Auf das wartet man schon lange, während die deutschen HipHop Größen vor lauter Disserei und Battlerhymes ganz den Sinn von HipHop vergessen, gibt es in den USA doch noch ein paar Gruppen die sich an die Zeit Anfang der 90 zurückerinnern...
I. DIE BAND
Camp Lo, sind die beiden Jungs Cheeba und Geechi Suede.
Die beiden haben bereits bei diversen Gastauftritten (u.a. bei Oran Juice Jones ) bewiesen was sie textmässig so drauf haben. Und 1997 bekamen Sie die Chance in Ihrem Album "Uptown Saturday Night" Ihre Qualitäten auch zu beweisen.
Das die Jungs dabei auf Jazz und Soulelemente setzen ist ja nichts neues, das taten ja schon die Native Tongue Posse vor Ihnen.
Doch diese Jungs zeigen nachdem die Gangsterwelle 1997 schon am abebben war, das auch der HipHop mit nicht so ernsten Themen wieder eine Berechtigung hat.
II. DAS ALBUM
Erster Titel ist "Krystal Karrington", ein sich ständig wiederholender Gitarrenloop untersetzt mit einem lässigen Flowbeat untersetzt den Track und die beiden Jungs erklären uns abwechselnd Ihre Qualitäten, während vor allem Geechis näselnde Stimme der Hit auf dem Album ist. Der Junge hat die Nase zu !
Weiter gehts mit Luchiní, welches auch als Single ausgekoppelt wurde.
Ein harter Beat, begleitet von einem Trompetenloop lässt die Jungs flowen ohne Ende. Der Track hat einen so dermassen harten Beat und fliesst geradezu dahin.
Die Jungs beweisen auch vom reimtechnischen her, das sie zu den Newtimern gehören.
Hier geht`s mal
um Parties und Mädels anmachen.
Nach diesem Hitverdächtigen Track gehts weiter mit "Park Joint", hier spielen die Beatloops und Scratches die Hauptrolle und ein trockener Bass begleitet das ganze, wieder mit einem tollen Flow untersetzt. Der Halleffekt in den Stimmen der beiden MC´S lässt den Bass noch besser rüberkommen.
Hier beherrscht vor allem Geechi das Geschehn und zeigt hier solo nur kurz von Cheeba unterbrochen was er zu bitten hat.
Track 4 ist "B-Side to Hollywood" ein Old-School Track welcher an De La Soul und A Tribe called Quest erinnert. Jazzsoundloop und trockener Beat begleiten die Jungs genau so wie Dove von De La Soul der den Jungs hier reimtechnisch zur Seite steht, aber nicht überzeugen kann. Leider verblassen auch Cheeba und Geechi in diesem Track und wirken fast gelangweilt vom ganzen. Einer der uninteressanten Tracks des Albums.
Der fünfte Titel ist "Killin`em softly", ein Cover, wie der Titel schon vermuten lässt.
Ein Song der von Klavier begleitet wird und mit einem tighten Beat unterlegt ist, der einen langsamen Flow erzeugt und die Jungs erklären uns was sie von der Gangstarapszene halten. Hier hat Cheeba seinen Auftritt und stellt Geechi in den Schatten, was selten auf diesem Album passiert.
Nach dieser Cheebah Selbstdarstellung ist Titel 6 erreicht. "Sparkle" ist ein verträumter Track untersetzt mit lockerem Beat und einem funky Beat ( könnte direkt von George Clinton sein ). Schnell und freestylemässig legen die Jungs los, Geechi näselt und Cheeba rappt mit einer Motivation wie die beiden es leider nur selten auf dem Album zeigen.
Titel 7 ist "Black Connection", welcher die zweite Singleauskopplung des Albums war.
Ein fetter Slow-Beat begleitet einen Synthieloop und flowtechnisch sind die Jungs hier ganz oben. Der Reimflow und der Sound passen einfach perfekt zueinander. Das Zusammenspiel der beiden klappt hier am allerbesten und macht diesen Track zum besten des Albums.
Nach diesem Flowtrack erster Güte geht es weiter mit "Swing". Ein mit TripHop Beat untersetzter Track, hier wurde für meinen Geschmack etwas zu viel herumexperimentiert. Der ganze Track wirkt viel zu hektisch.
Hier können auch die Rhimes der Jungs nichts mehr retten.
9. Titel ist "Rockin it aka Spanish Harlem", hier ist Old School angesagt. Ein mexikanischer Banjosound wird hier ohne Ende geloopt und Bassmässig absolut locker untersetzt. Die Jungs laufen zu Hochform auf, und schmeissen den Track ganz allein. Der Titel ist eindeutig ein Partytrack, und hat dies auch voll verdient ! Einfach super um mal abzusteppen ( 90s are back ) !!
Titel 10 ist "Say Word", hier werden die Jungs von Sugar Brown unterstützt. Ein lockerer Drumbeat und Klavierloop sorgen für einen ordentlichen Flow. Die beiden MCs sind fast etwas zu hastig bei der Sache doch ihr Gast zeigt das er den beiden nicht nachsteht.
Der Track ist ein entspannter Flowsound, wenn auch von zu hastigen Rhimes verstetzt.
Darauf folgt "Negro League", der Sound erinnert sehr stark an Das EFX, düsterer SlowBeat und Orgelsound begleiten die Jungs auf einer Reise in den dunklen Tunnel.
12. Titel ist "It`s alright aka Nicky Barnes".
Hier gehts wieder ordentlich Flowmässig zur Sache ein schneller Loop ein paar nette Scratches. Doch die Jungs beweisen hier endlich ihre Klasse, flowend ohne ein Ende treiben sie sich Gegenseitig zum Reimtechnischen Höhepunkt. Ein lockerer Partytrack, der alle Textwriter beeindrucken wird.
Weiter geht`s mit Nr. 13 "Black Nostaljack", der dritten Singleauskopplung. Ein Funkbeat untersetzt von jazzigem Trompetenloop und der Flowende fette Beat treiben auch Cheeba und Geechi zur Hochleistung. Hier passen Sound und Rhimes perfekt zueinander, der Track ist sehr partylastig.
Track 14 ist "Coolie High" und hier sind wir in Flowers Heaven angelangt. Ob der Produzent hier zu viel gekifft hat oder sonstwas war... dieser Track ist das genialste was ich seit langem an SlowBeat gehört habe. Ein fetter Bass begleitet den unendlich flowenden Track bis zum Ende durch. Und gewohnt hektisch reimen die Jungs was geht und erzählen uns mal abzuschalten und den Flow flowen zu lassen. Was man bei diesem Track auch gerne tut. Ein Klasse Titel zum abschalten und entspannen.
Letzter Titel ist "Sparkle" im Midnight Remix. Rhimes sind das gleiche nur wurde der Track diesmal mit einem sehr lässig flowenden Beat unterlegt der das Hauptaugenmerk aber auf die Stimmen der beiden MCs legt.
III. MEIN FAZIT:
Ein netter Versuch, den Jazzsound im Hip Hop wiederzubeleben, leider "noch" etwas zu unausgereift um wirklich zu überzeugen.
28.12.2001 15:20
Hi! Das is echt n klasse bericht übers album von camp lo! Ich kenn dasselbe auch und würde es etwa genauso bewerten! cu
12.06.2001 18:59
Ein sehr toller Bericht.Grüße wfische2