"Come all without, come all within"
09.12.2002
Pro:
Mighty Quinn + Davy's . . .
Kontra:
Spielzeit nur 39 : 25
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 tigerkrallequeen
Über sich:
***Herzlich willkommen bei der Tigerkralle***Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zweckl...
Mitglied seit:22.07.2002
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Wir schreiben das Jahr 1981, Berlin, Halle weiß ich nicht mehr, ich sehe und höre ihn und seine Earth Band live auf der Bühne. Bei der ersten Zugabe erglüht die Halle von Feuerzeugen und alle singen lautstark mit: „Come all without, come all within, you’ll not see nothing like the mighty quinn.“ Ein grandioses Konzert. Manfred Mann ist sicher einer der vielseitigsten Musiker im Popgeschäft und das seit über 40 (!) Jahren.. Das hat seinen Grund darin, dass er im Gegensatz zu vielen heutigen Pop-Musikern (?), etwas von Musik versteht und seine Tasteninstrumente virtuos beherrscht.
Am 23. Oktober 1940 (Man, der ist ja schon über sechzig) wird er in Johannesburg geboren. Mit 21 kommt er als überzeugter Jazzer nach London, stellt aber schnell fest, das damit kein Geld zu verdienen ist und wird dafür umso erfolgreicher in der britischen Pop-Szene. Wer kennt sie nicht, seine damaligen Hits: Do Wah Diddy Diddy (hunderte Male gecovert, zuletzt von unserem allseits geliebten DJ Ötzi), Pretty Flamingo, Ha Ha Said the Clown, My name is Jack, usw.usw. 1969 hat er kein Bock mehr auf Kommerz und gründet die Jazz-Rock-Band „Chapter Three“. Erfolg hat er damit nicht, aber „zum erstenmal seit Jahren gehe ich mit erhobenen Kopf auf die Bühne und komme nicht verlegen wieder herunter“ (Zitat Manfred Mann). Wegen anhaltender Erfolglosigkeit beginnt Mann 1971 das nächste Kapitel seiner Musikergeschichte und gründet zusammen mit Mick Rogers/guitar, vocal, Colin Pattenden/bass und Chris Slade/drums die „Earth Band“. Es dauert allerdings noch bis 1973, um mit dem Titel „Joybringer“ (nach einem Motiv aus Gustav Holst’s „The Planets“) in die Single-Charts zurückzukehren. Der nächste Erfolg 1976: Die Coverversion des Bruce Springsteen-Titels „Blinded by the Light“ (Platz 6 in England, Platz 1 in den USA).
Hier breche ich zunächst einmal ab mit seinem Werdegang, denn jetzt komme ich zu dem Album, um das es in diesem Bericht geht; 1978 erscheint „Watch“ mit folgender Bandbesetzung: Manfred Mann – keyboards, backing vocals Chris Hamlett-Thompson – vocals, guitar Pat King – bass guitar, backing vocals Chris Slade – drums, percussion 1. Circles (4:52) ***
Keyboardtupfer wie an einer Perlenkette eröffnen den Song in mittlerem Tempo, Hamlett-Thompson stimmt ein mit seiner markanten Stimme „I’m a clown without a circus“, Gitarrensolo im Mittelteil, danach brummt und brutzelt Mann’s keyboard und nach dem letzten Refrain kling der Song aus. 2. Drowning on dry land/Fish soup (6:02) *
Ein ruhiger, teilweise fast hymnisch klingender Song, der nach 2:10 etwas , aber nur etwas, rockiger wird durch die Gitarre und das Solo Dave Flett’s, danach wird’s kathedral mit Eunuchen-Stimmen Background. Einer der schwächsten Titel von der Truppe. 3. Chicago Institute (5:48) **
Wechselgesang untermalt mit leisem Keyboard zu Beginn, Chris Slade schlägt mit einem Midtempo-Rhythmus ein und es ertönt: There's an institute in Chicago With a room full of machines And they live this side of the sunrise And burn away your dreams Once you fly to Chicago - in Chicago you will die When that institute in Chicago has recorded you and I Ein düsteres Thema, nach dem Songtext (dies hier nur ein kurzer Ausschnitt) eine kurze Keyboardsequenz und dann hören wir ein eher schrilles Gitarrensolo von Dave Flett und anschließend die letzte Strophe. Auch nicht so wirklich toll. 4. California (5:32) **
Liebeserklärung an Kalifornien. Im ruhigen Tempo schwelgen sie davon, dass sie es auch irgendwann in Kalifornien zu etwas bringen, so oft waren sie schon dort, aber nur in ihren träumen. Und dann wieder dies Gitarrensolo, allmählich nervt es. Wieder kein allzu großer Genuß. 5. Davy’s on the road again (5:56) *****
Aber jetzt! Schöne Keyboarderöffnung und dann Chris Hamlett-Thompson mit klarer Stimme: Davy's on the road again Wearin' different clothes again Davy's turning handouts down To keep his pockets clean All his goods are sold again His word's as good as gold again Sez if you see Jean now ask her please to pity me Jean and I we moved along Since the day - down in the hollow When the mind went driftin' on And the feet were soon to follow Bei “All his good…” kommen leise die Drums hinzu und bei “Jean and I..” rockt es dann richtig los. Endlich Stimmung im Saal ..äh auf der CD. Nach dem Songtext endlich mal ein gescheites Keyboard-Solo von Manfred, eine wunderschöne Überleitung auf Hamlett-Thompson und wir rocken noch mal los zum grandiosen Schluss (Dieser Song wurde live eingespielt, also doch Stimmung im Saal). 6. Martha’s madman (4:52) ****
Martha has a madman Standing hidden in the shadows He's got a long curved Turkish dagger With a bejewelled handle So führt uns Hamlett-Thompson mit leisem Keyboard-Background in den Song ein und dann wird’s ein richtig guter Rocksong. Hier kommt Thompson noch besser mit seiner unverwechselbaren Stimme zur Geltung. Dann ab 2:50, angetrieben von Chris Slade, eines der besseren Keyboard-Solos von Manfred Mann gefolgt von der Gitarre Dave Flett’s. 7. Mighty Quinn (6:20) *****
Und zum Schluss einer zum Mitsingen. Ein Cover-Song von Bob Dylan, den wohl fast jeder im Ohr hat, hier dargeboten in einer rockigen Live-Version. But when Quinn the Eskimo gets here Everybody's gonna jump for joy Und die Hände gehen hoch und die Stimmung noch höher.
„Watch“ ist aus meiner Sicht in seiner Gesamtheit eins der schwächsten Alben von Manfred Mann und seiner Earth Band (trotz zweier Highlights), da gibt es deutlich besseres, was aber noch nicht verraten wird, da dies noch auf Berichterstattung warten muss. Deshalb an dieser Stelle – mit der Bitte um Nachsicht - auch noch keine weitere Fortsetzung der Bandgeschichte, dies folgt dann ebenfalls in den nächsten Berichten. Kaufempfehlung also nur für eingefleischte Fans, die auf diesem Album, die etwas nervenden Gitarren-Soli von Dave Flett in Kauf nehmen und eine eventuelle Sammlung komplett besitzen wollen. Kaufpreis bei amazon derzeit € 12,99, gibt es aber sicher auch gebraucht bei Auktions- und/oder Schallplattenbörsen.
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15.07.2003 17:15
Ja, auch ich habe 1981 MMEB gesehen, allerdings in HH ... Coole Show, coole Songs ... Dennoch ist mein Lieblingstitel "Don't Kill It Carol" ... Gruß, Sven (Zoobremia) P.S.: Ich werde gleich offline sein, also gute Reise ...
21.02.2003 18:07
Ich hab die Scheibe seit etwa 20 Jahren und sie wird immer mal wieder aufgelegt. Mir gefallen alle Stücke, die Mighty Quinn Version find ich sogar besser als auf Live in Budapest.
07.02.2003 23:15
Ich habe MMEB im letzten Jahr alleine 7 oder 8 mal live gesehen und muß sagen, ich bereue nicht einen Gig, live ist es das Beste was z.Z. auf Tour ist. Viele Grüße HH