... Aber spätestens mit ihrem neusten Werk „Was es ist“ hat diese junge Berliner Band meine volle Aufmerksamkeit. Der treue Leser meiner Berichte wird beim Songtitel sicherlich bereits gemerkt haben, dass es sich um ein Gedicht von Erich Fried handelt – mein Lieblingsgedicht!
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Erfahrungsbericht von Nilote über Was Es ist (Maxi-CD) - Mia 18.10.2003
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
annehmbar
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Schöner und aussagekräftiger Liedtext; toller Gedichtbezug; mal etwas andere Musik
Kontra:
Nicht für jeden Geschmack (aber wobei ist das nicht der Fall?)
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Einleitung
Wie ihr kennt Mia nicht? Das kann doch gar nicht sein! Zugegeben kannte ich diese Band auch lange Zeit nicht. Aber spätestens mit ihrem neusten Werk „Was es ist“ hat diese junge Berliner Band meine volle Aufmerksamkeit. Der treue Leser meiner Berichte wird beim Songtitel sicherlich bereits gemerkt haben, dass es sich um ein Gedicht von Erich Fried handelt – mein Lieblingsgedicht!
Wer oder was ist Mia
Wie bereits gesagt, handelt es sich bei Mia um eine Berliner Band aus dem Label R.O.T., die bereits seit 1999 die erste Single „Sugar my skin“ veröffentlicht hat. Im Jahre 2002 folgte dann das erste Album „Hieb und Stichfest“ und vor allem durch diverse Livekonzerte auf Festivals machte sich die Band bundesweit einen Namen.
Mia konnte bislang vor allem durch ausgefallene musikalische Experimente auf sich aufmerksam machen und entsprechend schwer lässt sich ihre Musik einordnen bzw. in ein Schema pressen. Sie selber beschreiben ihre Musik vielsagend als „Mellow-Listining- Sound-Scapes“.
Ich würde die Stücke als stimmungsvoll und emotional bis melancholisch beschreiben. Unterstützt wird es durch durchaus harte Gitarrensounds und kräftige Stimmen. Einfach eine interessante Mischung; eben andere Musik. Die Texte sind sowohl in deutsch und auch in englisch gesungen. Nähere Bandinformationen findet ihr auf der Homepage www.miarockt.de!
Was es ist
Seit dem 29.September 2003 ist nun also die neue Single von Mia „Was es ist“ auf dem Markt und inzwischen steigt sie in den deutschen Charts Stück für Stück. Auf der Single sind neben drei Versionen dieses Songs noch drei weitere neue Songs. Für ihren Mix aus verschiedenen Stilen und dem Hang zum Innovativen war die Band ja schon immer bekannt, aber mit dieser neuen Single wurde erneut Maßstäbe gesetzt.
Mit diesem Mix hat sicher kaum jemand rechnen können. Basierend auf der Gedichtgrundlage „Was es ist“ von Erich Fried komponierte die Band einen emotionalen und wundervollen Text. Hier lohnt sich ein aufmerksames Hinhören wieder. Für alle Interessierten folgt der Text zum Ende des Berichtes auch noch.
Einzigartig ist dabei die Mischung aus Pop und Elektropunkt in Kombination mit Zitaten aus dem Gedicht. Ein totales Popexperiment, das aber durchaus überzeugen kann und wie es aussieht wird der Mut belohnt. Abgerundet wird dieses musikalische Neuland durch die Unterstützung des Blasorchester „Berliner Ensemble“.
Zugegeben, ich musste mich mit dieser Art von Musik erst anfreunden und brauchte einige Versuche um den richtigen Zugang zu finden. Aber es ist auf jeden Fall mal eine angenehme Abwechslung unter dem ganzen Popquatsch derzeit. Besonders interessant finde ich die Stimme der Sängerin.
Sehr klar und deutlich vermittelt sie den Text und dennoch kommt die leicht verträumt und romantische Atmosphäre rüber. Sehr gut finde ich auch die abwechslungsreichen Stimmlagen und wenn man die gesamte Single betrachtet muss man ihr für die englischen Texte ein großes Lob aussprechen, denn man kann die Texte deutlich verstehen. Einfach sehr sauberes Englisch.
Gerade zu Beginn des Songs wirkt die Stimme der Sängerin noch sehr leise, zart und fast monoton, aber im Laufe des Liedes steigert sie sich. Durch die kräftige und recht laute instrumentale Untermahlung droht die Stimme fast ein wenig unterzugehen, aber spätestens beim Refrain wird die ausdrucksstarke Stimme deutlich. Der Refrain ist sowieso meine Lieblingspassage und irgendwie schon zu einem Ohrwurm geworden. So einprägsam sind diese Worte für mich.
Untermalt wird die gute Stimme durch eine gelungene instrumentale Kombination aus Klavier und insbesondere äußerst effektvoller Blasmusik. Hier liefert das Berliner Ensemble wirklich ausgezeichnete Arbeit. Zudem kann man den guten und nicht zu harten Gitarrensound gut heraushören. Der Popcharakter des Songs bleibt somit durchaus erhalten, wenngleich es nicht zwingend die typische Chart- und Tanzmusik ist.
Gerade die Einwürfe der Zitate aus dem Gedicht sind sehr gewöhnungsbedürftig, aber sie verleihen dem Song erst die spezielle Note. Man muss sich wirklich in dieses Lied reinhören. Ich kann verstehen, wenn es auf viele beim ersten Hören eher abstoßend wirkt. Fasziniert bin ich insbesondere von den Stimmexperimenten der Sängerin.
Sie versucht sehr unterschiedliche Stimmlagen einzubringen, die jeweils durch die Begleitmusik genau passend wirken. Teilweise erzeugt der Song bei mir auch eine leicht nostalgische Stimmung. Bei Hören werdet ihr sicherlich verstehen, wieso ich so empfinde.
Sehr schön finde ich wie gesagt den gesamten Text des Songs und seine Intention. Zusammenfassend kann man sagen, dass es in erster Linie es um die Frage der eigenen Identität geht. Heraufzufinden und anzufangen das zu sein was man ist. Gerade in Hinblick darauf „Deutsch“ zu sein und damit auch umgehen zu können. Aber lasst den Text selber auf euch wirken.
Liedtext
Eigentlich bin ich kein Freund langer Textauflistungen, aber da es sich eher um ein noch unbekanntes Lied handelt und der Text eine große Aussagekraft hat, möchte ich ihn hier gerne einfügen. Ich hoffe, ihr versteht dies.
Ich dreh' den Kopf und bin noch müde - ich hatte eine kurze Nacht. Lass' meine Augen zu und frag' nich': Was hat mich um den Schlaf gebracht? Ich fühl' dich bei mir und genieße deine Hand in meiner Hand. Was ich jetzt weiß und noch nicht wusste - bin nicht mehr fremd in meinem Land. Ein Schluck vom schwarzen Kaffee macht mich wach. Dein roter Mund berührt mich sacht. In diesem Augenblick, es klingt, geht die gelbe Sonne auf:
Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, fragt der Verstand. Wohin es geht, das woll'n wir wissen - Mhm... Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand. Ich freu' mich auf mein Leben - mache frische Spur'n in den weißen Strand.
Luise schreibt mir aus Amerika: man schätze dort ihre direkte Art. Und auf Ibiza tanzt Matthias im Pascha - das ist uns're Gegenwart. Ich fühle, wie sich alles wandelt und wie ich selber ändern kann, was mich beengt in meinem Leben - denn mit Ändern fängt Geschichte an. Fragt man mich jetzt, woher ich komme, tu' ich mir nicht mehr selber Leid. Ich riskier' was für die Liebe - ich fühle mich bereit. Und die schwarze Nacht hüllte uns ein. Mein roter Mund will bei dir sein. In diesem Augenblick, es klingt, leuchtet uns ein heller Tag:
Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, fragt der Verstand. Wohin es geht, das woll'n wir wissen - und betreten neues, deutsches Land. Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand. Ich freu' mich auf mein Leben - mache frische Spur'n in den weißen Strand.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand. Wohin es geht, das woll'n wir wissen - und betreten neues, deutsches Land. Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand. Ich freu' mich auf mein Leben - mache frische Spuren in den weißen Strand.
Fakten zur Single
Titel: Was es ist Künstlerin: Mia Erscheinungsdatum: 29.09.2003 Label: R.O.T. Laufzeit: knapp 29 Minuten Songs: 6 Stück (4 verschiedene) Preis: knapp 5,00 €
Auch wenn es mir lediglich um die Radioversion „Was es ist“ geht werde ich noch kurze Worte zu den weiteren Stücken auf der Single verlieren, denn ansonsten wird es penible User geben, die einen Grund für eine Abwertung haben. Der Opener auf dieser Single ist das bereits ausführlich beschriebene Stück „Was es ist“. Der zweite Song ist eine Kurzfassung hiervon. Allerdings mit wesentlich mehr Beat. Durchaus ein Stück, nach dem getanzt werden kann.
Danach folgt der Song „Atze de Boe“, der sehr rockig rüberkommt und etwas extravagant wirkt. Textlich in meinen Augen nicht so überzeugend wie das nächste Stück „Mission“. Hierbei handelt es sich um ein sehr ruhiges und auch melodisches Stück. Achtet ruhig mal genauer auf den Text. Bevor es zum Abschluss nochmals eine Version von „Was es ist“ gibt, kann man noch den Song „Silberstreifen“ anhören. Wieder mit recht viel Beat und hartem Gitarrensound.
Fazit
Anders! Anders gut! Damit wird man diesem Sog am ehesten gerecht. In meinen Augen einfach eine tolle Alternative zum Mainstreampop und dem musikalischem Verfall in der heutigen Zeit. Sicherlich braucht man seine Zeit, um den Zugang zu dieser anderen Art der Musik zu finden, aber mich hat die Kombination aus Pop und Gedichtzitaten überzeugen können.
Die weiteren Songs sind auch recht gelungen und so bietet die Single bereits eine bunte und abwechslungsreiche Mischung. Ich hoffe ich konnte euch den Song näher bringen und trotz meinen musikalischen Unwissenheit ein wenig verdeutlichen. Hört doch einfach mal rein...
[ Wenn Euch etwas an dem Beitrag fehlt und er nicht den Maßstäben entspricht, bitte ich aus Fairnessgründen um einen Kommentar. Ich werde dann versuchen, Ergänzungen vorzunehmen! Danke! ]
Pro: melodisches liebeslied Kontra: kein Weichspülpop (eigentlich kein Kontra)
Mia - An sich schon was anderes. Denn wer zählt Mia schon in einem Atemzug mit anderen deutschen Acts wie Bro´Sis, den dsds Losern oder Möchtegern-Hip Hopper Eko Fresh auf?? Nun ich hoffe mal niemand. Denn Mia sind schon seit ihrer ersten Single "alles ...
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