Vor einigen Tagen war es mal wieder soweit..
Ich hatte bei amazon bestellt und und wartete sehnlichst auf das Eintreffen meiner Lustobjekte *gg*.
Darunter befand sich auch die CD,über die ich heute berichten möchte.
Es geht um das 1997er Album
--->"Urban Hymns" der Band "The Verve"<--- .
Die meisten von euch werden bei diesem Namen wahrscheinlich sofort an "Bitter Sweet Symphony",den Megahit aus dem "Eiskalte Engel"-Soundtrack denken müssen.
Ehrlich gesagt war das auch das einzige Lied,das ich von dieser Band bis vor wenigen Monaten kannte.
Vor ca. einem halben Jahr sah ich dann auf MTV den Clip zu "The Drugs Don't Work" von The Verve und da war es um mich geschehen.
Abends habe ich dann ein bisschen mit meinem argentinischen Hin-und-wieder-Chatkumpel
über MSN geplaudert und da ich wusste,dass er Fan der Band ist,mal auf den Song angesprochen.
Nett wie er ist,hat er ihn mir dann auch geschickt (das Internet sei gesegnet!) und anschließend gleich noch einen..
Ich fand beide Songs toll und spielte seit diesem Tag mit dem Gedanken,mir doch das Album zuzulegen.
Bei amazon war mir das gute Teil aber zu teuer (knappe 18 Euro) und umso erfreuter war ich,als ich vor nicht allzu langer Zeit entdeckte,dass es auf ca. 10 Euro reduziert worden war.
Also nichts wie ab in den virtuellen Einkaufswagen!
So bin ich also zu "Urban Hymns" gekommen..
Bevor ich aber intensiver auf das Werk eingehe,will ich euch die Band und ihre Karriere etwas genauer vorstellen.
Die aus dem englischen Wigan stammende Band The Verve besteht aus
~Richard Ashcroft- Vocals,Guitar
~Simon Jones- Bass Guitar
~Peter Salisbury- Drums
~Nick McCabe- Lead Guitar
~Simon Tong- Guitar,Keyboards
und wurde 1989 in die Welt gerufen,kurz nachdem Ashcroft seine Abschlussprüfung mit den Worten "er wolle die beste Band der Welt gründen" verließ.
Zwei Jahre später wurden die Jungs bei der damals neuen Virgin-Tochter Hut Recordings aufgenommen.
Im Frühjahr '93 veröffentlichten sie ihren ersten Longplayer "A Storm In Heaven",der bereits einen ziemlichen Erfolg verzeichnen konnte.
Es folgten Drogenexzesse von Ashcroft und zunehmende Differenzen zwischen ihm und McCabe.
1995 kam dann "Northern Soul" und trotz guter Verkaufszahlen hielt Ashcroft die Streitereien und den Druck nicht mehr aus und verließ die Band.
Wenige Wochen später kehrte er jedoch zur Band zurück,die nun aber ohne McCabe war.
Richard merkte,dass die Band ohne den Gitarristen nicht vollkommen war und holte ihn Ende 1996 wieder mit ins Boot.
Im Jahr darauf erschien ihr letztes Album "Urban Hymns",das enorm viel Anklang fand.
Im April 1999 löste sich die Band endgültig auf.
Richard Ashcroft startete eine Solo-Karriere und veröffentlichte einige Alben.
The Verve zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Britpops der 90er Jahre.
(Quelle:wikipedia)
So..Jetzt aber
Bilder von Urban Hymns - The Verve
endlich auf zur CD..Zum Booklet ist zu sagen,dass zwar darin ein paar schöne Fotos der Band und eine Doppelseite mit kurzen Auszügen aus den Songs zu finden sind,es aber keine kompletten Texte enthält :-(
Das Cover zeigt die Band auf einer Art Wiese im Grünen..Schön.
Die allermeisten Album-Tracks stammen aus der Feder von Richard Ashcroft.
Urban Hymns..
_1. Bitter Sweet Symphony
Das Album beginnt mit DEM kommerziell erfolgreichen Verve-Song schlechthin.
Jedoch zog das Stück auch Negatives nach sich..
Für die Aufnahme wurde ein Sample einer orchestralen Version des Rolling Stones-Hits
"The Last Time" verwendet,was schließlich zu einem Rechtsstreit führte und The Verve
die Rechte und damit auch verbundenen Einnahmen zu Gunsten der Stones kostete.
Der Song beginnt mit sanften Streichern und dem auffälligen Sample,das sich durch das ganze Lied zieht.
Ergänzt mit Schlagzeug-Rythmen und Ashcrofts besonderer,aber gewöhnungbedürftiger Stimme wird es schließlich zu einem absoluten Ohrwurm.
Im Song wird das Leben mit einer "bittersüßen Sinfonie" verglichen und es geht um Schmerz und Verlorenheit.
...Well I never pray
but tonight I'm on my knees,yeah
I need to hear some sounds that recognize the pain in me,yeah
I let the melody shine,let it cleanse my mind,I feel free now...
~5/5 Punkten~
___2. Sonnet
Jetzt wird es britpoppig..
Eine relaxte Melodie aus Gitarren und Schlagzeug,die im Refrain und gegen Ende des Songs einen Tick schneller und kraftvoller wird,zu der Ashcroft seinen wehleidigen,gelangweilten Gesang beisteuert.
Das Lied klingt mit Streichern aus.
In dem Ashcroft-typisch poetischem Text geht es um die Liebe und um Gott.
...Yes,there's love if you want it
Don't sound like a sonnet,my lord
Yes,there's love if you want it
Don't sound like a sonnet
My lord...
~5/5 Punkten~
_3. The Rolling People
Nach ruhigeren Klängen wird es hier zum Teil sehr rockig und lauter.
Richards Stimme wirkt wie eingehüllt von dem Schlagzeug und den satten (Bass-) Gitarren.
Durch Synthesizer-Elemente bekommt der Song einen sphärischen Touch und die leiseren Momente bilden einen durchaus schönen Konstrast zum wilderen,unruhigeren Sound.
Der Gesang wirkt manchmal sehr abgedreht und passend zum Song auch irgendwie zugedröhnt.
Der Text ist natürlich auch dementsprechend wirr,aber grundsätzlich geht es um Drogen und ein aufgebrachtes,rastloses Leben.
...I'm on a big jet plane
With my baby's crime in my veins
I'll be the first to toast
To my rotten soul...
~3/5 Punkten~
___4. The Drugs Don't Work
Da ist es ja..Mein Schätzchen..
Ein wunderschönes,ruhiges,trauriges Lied...
Eine langsamer Mix aus Gitarre,Schlagzeug und Streicher-Elementen trägt Ashcrofts deprimierten,verzweifelten Gesang.
Inhaltlich geht es um eine Person,die versucht Trennungsschmerz mit Drogen zu betäuben,es aber einfach nicht schafft.
...But I know I'm on a losing streak
'Cause I passed down my old street
And if you wanna show,then just let me know
And I'll sing in your ear again...
~5/5 Punkten~
_5. Catching The Butterfly
Nach einer Traumballade geht es wieder sphärisch weiter.
Das Lied ist ein Midtempo-Track,der neben den futuristischen Synthesizer-Klängen von
Schlagzeug-Rythmen und teils intensivem Bass geprägt wird.
Auf mich wirkt der Song,wie schon Track 3,leicht verrückt,unruhig und bedröhnt.
Der Refrain bleibt zwar im Ohr,aber besonders Ashcrofts Gestammel am IEnde ist etwas nervig.
Der Text spiegelt den Inhalt sehr gut wieder,da es sich um einen wunderbaren "Traum" handelt,den man im Drogenrausch hat und sich so auch das reale Leben wünscht.
...I'm gonna keep catching that butterfly
In that dream of mine
I'm gonna keep catching that butterfly
In that dream of mine..
In my lucid dreams..
In my lucid dreams..
~3,5/5 Punkten~
___6. Neon Wilderness
Synthesizer schaffen erneut eine dichte Atmosphäre,von der Ashcroft aufgrund seines stammelnden "Gesangs" anscheinend eingelullt wird.
Seine sehr hohe Stimme wechselt sich seiner normalen Gesangsstimme ab..
Klingt sehr merkwürdig und ist für mich auch kein richtiger Song,eher Zugedröhntsein mit leisem "Gesang" untermalt.
Im "Song" geht es um Einsamkeit,Rastlosigkeit,Verwirrtheit.
…In a neon wilderness
He was restless
Escape loneliness
For a new address…
~2/5 Punkten~
_7. Space And Time
Endlich wieder ein ganz "normales" Lied..
Schlagzeug,Gitarren und Synthesizer-Samples,die diesmal aber nicht im absoluten Vordergrund stehen,bilden diesen entspannten Song.
Im Refrain wird's kräftiger und einen Tick schneller.
Ashcrofts Gesang passt perfekt zu der "lockeren" Atmosphäre des Liedes.
Es dreht sich um eine Trennung,die man nicht realisieren will und sich was vormacht.
…Oh,can you just tell me
It's all right (It's all right)
Let me sleep tonight
Oh,can you comfort me
Tonight (It's all right)
Make it all seem fine…
~4/5 Punkten~
___8. Weeping Willow
Dieser Song erinnert mich von der Machart sehr an Oasis.
Typischer Midtempo-Britpop-Sound mit Betonung auf dem Schlagzeug und verschiedenen Synthesizer-Elementen,die dem Track noch mehr Melancholie und Tiefe geben.
Der Text ist mal wieder Interpretationssache,aber für mich geht es um Selbstmordgedanken..
Sehr schönes,anrührendes Lied,wie ich finde.
…Weeping willow (=Trauerweide)
The pills under my pillow
…Weeping willow
The gun under your pillow…
~5/5 Punkten~
_9. Lucky Man
Manche kennen diesen Song vielleicht aus dem Radio..
Ich kannte ihn auch,wusste aber nicht,dass er von The Verve ist.
Zu dem typischem Britpop-Midtempo gesellt sich hier meiner Meinung nach auch manchmal ein Hauch Country,was sehr interessant klingt.
Hier fällt mir auch besonders Ashcrofts Gesang auf,der am Anfang und auch noch öfter in dem "Happiness…"-Teil einen tollen Sprechrythmus hat..:-)
Schwierig zu erklären,aber erinnert mich ein bisschen an Anthony Kiedis.
Am Ende zieht sich das Lied unnötig in die Länge,aber trotzdem ein Highlight des Albums.
Im Song geht es auch ausnahmsweise mal um positivere Seiten des Lebens.
…Happiness
Something in my own place
I'm standing naked
Smiling,I feel no disgrace
With who I am…
~5/5 Punkten~
___10. One Day
Das war der 2.Track,den mir "mein" Argentinier geschickt hat..
Jetzt werden wieder ruhigere,melancholische Töne angeschlagen.
Vom Sound erinnert es mich ein bisschen an "In My Place" von Coldplay,also eher gediegen und leiser.
Inhaltlich handelt es von der Frage,was eines Tages sein wird,wenn man u.a. die Schönheit des Lebens erkannt hat.
…One day maybe you will cry again
Just like a child
You've gotta tie yourself to the mast my friend
And the storm will end…
~4,5/5 Punkten~
_11. This Time
Ashcrofts Stimme wirkt bei diesem Song wieder ganz anders,kraftvoller und enthusiastisch.
Das Lied ist auch dementsprechend mit einem hörbar positiveren Touch.
Schellenkranz-Geräusche verstärken das lebendige Gefühl.
Es geht um die Tatsache,dass man auf sein Leben zurückblickt,auch auf manche negative,kritische Sachen stößt und sich schwört, es in Zukunft besser zu machen.
…Woke up one other day
The pain won't go away
I am growing
In peculiar ways
Into a light I pass…
~3,5/5 Punkten~
___12. Velvet Morning
Dieses Lied wechselt sphärische,langsame Klänge mit schnelleren Momenten ab,die mit heftigerem Schlagzeug und Gitarren dominieren.
Das macht das ganze interessant und der Song sticht somit aus den nicht so gelungenen Sphären-Songs positiv
heraus.
Vom Inhalt her interpretiere ich den Track,dass es um eine Person geht,die Drogen nimmt und sich im Rausch beschreibt und versucht mit einem anderen Zugedröhnten zu kommunizieren.
So würde ich es sehen,aber Texte interpretiert ja jeder anders.
…And now I'm trying to tell you
About my life
And my tongue is twisted
And more dead than alive
And my feelings
They've always been betrayed…
~4/5 Punkten~
_13. Come On
Rockig und wirr klingt das Album aus.
Die Melodie finde ich ganz cool,aber sonst ist das Lied jetzt nicht unbedingt was Besonderes.
Der Text dreht sich meiner Meinung nach (mal wieder) um einen Drogenrausch und damit verbundene Energie ohne Ende.
…I must be going insane
I called the doctor so he can relieve
He's got a little pill for me
Just a little luxury
Help me through my day…
~2/5 Punkten~
~Fazit~
Eins vorweg: Ich stehe diesem Album mit gemischten Gefühlen gegenüber..
Auf der einen Seite sind darauf wunderschön ruhige,melancholische Songs wie "The Drugs Don't Work", "Sonnet"oder "Weeping Willow" und tolle Midtempo-Tracks wie "Lucky Man",aber auf der anderen Seite Songs a la
"Neon Wilderness" oder "Come On",die mir einfach zu psychedelisch und wirr sind.
Die Texte sind wiederum toll.
Ashcroft schreibt teils sehr poetisch und findet selbst für nicht so positive Sachen die richtigen Worte.
Mich stört inhaltlich allerdings das stetige Thema Drogenkonsum,da ich auch nicht wirklich rausgefunden habe,wie Ashcroft letztendlich dazu steht und derdazu passende sphärische,gewöhnungsbedürftige Sound.
Seine Stimme muss man auch mögen,aber sie passt immer zu den jeweiligen Inhalten und Botschaften der einzelnen Lieder.
Mal klingt er melancholisch und traurig,dann wieder zugedröhnt lallend oder auch enthusiastisch und kraftvoll.
Vielleicht hatte ich mir auch mehr langsame,traurige Songs erhofft,denn für mich ist das Album insgesamt zu unstimmig.
Ich gebe "Urban Hymns" 3 gute Sternlein !
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2007 !
Miss Californication/Veronika
05.03.2010 12:09
eines der besten alben der welt ever
09.04.2007 16:33
sh
20.03.2007 20:51
Supertoller Bericht! Weiter so!