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Liebe Leser/innen, nachdem es jetzt satte sechs Wochen nichts mehr von mir zu lesen gab, da ich einfach Besseres zu tun hatte als mir die Streitigkeiten hier auf der Plattform reinzuziehen und das Wetter ja überwiegend wirklich gut war, jetzt ein kleines Comeback. Immerhin, seit ich hier aktiv bin ist das wohl die längste totale Pause gewesen. Mal wieder ist es ein Song aus meiner Lieblingsdekade, den 80ern, und natürlich verfasse ich den Bericht dementsprechend im Rahmen der von Music-King, Judith und meiner Wenigkeit geführten Reihe „Back to the 80s“.
Tina Turner ist eine Musikerin, die kaum auf einen Zeitraum, in eine Phase der Musikgeschichte einzuordnen ist. Seit rund 40 Jahren gehört sie zu den ganz großen im Musikbusiness, ihr Stil hat sich dabei immer wieder verändert, teilweise auch bedingt durch die wechselnden Duettpartner. In den 80ern hatte sie natürlich auch einige Megahits, einer davon ist „We Don’t Need Another Hero“, ein Song, der auch heute noch beinahe jedem bekannt sein dürfte...
WE DON’T NEED ANOTHER HERO ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Der Song beginnt direkt mit der weichen Basslinie, unterstützt von exotisch wirkenden Synthesizerklängen (die auch von einem afrikanischen Buschmusikerinstrument stammen könnten, diese Wissenslücke möge man mir verzeihen). Das klingt schon einmal sehr harmonisch, einige eingängige Akkorde werden mehrmals wiederholt, bis nach rund 15 Sekunden kurz eine Gitarre einsetzt, die immer mal zwischendurch kurz zu hören ist. Nach ca. 20 Sekunden dann setzt die Stimme Tina Turners ein, auf die der Song zugeschnitten ist...
Frau Turners Stimme ist wie üblich sehr rau und klingt ein wenig rauchig, was sie so unverwechselbar macht. In den Bridges eher dunkel und tief, singt sie im Refrain deutlich höher, mit zunehmender Zeit beginnt sie immer mehr zu kreischen, es klingt beinahe verzweifelt. Ihre Stimme ist auf jeden Fall klasse, da dürfte es keine zwei Meinungen geben. Auch was Kraft und Ausdrucksstärke betrifft, können nur wenige mit der Rockröhre aus Tennessee mithalten.
Im Hintergrund sind nicht nur während des Refrains, der zum ersten Mal nach knapp 1:15 Minuten einsetzt, zwischendurch die Drums zu hören, die versuchen dem ganzen etwas von Bombastpop zu geben – es gelingt. Zum Ende hin bekommt Turner Unterstützung von einem Kinderchor, der den Refrain beinahe zur Hymne werden lässt. Nach vier Minuten und zwölf Sekunden ist der Song dann zu Ende, nachdem ein mystischer Beckenklang den Schlusspunkt markiert hat. Auch Saxophone bzw. Trompeten sind im Hintergrund zu hören, das genau auseinander zu halten fällt mir schwer – vermutlich, weil alles so nach Synthesizer klingt, also nicht wirklich echt. Im Prinzip ja nicht schlimm, ich liebe guten Synthiepop, aber in diesem Fall wäre es vielleicht für den Klang eindrucksvoller gewesen, mehr Authentizität einzubringen...
Im Text geht es um Kinder und deren Hoffnungen. Aus den ersten Textzeilen geht hervor, dass es sich um eine Situation nach dem Krieg handelt – der Aufbau soll beginnen, und dabei spielt natürlich die Jugend eine wichtige Rolle. Möglicherweise ist es sogar der „große Krieg“ in unserer Gegenwart, der WW III oder ähnliches – im Refrain heißt es „We don’t need another hero, we don’t need to know the way home, all we want is life beyond thunderdome“. Helden? Vermutlich sind damit Vorbilder gemeint, vorzugsweise solche, die eher in Anführungsstriche gesetzt gehören. Schluss mit der Fehlleitung durch Medien? Könnte es heißen. Auf jeden Fall geht es darum, dass diese junge Generation eben nicht weiß, wohin der Weg führt, ob nach oben oder nach unten, sie wird ihren Weg aber machen – unabhängig von irgendwelchen vorgesetzten „Helden“. So weit meine Interpretation, gegensätzliche Auffassungen dürfen gerne in Kommentaren geäußert werden. Mir gefällt der Text recht gut, er hat eine klare Aussage, die man ja größtenteils unterschreiben kann, und setzt sich damit schon mal von 80% aller nichtssagenden Bla-Bla-Songs ab.
Durch die eingängige Melodie ist der Song durchaus tanzbar, er wird viel im Radio gespielt, besonders aber aufgrund der textlichen Verbindung gerne als Begleitung für TV-Beiträge o.ä. benutzt, da hört man ihn doch verhältnismäßig oft. Als Gelegenheit werde ich voraussichtlich „Immer gut“ wählen. In den deutschen Singlecharts war „We Don’t Need Another Hero“ 1985 laut charthistory.de sogar vier Wochen lang auf Platz eins, gar nicht schlecht. Andererseits, was blieb im ersten Modern-Talking-Jahr den Leuten mit gutem Geschmack auch anderes übrig? *lach*
FAZIT ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Ein klasse Song, der mal wieder zeigt, was für ein großartiges Musikjahrzehnt die 80er waren. Der Bass und die eingängige, aber doch eher dezente Melodie bieten die Grundlage für Tina Turner, ihr Stimmpotenzial voll auszuspielen. Dazu noch der hymnische Chor zum Schluss und der intelligente Text – 5 Sterne und die Empfehlung sind da beinahe obligatorisch. Zur Perfektion fehlt aber für mich doch noch etwas, wie oben erwähnt.
Vielen Dank fürs Lesen,
euer webber am 15.06.03
P.S.: Nein, die Single besitze ich nicht. Sie ist aber auch nicht mehr im Handel erhältlich, daher dürfte die B-Seite bei einer nicht entstehenden Frage des Kaufes eher irrelevant sein.
### still fighting against „superstars“ who don’t even know how to write this word ###
Wenn ich mich jetzt nicht täusche, ist der Song auch Soundtrack von einem Mad Max-Film....bloss kann ich Dir nicht mehr sagen, welcher (glaube der, in dem Tina selbst mitspielt...). Grüssle Judith
24.06.2003 15:49
Wenn ich mich jetzt nicht täusche, ist der Song auch Soundtrack von einem Mad Max-Film....bloss kann ich Dir nicht mehr sagen, welcher (glaube der, in dem Tina selbst mitspielt...). Grüssle Judith
19.06.2003 22:12
die Lady aus Nutbush ist 60 und noch immer feurig wie der gleichaltrige Mick
18.06.2003 17:04
Irgendwie mag ich deinen Musikgeschmack nicht... ;-) Grüße, Simon