Welcome Back Tina
27.09.2010
Pro:
unveröffentlichte, neue Songs, alte Songs im neuen Gewand, günstiger Preis
Kontra:
nix
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Moonspell
Über sich:
Juhu neues Julia Stone Album im Haus!
Mitglied seit:30.06.2002
Erfahrungsberichte:360
Vertrauende:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo zusammen, bereits zweimal habe ich von meiner Lieblingsdänin Tina Dico berichtet. Warum? Weil sie tolle Musik macht, Singer/Songwriter-Musik, mal poppiger, mal experimentieller aber immer toll. Ihr neuer Streich kam am 23. oder 24.09. in die Läden und ist nach ihrer EP-Triologie „A Beginning, A Detour, An open Ending“ erneut nicht nur ein Tonträger, sondern eine Doppel-CD mit insgesamt 26 Songs.
Etwas ungewöhnlich mag der Inhalt sein, vielleicht nicht an sich, aber durchaus die Mischung wie ich finde, warum ich auch keine komplette Track-by-Track Besprechung gemacht habe. Das Doppelalbum besteht nämlich in erster Linie aus einem Best of Teil, der sich wiederum in Originalversionen und in Akkustikversionen aufteilt, und einem Teil mit neuen oder bisher unveröffentlichten aber Live gespielten Songs.
Sozusagen ist es nicht wirklich ein neues Album, aber auch nicht nur ein Best of Album mit ein paar neuen Nummern, welches auch noch für sensationelle 14 Euro zu haben ist, für eine Doppelcd mit 26 Liedern wohlgemerkt! Macht das mal nach Major-Gierschlunde! Die Best of-Songs stammen aus ihren bisherigen Alben welche ich in der
Diskografie kurz erwähnen möchte: · 2001 - Fuel · 2003 - Notes · 2004 - Far (EP) · 2006 - In the Red · 2007 - Count to Ten · 2008 - A Beginning, a Detour, an Open Ending (3 EPs) · 2009 - The Road to Gävle (Soundtrack)
Welcome up (Disk 1)
Welcome back colour Der erste Vorabsong der bereits im Sommer vorgestellt wurde, hebt sich meines Erachtens schon etwas von den Songs des letzten Album (bzw. EP-Tirologie, A Beginning...) ab. Ziemlich poppig, fast etwas 80ies Flair, aber auch modern. Ich werde mit diesem Song einfach nicht warm, so war ich im Sommer etwas enttäuscht, und hatte die Befürchtung dass die neuen Songs alle in die Richtung gehen. Der Refrain geht zwar gut ins Ohr, aber mir gefällt die Instrumentierung nicht ganz so, ein 80er Disco-Schlagzeug, die Leadgitarre leicht funking, erinnert mich etwas an „The Killers“ nur nicht ganz so disco-mäßig. Paper Thin ist der nächste neue Song und klingt auch nicht so wie ich es erwartet hatte, irgendwie wie eine Mischung aus Bruce Springsteen und Bon Jovi mit weiblichem Gesang, vor allem die Gitarren klingen nach beidem. Dieses mal geht Fräulein Dico weg von den spärlich instrumentierten Stücken des Vorgängers, lässt mich irgendwie wehmütig werden, auch wenn das hier auch ganz ok ist, aber nicht so gefühlsbetont und tiefgehend wie sonst. Ein ganz guter hmm Rock/Pop-Song der vor allem gegen Ende noch an Eingängigkeit und auch Tiefe zunimmt aber sofort zündet er dann doch nicht.
Mit „Nobody´s Man”, “Warm Sand”, “One”, “On the Run”, Sacré Coeur, Open Wide, Count to ten, Stains, A new Situation, Goldhawk Road, Love all around, sind allesamt aus dem Backkatalog und bilden den “Best of”-Teil der ersten Cd, unveränderte Versionen, aus den jeweiligen Alben (die ich zum Teil auch hier vorgestellt habe, deswegen werde ich hier nicht nochmal die selben Lieder besprechen.) Instead ist das dritte neue Lied auf Disk 1 und klingt erfrischend vertraut. Ein lockerer, fröhlicher, frischer Song, mit nur Gitarre und Stimme, einer wirklich lieblichen Gesangsmelodie die man gleich mitpfeift oder mitsingt, so bildet dieser Song einen ganz guten Abschluss.
Welcome down (Disk 2)Copenhagen Diesen Song konnte man vor ein paar Wochen schon bei Youtube finden, als Mitschnitt bei einer dänischen Talkshow. Ich muss sagen, DAS ist genau das was ich erwartet habe, in positiver Hinsicht. Der Song ist zwar haarscharf an meiner persönlichen Kitschgrenze vorbeigezogen, aber eben doch. Gitarre, und Tinas Stimme, sanfte Klavierklänge, genau so muss das sein. Man kann förmlich spüren wie sie ihre neue Heimat liebt und wie sie ihr gefällt. Die Instrumentierung ist eher knapp, aber stimmig, ihr Gesang tragend – erzählt die Geschichte, ihre Geschichte mit dieser Stadt, im Gegensatz zur Version im TV (also auf Youtube) wurde auf der CD-Version zum Glück auf den kitschigen Kinderchor verzichtet, darüber bin ich wirklich sehr sehr froh ;) Auf jeden Fall eins der neuen Lieder die nun in meine persönliche Dico-Lieblingsliste kommen.
Watching him go neuer Song nr. 5 ist leise, das Hauptaugenmerk liegt klar auf die Erzählung der Geschichte. Die Gitarre ist soweit im Hintergrund wie selten zuvor auf einem ihrer Tracks. Das Ganze macht im Endeffekt schon Spaß, allerdings hat man wenig Motivation sich den Song noch mal anzuhören. Aber ganz nett, mehr leider nicht. Glow ist der erste Song der im Akkustik-Set gespielt wurde, und ich muss sagen er büßt etwas Zauber ein, ich zumindest mochte die Version vom letzten Album sehr sehr gern, einer meiner Lieblingssongs überhaupt. Er klingt nun genauso wie man es sich vorstellt – nach ner Lagerfeuerversion. Etwas ruhiger noch, nur eine Gitarre und Stimme, mir fehlt die Atmosphäre vom Original welche noch wärmer und heimeliger war.
Rebel Song stammt vom Soundtrack „Road to Gävle“ und ist im Original schon ziemlich countrylastig in der Unplugged-Version spürt man den wilden Westen noch viel mehr, ist allerdings in keiner der Versionen ein Bringer für mich. Room with a View ist einer ihrer Klassiker, gehört auch zu meinen liebsten Songs und das völlig zurecht. Die neue Version, wird etwas anders gesungen, das hört man schon nach ein paar Tönen, es wäre allerdings auch schwierig ansonsten einen Unterschied auszuarbeiten, denn das Original hat ebenfalls nur Gitarre und Stimme. Demnach ist auch die Unplugged prima.
Let´s go Dancing (with Teitur) ist glaube ich, bin nicht 100% sicher noch nicht released worden. Teitur ist selbst auch Solokünstler und zugleich auch oft mit Tina auf Tour (gemeinsam mit Helgi Jonnson). Der Song ist ein ruhiges, sehr schönes Duett, zudem die Lagerfeuerromantik diesmal sehr gut passt. Home stammt aus ihrer Phase mit der Band 7Zero, deren Songs bisher noch nie gehört habe, und wenn ich dieses Lied so höre (auch akkustisch, allerdings noch mit Cello) muss ich das auch nicht unbedingt ändern. Nicht dass es schlecht wäre, aber mich nervt zum ersten mal Tinas Gesang ein wenig, schräg aber schon auch ganz nett, aber ja der Gesang zu laut.
The City/London mag ich auch im Original recht gerne und auch die neue Version ist recht gut gelungen, ähnlich intensiv wenn nicht sogar noch etwas mehr, hier verdichtet sich die Stimmung find ich sogar durch das fehlen der strombedürftigen Instrumente sogar noch. Strong Man war bisher unveröffentlicht obwohl es lt. Linernotes schon lange im Archiv liegt und einmal live gespielt wurde. Versteh ich nicht, ein trauriger, ruhiger Song, wie ich sie so von Dico liebe und nicht nur das, er ist sicherlich mehr als würdig endlich auf Cd gebannt zu werden. Leise Streicher machen das ganze perfekt. Starker, emotionaler Song, für mich zumindest.
Back where we started find ich genauso prima wie das Original, wobei er von meinem Lieblingsalbum stammt, auf dem viele Songs als Firsttakes direkt aufgenommen wurden, nämlich "Notes“. Break of Day ist auch ein Lieblingssong im Original, bei dem ich mir nicht so vorstellen konnte, wie er unplugged funktioniert, da Synths im Einsatz sind. Gelöst wurde das mit einer Celesta und diese Umsetzung findet bei mir keine Beanstandung, im Gegenteil, es klingt sogar schöner, und irgendwie etwas unheimlich ;) Es klingt irgendwie als wärs ein romantischer Song aus Tim Burtons „Corpse Bride“....herrlich.
Waltz (with Helgi Jonsson) Da haben wir schon den zweiten ihrer Tour-Band den Austro-Isländer Helgi Jonnson, welcher 8 Jahre in meiner Heimat, Österreich, gelebt hat und perfekt Dialekt spricht ;) wie man in einigen Interviews nachhören kann. Aber Helgi kann nicht nur schön österreichisch Sprechen, er kann in erster Linie wunderschön singen (ist auf der Herbsttour im Oktober auch in einigen Städten der Support) und das tut er auf diesem Song, den ich auch schon auf Youtube gehört hatte, kein Wunder, dieser Song stammt eigentlich von Helgis aktuellem Album. Ein wunderschöner Abschluss.
Fazit:
Einmal mehr erliege ich dem Zauber der wunderbaren Musik. Mal laut und experimentell, mal leise, traurig, verletzt, stark, hoffnungsvoll, aber immer wunderschön und meist tiefgehend. Nicht umsonst ist ihre Deutschlandtour vielerorts ausverkauft (Hamburg und Köln sogar die Zusatzkonzerte voll besetzt) Ich freue mich sie am 18.10. in Wien endlich live erleben zu dürfen, und als Vorgruppe sogar noch Helgi Jonnson, der James Blunt mit links in den Schatten stellt, nur ebenfalls nicht so wirklich bekannt ist. Dass man aber nicht immer in den Hitparaden auftauchen muss (zumindest ausserhalb von Dänemark in ihrem Fall) und trotzdem erfolgreich Musik machen kann zeigt einmal mehr ihre Saalauslastung auf der diesjährigen Tour. Erst dachte ich diese CD kann mir nicht mehr viel bieten, 5-6 neue Songs, ok, der Rest aufgewärmte Klassiker, aber das stimmt zum Glück nicht. Die neu eingespielten, die unveröffentlichten Songs sind spitze, die 11 der 14 Songs auf der ersten Disk sind mir zwar wohlbekannt, aber mal ganz ehrlich wenn ich für 14 Euro 15 Songs die ich noch nie oder noch nie in der Form gehört hab bekomme, ist mir das auch egal.
Für Dico-Einsteiger äußerst empfehlenswert, für Fans ebenso, dank der zweiten CD und der Handvoll neuen Liedern. Ein rundum sorglos Paket also und ein Preis/Leistungsverhältnis zum niederknien, vielen Dank dafür, es geht auch mit nem Eigenlabel wenn man nicht nur Dollarzeichen in den Augen hat. Infos zur laufenden Tour und Videoclip + ein komplettes Konzert unter: www.tinadico.com (Tourdaten, Page derzeit im Redesign) www.youtube.com/tinadico (volles Konzert aus Mainz, viele Clips, und Backstage Vids) www.facebook.com/tinadico (immer auf dem neuesten Stand ;) Wettbewerbe, usw.) www.myspace.com/tinadico (ebenfalls Mp3s, Bilder, Tourdaten, etc.)
...und ja, für jemanden der dermaßen gute, ehrliche Musik zu so fairen Preis macht, auch die Konzertkarte in Wien für 16 Euro ist wohl mehr als Value for Money, macht man gerne solche Besprechungen.
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08.10.2010 18:36
BH
29.09.2010 08:24
scheint eine Ausnahmekünstlerin für Dich zu sein, klingt vielversprechend;-)
27.09.2010 18:38
sehr einfühlsam beschrieben. BH