BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB: Wer hier an bierbäuchige Harley-Fahrer mit speckigen Westen und fettigen langen Haaren denkt, dem sei gesagt: Keine Sorge, die drei Jungs aus San Francisco sind beileibe weitaus sympathischere Zeitgenossen (nichts gegen Motorradrocker).
Es heißt, dass sich die ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von McCoize über Whatever Happened to My Rock N Roll - Black Rebel Motorcycle Club(Maxi-CD) 23.11.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB: Wer hier an bierbäuchige Harley-Fahrer mit speckigen Westen und fettigen langen Haaren denkt, dem sei gesagt: Keine Sorge, die drei Jungs aus San Francisco sind beileibe weitaus sympathischere Zeitgenossen (nichts gegen Motorradrocker).
Es heißt, dass sich die Mitglieder Robert Turner (Bass & Gesang), Peter Hayes (Gitarre & Gesang) und Nick Jago (Schlagzeug) im Jahre 1998 in San Francisco zusammenfanden, um gemeinsam eine Band zu gründen. Nachdem der hiesige Musikmarkt im Sturm erobert wurde, macht man(n) sich auf, um im "benachbarten" Los Angeles Fuß zu fassen. Auch dort wurde die Musik der Gruppe durchaus begeistert aufgenommen und schon bald standen die Bosse diverser Plattenfirmen Verträge-schwenkend im Publikum, um ja die ersten zu sein, die die Jungs unter ihre Obhut bringen könnten. Virgin Music machte schließlich im Jahr 2000 das Rennen und man verzog sich ins Studio, um ein Jahr später das selbst-betitelte Debütalbum herauszubringen.
Die Single WHATEVER HAPPENED TO MY ROCK N ROLL ist nun eine der ersten Singles, die die Band veröffentlichte. Sie erschien, soweit meine Recherchen der Wahrheit entsprechen, im Dezember 2002. Dementsprechend ist die CD heutzutage auch fast nur noch gebraucht ab einem PREIS von ca. 5,99 Euro zu erhalten. Ob sich der Kauf lohnt? Dazu gleich mehr.
Dem COVER möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter widmen. Von Ciao wurde im oberen Bereich ein Foto ebendieses eingestellt, welches sicher nicht näher von mir beschrieben werden muss. Eine kleine Anmerkung habe jedoch noch: bei dieser CD-Hüle handelt es um ein Paper Sleeve - bei nicht-gefallen also praktischerweise in den Papiermüll zu werfen.
INHALTlich hat die Band hier eine sehr interessante Mischung von Songs zusammengestellt: einen klassischen Rock'n'Roll-Song, ein psychedelisch-angehauchtes Live-Stück und eine Akustikaufnahme.
WHATEVER HAPPENED TO MY ROCK N ROLL (Punk Song)
Ein Musikjournalist bezeichnete den ersten Eindruck des Hörens dieses Songs einmal folgendermaßen: Geil. Lauter. Bier. Nun gut, ganz so platt würde ich das dann doch nicht ausdrücken, aber eines ist klar, bei diesem Song muss es sich ganz offensichtlich um einen ordentlichen Rock'n'Roll-Reißer halten, der jede Party in Gang kriegt. Mein erster Eindruck äußerte sich nun hingegen in großem Staunen. Für mich persönlich hat die Band hier einen ultimativen Song geschrieben. Einen Song der das Rock'n'Roll-Gefühl nicht besser beschreiben kann. Mit "1, 2, 3, 4" wird das Stück eingezählt, um dann sofort in lautem und schnellem Gitarrenspiel hervorzubrechen. Wie bei vielen anderen Songs dieses Genres wird sich auch hier einer simplen Melodie bedient, äußerst positiv, wie ich finde. Förmlich von den Stühlen reißend präsentiert sich der Einklang Gesang und Musik. Wenn hier…
You want a part of me You want the whole thing You want to feel something more than I could ever bring You want it badly You want it tangled I want to feel something more than I was strangled
…intoniert wird, geht das unter die Haut und in die äußerste Spitze des kleinen Zehs. Schrammelnd und schnaubend rast man durch die Strophen, um dann im Refrain erneut noch eine Stufe höher zu klettern und dem Rock'n'Roll eine derartige Kraft zu verleihen, dass es nur so kracht. Auf quietschende Akkorde wird natürlich auch nicht verzichtet, was wäre so ein Song schließlich ohne schöne Verzerrungen? Die Band versteht es wirklich unglaublich gut, ein Gefühl des Ausbrechens zu erzeugen und auch den müdesten Partygänger in Pogo-Stimmung zu versetzen.
RIFLES (BBC Live At Glastonbury 2002)
Bei dem zweiten Stück dieser Maxi-CD handelt es sich ebenfalls um einen Song des ersten Albums. Ich habe ja immer so meine Probleme mit CD-Live-Aufnahmen, verlieren die Songs doch unheimlich an Wärme und Ausstrahlung, und schon so manches Mal wurde ich in dieser Hinsicht bitter enttäuscht. Auch RIFLES muss einige wenige Abschläge machen. Beginnend mit einer Art Mantra-Chant von Robert und Peter, gehen die Synthesizer-Elemente am Anfang des Stücks leider etwas unter. Schade, wie ich finde. Dafür wird trotzdem ein recht tolles Gänsehautgefühl erzeugt, wenn die ersten Gitarrentöne erklingen und man in die schleppende Melodie des Songs eintaucht. Unheimlich, teilweise bedrohlich, aber auch zerbrechlich und irgendwie melancholisch, so werden die verschiedenen Stimmungen miteinander vermischt. Heraus kommt dann ein psychedelisch-anmutender Rocksong, der von einer gewissen Sanftheit geprägt ist. Bedächtig, jedoch an manchen Stellen mit einer angenehmen, nicht zu übertriebenen Leidenschaft werden die Zeilen gesungen und immer wieder keimt eine unterschwellige Bedrücktheit auf. Nun ja, an die Originalaufnahme dieses Songs kommt die Live-Version nun nicht unbedingt heran, jedoch finde ich, dass der Hörer zumindest einen sehr guten Einblick in die großartigen Live-Qualitäten der Band erhält. Am Rande: Ich habe die Gruppe vor Kurzem live erleben dürfen und es war absolut fantastisch.
SHUFFLE YOUR FEET (XFM-Akkustik-Session)
Zum Schluss gibt es dann noch eine kleine Rarität (aus dem heutigen Blickwinkel betrachtet) auf dieser Single. Die B-Seite SHUFFLE YOUR FEET ist nämlich auch der Opener des in diesem Jahr erschienenen Albums "HOWL". Nun muss ich zur Erklärung sagen, dass das neue Album sehr country-lastig gehalten ist, während die beiden Vorgänger fast ausschließlich reine Rock'n'Roll-Alben waren. Wenn man so will, kann man die 2002-Version von "Shuffle your feet" also im Grunde als eine Art Ausblick auf die zukünftige Musik der Band betrachten. Wie erwartet, ist dieser Song daher auch um Einiges anders, als die beiden anderen Tracks. Dies geschieht zum einen natürlich durch die Wahl der Instrumente, Akustikgitarren, und zum anderen auch durch den Text, der schon hier in die Country- und Gospelecke rutscht.
Time won't save our souls Time won't save our souls Time won't save my soul...no
…wird da im Chor gesungen und ja, schon in diesem Augeblick gehen einem diese Zeilen unter die Haut. Es sind auch diese Zeilen, die den Refrain bilden und einen wundervollen Südstaaten-Flair zaubern. Nun gut, das mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber ich muss gestehen, dass mich der Song unheimlich begeistert - und ich mag Countrymusik im Allgemeinen eigentlich so rein gar nicht hören. Wenn hier jedoch die Gitarren aufjaulen, die Band zusammen im Chor einen auf harmonische Sangesbrüder macht, möchte man einfach nur noch aufstehen, mit dem Fuß auftippen und begeistert im Takt mitklatschen (die ganz Leidenschaftlichen können ja noch eine eigene Linedance-Performance hinlegen). Alles in allem sicherlich ein etwas befremdlicher Song (beim ersten Hören), der im Laufe der Zeit jedoch immer mehr Gefallen finden wird.
Mein FAZIT? Wie bereits erwähnt, finde ich die Zusammenstellung auf dieser Maxi-CD wirklich toll. Man bekommt einen durchaus interessanten Einblick in das unterschiedliche musikalische Schaffen der Band und das mit drei wirklich großartigen Songs. Da wird es sicherlich auch Niemanden weiter überraschen, wenn ich dieser CD nun abschließend die vollen FÜNF STERNE gebe.
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