Snacks für's Ohr
11.02.2002
Pro:
Knallt ins Ohr !
Kontra:
? !
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Crazy666
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:72
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 72 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Was macht der gemeine Rheinländer in der Zeit von Weiberdonnerstag bis Aschermittwoch? Richtig – eine Pappnase aufsetzen, dämliche Schunkellieder hören und auf Kommando LUSTIG SEIN! Und was macht die gemeine Schlumpfhausenerin in der Zeit von Weiberdonnerstag bis Aschermittwoch? Richtig – das Telefon abstellen (um „Ey, komm’ doch mit zum Rosenmontagszug – Alaaf!“-Anrufen zu entgehen), die Wohnung aufräumen, die Steuer-Erklärung machen und lautstark gute Musik hören!
Seit irgendwann in 1997 erstmals die elektronischen Klänge von „Stalker“ meinen Gehörgang frequentierten, gehört das schwedische Trio „Covenant“ zu meinen grossen musikalischen Lieben – und aus diesem Grund darf auch das im Februar 2000 erschienene Album „United states of mind“ nicht auf der Playlist in meinem Karnevals-Exil fehlen. Covenant wurden 1989 von Eskil Simonsson, Joakim Montelius und Clas Nachmanson gegründet, und 1992 gab’s mit „The Replicant“ einen ersten covenant-seitigen Beitrag zur Elektro-Welt auf der „Autumn Leaves“ Compilation. 1995 folgte dann das Debüt-Album „Dreams of a cryotank“ und 1996 folgte „Sequencer“ – und weil’s so gut war, war’s schnell wech....aus diesem Grund wurde das Album 1997 unter dem Namen „Sequencer:Beta“ neu aufgelegt. Diverse Alben, Tourneen und Label-Wechsel später erschien dann am 07.02.2000.....
TADAAAAA!!! „United states of minds“ – und seitdem sind Tracks wie „Like tears in the rain“ (sowie die deutschsprachige Auskopplung “Der Leiermann”) oder „Dead stars“ aus keinem Düsterschuppen der Welt mehr wegzudenken! Und das ist auch gut so!
Von gewissen spitzen Zungen wird die Musik der drei Schweden zwar als „Weiberelectro“ verschrien, aber auf „United states of mind“ beweisen Covenant, das ihre Mucke in keine Electro-Schublade passt, sondern im Gegenteil mit Einflüssen von TripHop, Ambient, Drum’n’Bass und Dance sämtliche gängigen Schubladen sprengt – und trotzdem ist jedes Stück auf dem Album irgendwie „covenantig“, vielleicht liegt’s auch an der charismatischen Stimme von Sängerlein Eskil, die immer wieder ein Hörgenuss ist und zum Glück ohne die grässlichen „szenetypischen“ Kehlkopfkrebs-Verzerrer auskommt...soll mir auch wurscht sein, ich bin kein Musikkritiker und habe sowieso immer Probleme, gute Musik in Sparten wie Darkwave, Electro, Industrial, EBM oder Watt-weiss-ich einzuteilen – was gut ist, ist gut – und der Rest ist eben Scheisse! Und Covenant...ist eindeutig gut! Bereits das erste Stück „Like tears in the rain“ kriecht in Ohr und Beine, auch wenn der Text nicht unbedingt zum lustigen Tänzchen anregt....das Lied handelt von Menschen, die alles im Leben verloren haben und diesen Dingen nachtrauern...nun ja, aber der Text ist ja änglisch und wenn man nicht in melancholisches Grübeln versinken will, hört man einfach nicht hin und tanzt stattdessen ein Ründchen zu den satten Beats.
Bereits vor der Veröffentlichung des Albums gab’s für die deutschen Fans ein Schmankerl, die Single „Der Leiermann“....Musik analog zu „Like tears in the rain“ ist der Text ein Stück aus Schuberts Winterreise, und obwohl Eskil an seinem Deutsch wohl noch ein kleines bißchen arbeiten sollte (ich würd’s auch gerne übernehmen ihm da noch etwas beizubringen...was natürlich NICHTS damit zu tun hat, das er eine leckere Augenweide ist!), kommt das Lied supergut...meiner unwichtigen Meinung nach fast besser als „Like tears in the rain“. Nummer 2 „No man’s land“ hat deutliche technoide Einflüsse, kommt mit 4 Textzeilen aus und ist trotzdem (oder deswegen) extrem tanzbar – wer braucht eigentlich Pappnasen und kölsche Lieder? Von mir aus könnte IMMER Karneval sein!! An mein Ohr lass’ ich heute nur Wasser und Eskil!
Kommen wir zu Nummer 3 des Silberlings „Afterhours“ – nette Ballade, nicht wirklich aufregend....und auch Nummer 4 „Helicopter“ kriecht nur langsam ins Ohr, ist aber nicht schlecht – und „Tour de force“, die Nummer 5 scheppert wieder hübsch in den Boxen – Kraftwerk lässt grüssen - Schlumpfhausen Alaaf! Da sich meine Musik-Kritiker-Fähigkeiten weitestgehend auf „Find ich geil!“ und „Find ich scheisse!“-Aussagen beschränken, will ich jetzt nicht jeden der 11 Songs bekakeln, am besten selber reinhören und freuen! Erwähnen möchte ich noch Nummer 8 – „Dead Stars“, die dritte Singleauskopplung und ein hübscher Elektro-Beat-Tanzbodenkracher und neben „Like tears in the rain“ und „One world, one sky“ mein Favourit des Silberlings aus dem IKEA-Land!
57 Minuten dauert das Covenant-Vergnügen, und die drei Jungs haben auf dieser Scheibe bewiesen, das elektronische Musik nicht zwangsläufig in die Verzerrer-Dampframmen- oder die Weichspüler-Synthpop-Schublade gesteckt werden muss, sondern auch facettenreicher Elektro-Beat mit vielen Einflüssen anderer Sparten extrem tanzflächenfüllend ist. Was ich besonders niedlich fand, war der Text im Booklet – „Covenant is – Joakim Montelius, Clas Nachmanson, Eskil Simonsson and YOU“ – sind wir nicht alle ein bißchen Covenant?
Playlist: 1. Like tears in the rain 2. No man’s land 3. Afterhours 4. Helicopter 5. Tour de Force 6. Unforgiven 7. Humility 8. Dead stars 9. One world one sky 10. Still life 11. You can make your own music Fazit – KAUFEN!
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United States of Mind - Covenant
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18.02.2002 17:38
Hi Crazy, klasse angerissen. Liebe Grüße, Stefan
15.02.2002 15:28
Hey, schön mal wieder as von Dir hier zu lesen! Liebe Grüße, The-Wishmaster
13.02.2002 14:07
Wow! Crazy is back!!! :-) Und wie immer unterhaltsam und lustig zu lesen... ,-) Gruesse, Sarah