Bei mir ist Tote Hose XV
05.11.2003
Pro:
der Song & # 8222;Schön sein& # 8220;
Kontra:
Kaum Hits, Musik wenig mitreißend
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Lukulus
Über sich:
Ich wünsche allen ein gesundes neues JAHR 2012. Neuer Bericht über ein Tablet PC ist online. SUPER L...
Mitglied seit:17.03.2003
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 95 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
So es ist mal wieder Zeit für einen Hosen-Bericht. Diesmal sind wir im Jahre 1999 gelandet, wo die Hosen so einiges veröffentlicht haben. Ein veröffentlichtes Album war die CD „Unsterblich“, über die ich heute berichten will. Cover =====
Auf dem Cover sieht man Berge und Wälder. In schwarzen Buchstaben steht der Band- und Albumname. Auf der Seite sieht man noch ein Schild, auf dem „Auf Wiedersehen“ steht. Auf der Rückseite, auf der weißen Seite, steht einzig die Tracklist. Das Inlett ist mit teilweise nicht zu erkennenden Bildern und teils mit Bildern der Bandmitglieder zusehen. Auf der Rückseite steht auf schwarzem Hintergrund die Gesamtspielzeit von 54:21 Minuten. Insgesamt ist das Inlett und Cover nicht besonders aufregend. Da haben die Hosen schon wesentlich bessere gehabt. Die Songs ========
1) Entschuldigung, es tut uns leid! 4:05 *** Die Einleitung beginnt wie auf einer Demo, bei der Campino durch ein Sprechrohr als Polizist eine Entschuldigung präsentiert. Immer wieder hört man etwas zu Bruch gehen und irgendwie finde ich es nur etwas dämlich, bevor nach 1:20 Minuten alles verstummt und eine Stimme sich nochmals entschuldigt. Die Stimme spricht davon, wie selten man eine Entschuldigung hört, und die Hosen sich dafür entschuldigen möchten, was war, was ist und was noch kommen wird. Erst ab dieser Stelle gefällt es mir und es geht dann voll zur Sache. Sowohl instrumental wird rein gehauen, wie auch dem Gesang von Campino, der sich im Namen der Hosen entschuldigen will. Bewertung dieses Songs ist schwer, da der Anfang mir nicht gefällt, das musikalische aber gut ist. Von daher gibt es 3 Sterne.
2) Lesbische, schwarze Behinderte 2:28 **** Wieder reißen die Gitarren und das Schlagzeug direkt rein. Rockig zieht sich der ganze Song dahin. Schnell und einschlagend. Campino singt davon, das auch lesbische schwarze Behinderte ätzend sein können. Er stellt in dem Lied klar, das sie keine Rassisten sind. Aber bei allen Menschen gibt es Ausnahmen. Eben auch bei lesbischen schwarzen behinderten. Und das sollte man aussprechen können, ohne als Nazi bezeichnet zu werden. Das finde ich recht gut, denn heutzutage ist es in Deutschland sehr schwer etwas über solche Menschen zu sagen. Aber solange man es nicht global sieht, finde ich es in Ordnung. Schwarze Schafe gibt es schließlich überall. Insgesamt bekommt der Song 4 Sterne.
3) Warum werde ich nicht satt ? 3:28 **** Die Melodie steht etwas im Hintergrund während des Songs und rückt nur während des Refrains mehr in den Vordergrund, wo die Gitarren und Drums so richtig einschlagen und Campino lautstark gröhlt. Man hört Trompeten, was dem ganzen Song etwas Abwechslung zu den anderen bietet. Campino singt davon, das er alles hat, aber trotzdem nicht satt ist. Ein Angriff an die Konsumgesellschaft, bei der es nur ums Haben geht. Egal wieviel man hat, man will immer noch mehr. Ebenfalls 4 Sterne.
4) Wofür man lebt 3:18 **** Schon von Anfang an merkt man, das dieser Song sehr ruhig gespielt und gesungen wird. Fast schon seicht, aber trotzdem schön plätschert die Melodie, während Campino in ruhigen Tönen den Text singt. Es geht um eine ganz bestimmte Frage, nämlich wofür man lebt. Eine Frage, die sich wohl jeder schon mal gestellt hat. Eine schöne Abwechslung auch mal einen ruhigen Song der Hosen zu hören und von daher verdient auch er 4 Sterne.
5) Helden und Diebe 6:05 **** Dieser Song hat ebenfalls einen sehr ruhigen Touch. Eine lange instrumentale gefühlvolle Einleitung startet den Song. Erst nach 3:15 Minuten wird der Song schneller und spielt in der gewohnten Weise die Gitarren und Drums auf. Dann beginnt auch Campino mit dem Gesang. Es ist eine Erzählung über das vergangene Leben der Hosen und ihren Songs. Irgendwie schließen sie auch mit ihrer alten Zeit ab. Sie wollen kein Unrecht zelebrieren und irgendwie friedlicher sein, auch wenn es heute kein Punkrock mehr ist, was einige meinen. Ich finde, das sie auch heute noch Punkrock machen, allerdings unserer Zeit angepasst und auf Schlägereien steht heute keiner mehr. Sie zeihen ihr Ding durch, so wie sie gerade dazu stehen und andere sollen nicht den Idealen von den Hosen nachlaufen, sondern ihre eigene finden. Also auch wieder in Song, der mir gefällt und 4 Sterne verdient.
6) Sonntag im Zoo 2:37 **** Schnell spielen die Instrumente auf, Campino singt ebenfalls schnell seinen Text. Textlich wird ein Vergleich zwischen dem Zoo und dem realen Leben gezogen. Obwohl die Tiere im Zoo eingesperrt sind, so sind sie doch irgendwie freier, wie wir, so wohl die Message in diesem Song. Obwohl man es auch anders sehen kann. Man möchte sich einen schönen Tag machen und besucht die Tiere im Zoo, wie sie eingesperrt hinter Gittern sind. Welche Aussage zutrifft ? Ich weiß es nicht genau, finde aber beide interessant, darüber nachzudenken. Somit verleihe ich auch hier wieder 4 Sterne.
7) Schön sein 3:12 ***** Der wohl beste Song des Albums ist an siebter Stelle. Sehr ruhig beginnt Campino mit leichter Gitarrenbegleitung seinen Gesang, bevor es zum Refrain rockiger wird. Der Text handelt davon, das mancher sich wünscht etwas schöner und reicher zu sein. Damit spricht er sicher vielen aus der Seele und das auf gekonnt gute und auch etwas lustige Art und Weise. Ein Hit, der volle 5 Sterne verdient hat.
8) Container-Lied 1:07 *** Sehr gitarrenlastig spielt dieser Song vor sich hin und Campino singt dazu den Text von einem Penner, der sich eine Krone aus Zeitungspapier bastelte. Nachdem er gestorben war, sah er vom Himmel einen Jungen, der seine Krone mit sich spazieren führte. Ein Song, der für mich nicht ganz so nachvollziehbar ist, aber dennoch nicht schlecht. Also 3 Sterne.
9) Alles wie immer 2:49 *** Diesmal überragen die Drums und Campino singt davon, das alles wie immer ist. Eigentlich will man aus diesem trott heraus, aber schafft es nicht. Mehr und mehr reihen sich die Gitarren ein und steigern den Sound. Trotzdem klingt es etwas gelangweilt, auch wenn es zum Text passt. Somit kann ich auch nur diesem Song 3 Sterne vergeben.
10) Unsterblich 3:46 **** Der Titelsong des Albums kommt auch wieder etwas ruhiger daher. Es geht um einen, der wohl verliebt ist und die Nacht zu einem unsterblichen Tag macht. Er träumt davon, das die Zeit still steht und sie für immer zusammen sind. Sehr gefühlvoll ist der Gesang von Campino, ebenso auch die Instrumente während des gesamten Songs. Er ist schön, aber trotzdem nicht ganz so gut, wie der Song „Schön sein“. Daher gibt es hier sehr gute 4 Sterne, aber nicht mehr.
11) Inter-Sex 0:40 ** Ein reines instrumentaler Song, der nur ein bißchen daher spielt. Nix besonderes, außer dass er etwas an Rock´N´Roll erinnert. Zu kurz und daher nur 2 Sterne.
12) Call of the wild 3:23*** Ein englisch gesungener Song auf einem deutschen Album. Wieder die seltene Ausnahme, wie auch in der Vergangenheit. Die Drums und Gitarren sind abwechslungsreich während des gesamten Songs und Campino singt sehr deutlich und meist sehr gefühlvoll den Text. Nicht schlecht, aber nur durchschnittlich. 3 Sterne.
13) Unser Haus 3:22 **** Sehr theatralisch stimmt der Song ein. Auch eher wieder etwas untypisch vom Stil, aber sehr gut. Campino singt zurück blickend zu der Zeit, als er noch bei Mutter zu Haus wohnt. Ein Haus, wo mehrere Kinder tobten und das Leben sich abspielte. Jetzt wohnt nur noch seine Mutter darin. Alles hat er erlebt, zu streiten, seinen ersten Vollrausch auszuschlafen, aber auch Enttäuschungen. Er hat dort auch seinen Vater tot dort im Bett vorgefunden. Für ihn stand damit fest, das er nicht auch dort sterben will. Sehr nachdenklich vom Text und sehr gefühlvoll. 4 Sterne ohne Wenn und Aber.
14) Regen 2:09 **** ...ist ein Lied, wo Campino nach der Erfüllung der Hoffnung wartet. Den Regen, der den ganzen Müll, wie Intrigen und Lügen aus der Stadt heraus spült. Die Instrumente gewohnt punkig, viel Gitarre, viel Drums. Schön gesungen und mit viel Sinn. Sehr gute 4 Sterne.
15) König der Blinden 3:32 **** Von Anfang bis Ende sehr punkig gespielt. Campino gröhlt hier etwas mehr. Die Aussage ist wieder, wie viele der Songs. Das Leben ist gezeichnet von Regeln. Alle spielen mit und dienen dem der das Sagen hat. Keiner stellt sich dagegen und daher ist jeder ein Blinder. Nur einer ist der König der Blinden, nämlich der der regiert und die Gesetze vorgibt. Wieder ein 4-Sterne Song.
16) Bayern 4:16 **** Wieder sehr langsam und gefühlvoll startet der Song. Da ich jetzt keine Fußballfans gegeneinander aufhetzen will, halte ich mich aus der Aussage raus, das Campino nie zu den Bayern gehen würde, um dort Fußball zu spielen. Vielen wird der Song gefallen haben, anderen dafür um so weniger, halt je nach Vereinszugehörigkeit. Insgesamt finde ich den Song sehr gut ausgeglichen zwischen Musik, Text und Gesang und deshalb gibt es auch hier 4 Sterne.
17) Der Mond, der Kühlschrank und ich 2:43 **** Ein etwas abstrakter Text. Der Mond und der Kühlschrank fragen ihn, ob er glücklich ist. Doch er empfindet es als zu einfach mit ein paar Worten zu antworten. Mehr als zwei Sätze wären dazu nötig, aber insgeheim hat er sich seine Antwort wohl schon gegeben, sonst hätte ihn wohl nicht der Mond und der Kühlschrank danach gefragt. Die Musik ist recht einfach gehalten. Ein paar Gitarrenriffs und Drums, aber passend. Trotz allem ist der Song nicht schlecht und meiner Meinung nach auch etwas besser als Durchschnitt. Von daher vergebe ich hier knappe 4 Sterne.
18) Die Unendlichkeit 1:28 *** Diesmal spielt Campino relativ viel mit seiner stimme, was mir sehr gut gefällt. Die Instrumente sind auch hier wieder mehr im Hintergrund zu hören, was textlich passt. Es geht, wie der Text schon sagt um die Unendlichkeit und ich denke auch um die Frage, wie sich der Tod dazu verhält. Sehr kurz, aber doch recht gut. Leider reicht es diesmal nicht ganz für 4 Sterne, daher Durchschnitt.
Meine Meinung / Fazit ================= Das Cover lässt fast schon darauf schließen. Es ist nichts besonderes. Die Hosen haben meiner Meinung nach schon bessere Alben abgeliefert. Es ist nicht schlecht, aber es fehlen die mitreißenden Hits. Einzig und allein „Schön sein“ empfinde ich als Hit. Die anderen sind durchschnittlich bis gut. Aber kein Song, der so richtig mitreißt. Dies liegt nicht unbedingt daran, das generell die Songs alle ein wenig ruhiger sind, sondern eher daran, das sowohl Texte, wie auch die Instrumente nicht das liefern, was man sich als Hosen Fan erwartet. Addiere ich meine Wertungen der einzelnen Songs zusammen, komme ich auf 3,6. So und nun muss ich mich entscheiden. Runde ich auf, was normalerweise angebracht wäre, dann bewerte ich zu gut. Gebe ich nur 3 Sterne, bewerte ich zu schlecht. Eigentlich müsste ich 3,5 Sterne vergeben.
Kommen wir daher erst mal zur Empfehlung. Ich spreche sie aus und zwar an alle eingefleischten Hosen-Fans. Alle anderen, sollten vorher erst mal reinhören, oder auf ein Best-of Album zurückgreifen. Wer den Song „Schön sein“ mag, greift ebenfalls nicht zum Album, sondern eher zur Single. Tja und jetzt mache ich es mir einfach. Kaufmännisch gerundet gibt es 4 Sterne, mit der Anmerkung, gerade so. So Euer etwas enttäuschter Lukulus
P.S.: Folgende Berichte meiner Toten-Hosen-Serie sind bereits erschienen oder scheinen noch. Teil I – 20 Jahre Die Toten Hosen Teil II – Damenwahl Teil III – Ein kleines bisschen Horrorschau Teil IV - Hier kommt Alex (Single) Teil V - 1000 gute Gründe (Single) Teil VI - Auf dem Kreuzzug ins Glück Teil VII - Alles wird gut (Single) Teil VIII - Sascha (Single) Teil IX - All for the sake of love (Single) Teil X - Sexual (Single) Teil XI - Bonnie & Clyde (Single) Teil XII - 10 kleine Jägermeister (Single) Teil XIII - Alles aus Liebe Live (Single) Teil XIV - Pushed again (Single) Teil XV - Unsterblich Teil XVI - Schön sein (Single) Teil XVII - Warum werde ich nicht satt (Single) Teil XVIII - Bayern (Single) Teil XIX - Was zählt (Single) Teil XX - Auswärtsspiel Teil XXI - Steh auf, wenn Du am Boden bist (Single) Teil XXII - Frauen dieser Welt (Single) Teil XXIII - Nur zu Besuch (Single)
P.P.S.: LaylaMae und Citrusfrucht haben ebenfalls interessante Hosen-Berichte.
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07.11.2003 17:28
Ich glaube, wir haben wirklich unterschiedliche Geschmäcker. "Schön sein" find ich nicht so toll, dafür finde ich "Wofür man lebt" klasse.
07.11.2003 11:56
Ich teile Deine Meinung absolut... sollte ich mal wieder in den Player schmeissen! Grüssle Judith
06.11.2003 08:41
Kann ich nicht meckern - guter Bericht und sehr hilfreich