Heute stelle ich einmal eine ganz "andere" CD als gewohnt vor! HiFi-Fans, welche den Stereo-Klang bevorzugen, sollten sich diese Zeilen jedenfalls mal zu Gemüte führen!
Kaufgrund:
Seit langem sammle ich schon CDs aus der Reihe der Label von "Stereoplay" bzw. "Zounds". Die hier vorgestellte ... Bericht lesen
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Heute stelle ich einmal eine ganz "andere" CD als gewohnt vor! HiFi-Fans, welche den Stereo-Klang bevorzugen, sollten sich diese Zeilen jedenfalls mal zu Gemüte führen!
Kaufgrund:
Seit langem sammle ich schon CDs aus der Reihe der Label von "Stereoplay" bzw. "Zounds". Die hier vorgestellte CD bekam ich im Rahmen eines Abo's aus der Reihe "Audiophile Edition" von "Zounds", einen sogenannten audiophilen Sampler mit dem Namen "Golden Living Stereo". Ich hatte diese und andere CDs von "Zounds" meistens über ein Abo bezogen. Grund war vor allem eine 15prozentige Preisermässigung. Trotzdem lagen die Preise selbst dann noch erheblich über den Durchschnitt, in diesem Fall ist die CD kaum unter 50 Euro zu bekommen. Selbst wenn die hohe Qualität der vorgestellten Alben meisten ausser Frage steht, diese Preise scheinen mir trotzdem etwas überzogen! Vorteil ist allerdings auch, dass diese Qualität von keinem Internet-Musik-Download-Portal, zumindest nach derzeitigem Stand, geboten werden kann!Das Album "Golden Living Stereo":
Es handelt sich hier um eine - wie bereits angedeutet - relativ teuere "24 Karat Echtgold CD". Erwartungsgemäss handelt es sich aber nur um eine Goldbeschichtung, für Edelmetal-Sammler besteht also kein Grund zur Aufregung. Auf die Vorzüge solcher goldigen Behandlung habe ich bereits in einem anderen Bericht hingewiesen. Auch sogenannte Master-CDs werden oft in diesem aufwendigen Verfahren hergestellt. "Golden Living Stereo" erschien als neuntes Album in der Reihe "Audiophile Edition". Sie beschreibt sehr eindrucksvoll das Thema "Stereo" mit Musik und Erinnerungen aus dem goldenen HiFi-Zeitalter. Um den Hintergrund etwas aufzuhellen, habe ich nachstehendes zum erheblichen Teil aus dem informativen Booklet entnommen. Als eine der wichtigsten Meilensteine für audiophile Produktionen gelten die legendären Aufnahmen von Jack Pfeifer. Er hat sich besondere Verdienste bei der praktischen Entwicklung der Stereo-Technologie erworben. Pfeiffer, auch noch als Komponist und Instrumentalist bekannt, begann 1954 im Hause RCA Victor mit den ersten Versuchen von Mehrspur-Aufnahmen. Das erste Mal dokumentierten RCA-Techniker ein Ereignis doppelt, nämlich die Einspielung von Charles Münch in der Symphony Hall in Boston mit dem Boston Symphony Orchestra Berlioz "Faust Verdammnis" - nämlich als Mono-Version und mit einer Zweispur-Bandmaschine. Bereits 1955 erreichten die ersten Stereo-Tonbänder den kommerziellen Markt und drei Jahre später kamen schon die ersten Stereo-Schallplatten in die Läden. Sie sollten also beim Kauf von Stereo-Aufnahmen vor dieser Zeit hellhörig werden, vermutlich will Sie dann jemand über den Tisch ziehen, denn es handelt sich um später nachbearbeitete Aufnahmen (dabei wird ein Stereoklang aber nur vorgetäuscht), oder es handelt sich tatsächlich um eine zeitlich später erfolgte Neuaufnahme. Die Einführung der Stereotechnik hatte ähnliche Auswirkungen wie der Farbfilm für die Fotografie. Damals war die Langsspielplatten-Serie "Living Stereo" ein Inbegriff der Goldenen Jahre der Stereophonie und galt als Synonym für Qualitätsaufnahmen allerersten Ranges. Originalstücke aus dieser Reihe gehören heute zu den Sammler-Raritäten. Vor allem Klassik-Fans wissen, die damaligen Aufnahmen können sich hinsichtlich der Klangqualität durchaus mit digitalen Ansprüchen messen. Jack Pfeifer hat es sich nicht nehmen lassen, seinem Lebenswerk das i-Tüpfelchen aufzusetzen und das Remastering der rund vierzig Jahre alten Bänder höchstpersönlich zu betreuen. Mit Veröffentlichung der Living-Stereo-Serie auf CD haben die grossartigen Aufnahmen nun ihre dauerhafte Form gefunden - als künstlerische Einzelleistungen und als Vermächtnis des wahrscheinlich bedeutendsten Produzenten der Musikgeschichte. Die Zusammenstellung von Zounds wurde natürlich in der bestmöglichen Klangqualität vorgenommen. Für den informativen Teil dieses Bericht war laut Booklet zum Teil BMG/RCA verantwortlich, sowie Wolfgang Feld (Zounds-Redation). Die hier gezeigten Fotos stammen aus dem Booklet. Natürlich gibt es im Booklet auch noch weitere Ausführungen zur technischen Entwicklung der Stereofonie, aber das soll nicht Teil dieses Erfahrungsberichtes sein.
Die vorgestellten Einspielungen:
Bei einer Gesamtspielzeit von ca. 75 Minuten wird ein Stereoklangerlebnis geboten, bei welchem nicht nur Klassik-Fans die Vor- und Nachteile ihrer Stereoanlage (ähnlich einem Test-Sampler) hautnah erfahren werden!
1. Sonnenaufgang (Also sprach Zarathustra, Op.30) - 1:35 - Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Fritz Reiner 2. Troika (Lieutnant Kije, Op.60) - Sergei Prokofiev - Public Domain - 2:38 - Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Fritz Reiner 3. Overture - (The Bartered Bridge) - Bedrich Smetana - Public Domain - 6:31 Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Fritz Reiner 4. Maestoso; Allegro (Symphony No.3 in C Minor, Op.78 "Organ") - Camille Saint-Saens - Public Domain - 7:42 - Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Charles Munch, Orgel Berj Zamkochian, Piano Leo Litwin, Piano Bernard Zighera 5. Allegro vivacissimo (Violin Concerto in D Op.35) - Piotr Ilich Tchaikovsky - Public Doman - 8:14 - Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Fritz Reiner, Violin Jascha Heifetz 6. Intermezzo interroto: Allegretto (Concerto for Orchestra, Sz.116) - Bela Bartok - Boosey & Hawkes - 4:20 - Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Fritz Reiner 7. Finale: Allegro moderato (Cello Concerto in B Minor, Op.104) - Antonin Dvorak - Public Domain - 6:25 - Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Charles Munch, Cello Gregor Piatigorsky 8. Pavan For A Dead Princess by Maurice Ravel - Public Domain - 6:28 Chicago Symphony Orchestra, Dirigent Fritz Reiner 9. Tu vois le feu du soir, No.1 (Miroirs brulants) - Francis Poulenc, Paul Eluard, G.Ricordi/G. Schirmer for Salabert (ASCAP) - 4:01 - Sopran Leontyne Price, Piano David Garvey 10. Fugue in G Minor by Johann Sebastian Bach - Public Domain - 3:22 - Organ Virgil Fox 11. Espana by Emmanuel Chabrier - Public Domain - 6:21 - Boston Pops Orchestra, Dirigent Arthur Fiedler 12. Hungarian Rhapsody No.2 by Franz Liszt - Public Domain - 8:41 - RCA Victor Symphony Orchestra, Dirigent Leopold Stokowski 13. Hoe-Down (Rodeo: Suite) by Aaron Copland - Public Domain - 3:23 - Morton Gould & His Orchestra 14. National Emblem by E.E.Bagley - Public Domain - 2:03 - Morton Gould Symphonic Band, Dirigent Morton Gould, Horn James Burke 15. Funiculi, funicula by Luigi Denza, Guiseppe Turco - Public Domain - 2:33 - Tenor Mario Lanza
Alle Titel wurden im Original vor 1972 aufgezeichnet. Die Einspielung und Überarbeitung erfolgt 2004 in der sogenannten CEDAR-Technik. Beim Remastering leistete ausschliesslich diese Technik eine Hilfestellung zur behutsamen Reduktion von Band- und Verstärkerrauschen. Auf eine externe Bearbeitung (z.B. computerunterstütze Geräuscheunterdrückung) wurde verzichtet. Wer den Track 15 mit "Funiculi, funicula" und dem Tenor Mario Lanza in dieser Aufnahme hört, weiss wie klanglos manche heutige Musik tatsächlich ist. Alles ist sauber in einem Digipak verpackt. Eine nähere Beschreibung der einzelnen Track habe ich nicht in Betracht gezogen, da dies aus meiner Sicht, den Informationsrahmen eines Erfahrungsberichtes sprengen würde (zumindest in diesem Fall). Das 12seitige Booklet ist zwar für diese Preisklasse nicht überdimensioniert, bringt aber andererseits ausreichende Informationen zum Sinn und Zweck dieses Samplers.Fazit: Nicht nur für Klassik-Fans geeignet. Auch Klassik kann kurzweilig sein. Aber, der Preis ist trotz aller Euphorie meines Erachtens zu hoch. Ich gebe zwar fünf Punkte, aber wer auf den Preis schaut kann für sich persönlich auch einen abziehen. Tiefere Bewertungen sind aus meiner Sicht allerdings nicht mehr gerechtfertigt!
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