualität doch recht ordentlich wiederhergestellt.
Astronomy Domine (Syd Barrett) Lime and limpid green, a second scene A fight between the blue you once knew Floating down, the sound resounds Around the icy waters underground...
So in der Art geht es auch weiter in diesem Stück, man sieht also deutlich den Drogeneinfluss in den Lyrics - wie auch in der Musik. Die Komposition ist eine der ganz frühen - eine Studioversion ist auf dem ersten Pink Floyd-Album "Piper at the Gates of Dawn" zu finden. Exzellente instrumentale Besetzung, schleichende Stimme des Sängers - ich meine, dieses Stück auf einigen "Best-of-"compilationen gesehen zu haben... Careful With That Axe, Eugene (Roger Waters/Richard Wright/Nick Mason/David Gilmour)
Das einzige Stück auf dem live-Album, das es in keiner anderen Version auf einer anderen Platte gibt. Es ist praktisch völlig instrumental, aber die Phrase "Careful..." wird ungefährt in der Mitte geflüstert, und dann wird aus einem ruhigen Rhythmus ein "Hysterie-Soundtrack", mit heftigen Gitarrenriffen und wilden, angstvollen Schreien. (Übrigens habe ich immer noch nicht herausgefunden, ob die Schreie von einem Menschen stammen oder von einem Synthesizer, tippe aber auf das letztere.) Im ersten Teil der Komposition wird der große Einfluss von Pink Floys Klang auf den Sound der französischen Gruppe "Air" deutlich - der Rhythmus und die Keyboards erinnern einen deutlich an Air's Soundtrack zu "The Virgin Suicides"... Set the Controls for the Heart of the Sun (Roger Waters)
Wie auch das meiste auf dieser Platte, sehr schleichend gesungen. Ein großartiges Lied. Studioversion auf "Saucerful of Secrets", dem zweiten Werk der Band nach "Piper". A Saucerful of Secrets (Roger Waters/Richard Wright/Nick Mason/David Gilmour)
Ein Stück vom gleichnamigen Album. Instrumental, sehr viel Improvisation. Und sehr schöne Orgelklänge am Ende, verbunden mit Gesang und Drums. PINK FLOYD. UMMAGUMMA - STUDIO ALBUM
Cover: Ein Ausblick aus einer Tür; draußen ist ein Feld mit einem Garten. Die vier Musiker stehen, sitzen und liegen jeder auf einem bestimmten Platz. An der Wand, die auf der linken Seite zu sehen ist, hängt ein Bild, das fast genau das gesamte Bild wiederholt. Aber nur fast, denn die vier haben die Plätze getauscht. Und an der Wand hängt ein Bild, das fast genau das vorherige Bild wiederholt. Aber nur fast...Die klassische "Bild im Bild"-Idee also, aber sehr originell umgesetzt; sehr gute Idee, passt auch allgemein zu der Athmosphäre der Platte. Booklet: Hauptsächlich Fotografien der einzelnen Bandmitgieder.
Klangqualität: variierend, aber insgesamt gut. Sysyphus (part one, part two, part three and part four)
Ein Projekt des Keyboarders Richard Wright. Es geht los mit einer Orgel, die sich wie ein Blasorchester anhört und an alte Filme wie Ben Hur erinnert...in part two - ein Pianosolo, das langsam in einer langen Dissonanz endet. Etwas, was mich an Mouse on Mars erinnert - in part three. Part four: ruhig, wunderschön, bis ein plötzlicher Schlag auf die Tasten die Nerven zucken lässt und dann in das part one-Thema übergeht. Obwohl das meiste in Sysyphus mit Keyboards und Sythesizern gemacht wurde, erweckt das Werk keine Gedanken an etwas künstliches, sondern eher an Natur (!!). :) Grantchester Meadows
Ein sehr schöner, akustischer Song von Bassist und Vokalist Roger Waters. Mit einem spontanen Melodieabbruch in jedem Refrain, den man aber nach einer Zeit auch zu schätzen weiß. Wahrscheinlich der einzige Track auf dem Studio Album, das man nicht nur als "Komposition" oder "Stück" bezeichnen kann, sondern auch als "Song". Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict
Wieder von Roger Waters. Diesmal ein Soundexperiment, haupsächlich mit Stimme gemacht. "Schreie" von "Tieren", jeder "Schrei" in seinem eigenen Rhythmus. The Narrow Way (part one, part two, part three)
Von David Gilmour, Gitarrist und Sänger. Teile eins und zwei - instrumental, Teil 3 - mit Gesang; erinnert sogar irgendwo an späteres "Mainstream"-Pink Floyd. The Grand Vizier's Garden Party (Entrance, Entertainment and Exit)
Ein Projekt von Nick Mason, dem Drummer der Band. Flöte, Drums, viele Soundeffekte (wie eigentlich auch überall auf der Platte)...viele verschiedene Ideen. "Entertainment" erinnert wirklich an eine Gartenparty einer wichtigen Person in der "guten alten" Zeit - wo jeder Entertainer die Gäste beschäftigt, wie er nur kann. Drums wechseln sich mit Keyboards ab, eine richtige "Wundertüte". Wie das ganze Album. Mein Fazit: von diesem Album sollte man keinen Mainstream erwarten. Und als Einstieg in die Musik von Pink Floyd ist es auch wenig geeignet: wer mit der späteren "Mainstresam"-Phase der Band anfangen will, sollte sich beispielsweise "The Dark Side Of The Moon" holen, wer mit der psychedelischen Phase beginnen möchte, dem ist als allererstes wohl "Atom Heart Mother" zu empfehlen. Aber "Ummagumma" ist auch nicht nur für absolute Fans von Pink Floyd. Lange habe ich hin und her gezögert, bevor ich mich dann für "gut" statt "mittel" entschieden habe, aber die Meinung soll ja auch meine ganz subjektive Sicht ausdrücken. Das Album ist athmosphärisch und als ganzes anzusehen; wenn man also auf der Fahrt zur Arbeit oder zur Schule mal die "Stöpsel" in den Ohren hat mit "Ummagumma" drin, dann verfällt man nach einer Zeit in einen regelrechten "Rausch" ;). Mir gefällt das Album also, doe vielen Experimente auf dem "Studio Album", die Soli auf dem "Live Album"; die Vielfalt, die aber die Einheit der Platte in keiner Weise stört. Ich kann dieses Album nur empfehlen - denen, die nicht auf Plastikpop stehen und auch mal etwas neues für sich entdecken wollen.
PS: In meiner CD-Version ist ein kleines Plakat enthalten. Darauf ist wieder das Cover von dem "studio album" abgebildet. :))
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24.02.2011 18:36
EXZELLENTER Bericht ich bin durch das Design auf das Album aufmerksam geworden.Da ist doch tatsächlich ein Bild, wo im Bild noch ein Bild ist usw. Das fand ich genial-. Das Album an sich ist sehr experimentell CHRISTIAN
29.08.2001 16:35
Dieses Pink Floyd ist mir bislang verwehrt geblieben. Sollte mich wohl mal auf die Suche machen... Gruß, Ralf
29.08.2001 16:21
Ich hab die Scheibe noch original auf Vinyl und lege sie immer noch (gaanz vorsichtig!)ganz gerne auf.