Mit einem ähnlichen Stoßgebet von mir begann dieses geniale Konzert, aber alles der Reihe nach.
Das Konzert fand in der Columbiahalle in Berlin statt. Diese Räumlichkeit ist in der Hauptstadt schon fast ein Geheimtip, garantiert sie doch schon sowas wie eine intime Atmosphäre, weil sie relativ ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Beatfreak über Within Temptation "The Silent Force" Tour 15.02.2005
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nie langweilig
Pro:
geniale Musik, gute Show
Kontra:
hört irgendwann auf
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Mit einem ähnlichen Stoßgebet von mir begann dieses geniale Konzert, aber alles der Reihe nach.
Das Konzert fand in der Columbiahalle in Berlin statt. Diese Räumlichkeit ist in der Hauptstadt schon fast ein Geheimtip, garantiert sie doch schon sowas wie eine intime Atmosphäre, weil sie relativ klein ist. So gelang es mir auch ohne große Schwierigkeiten, mich einige Reihen direkt vor der Bühne zu platzieren. Das Wetter war schon fast der richtige Auftakt für ein Konzert solcher Art. Orkanartige Böen fegten über die Stadt, Regen ergoß sich über die ersten hartnäckigen Fans, die vor der Halle ausharrten, um ganz vorne stehen zu können.
Für lustige Abwechslung sorgte während des Wartens immer wieder ein brüllender Peter-Maffay-Verschnitt, der den Namen seiner (vermutlich) Freundin rief. Alle waren amüsiert, aber als dann herauskam, dass sie am anderen Ende der wartenden Massen stand, und er über die wartende Menge hinwegbrüllte, dass er die Eintrittskarte benötigte, brach großes Gelächter aus, denn an ein Durchkommen war nicht mehr zu denken.
Die Vorband ========== Nun gut, ich war also drin angekommen. Wie es immer bei Konzerten ist, gibt es sowas wie eine akustische Vorspeise, auch Vorband genannt. In diesem Fall war es eine Band, die nach meinen Recherchen „Autumn“ hieß. Ihre Art der Musik lehnte sich an klassische Muster der Metalmusik an, wobei gerade die Gitarristen aus kontrolliert biologischen Metalanbau zu stammen schienen. Die Stimme der Sängerin war anfänglich gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn man sich gedanklich schon auf Sharons Stimme eingestellt hatte. Die war sehr kraftvoll und relativ hart, eher etwas für den klassischen Rock. Allerdings mußte man ihr eines lassen: Sie konnte sich sehr gut zur Musik bewegen, und mit der Zeit gewöhnte ich mich auch an diese und fand sie dann ziemlich gut.
Das Konzert ========= Nach ca. 45 Minuten war es dann mit der Vorband vorbei, und das eigentliche WT-Konzert stand ins Haus. Nun, die Band ließ ihre Fans eine ganze Weile warten, bis schon ungeduldige Pfiffe die Halle erfüllten. Aber das Warten hatte sich gelohnt: Wie zu erwarten begann das Konzert mit dem Intro des Albums „the Silent Force“ (Bericht), monumental und beeindruckend. Doch anschließend wurde meine Stimmung auch gleich etwas gedämpft: Das Intro war nicht live gesungen, ebensowenig „See who I am“. Ich dachte schon „na toll, vor so wenig Leuten lohnt es sich wohl nicht, live zu singen“, aber alle weiteren Songs waren glücklicherweise komplett live. Bemerkenswert waren die Ausdauer der Musiker wie auch von Sharon. Obwohl alle so langsam aber sicher auf der Bühne dahinschmolzen, wirkte das sich keinesfalls auf die Qualität der Darbietungen aus. Allerdings zeigten sich die Berliner Fans auch von einer Seite, von der Berliner Fans selten so zusehen sind: Sie gingen total mit, machten Party ohne Ende, steckten die anderen mit an. Das machte offensichtlich auch der Band viel Spaß, denn um Zugaben mußte nicht lange gebeten werden. Gut, vor der ersten zierten sie sich ein wenig, was sicher zur Show gehörte. Alle anderen kamen aber schnell und bereitwillig. Eines sollte man einigen Fans allerdings noch beibringen: Wie man im Takt klatscht und hopst. Vor mir wedelte ein junges Mädel absolut mitgerissen aber völlig außer Takt ihre Teufelsgrüße in die Luft, dass mich das total irritierte. Ich mußte mich zwingen, über sie hinwegzuschauen, weil sie mich sonst selbst so außer Takt brachte und ich diversen Leuten auf die Füße trat.
Wie ist es nun, wenn Sharon live singt? Nun, ich habe viele Meinungen dazu gehört, aber endlich konnte ich mir ein eigenes Bild machen: Es ist genial, sie kann es einfach! Sicher, jede Menge Technik steckte mit drin, um die Stimme geschmeidiger zu machen, aber dennoch war klar die Professionalität zu hören, die im Vergleich zu früheren Konzerten absolut zugenommen hatte. Sie hat offensichtlich sehr daran gearbeitet. Über die Gitarristen brauche ich wohl nicht viele Worte verlieren. Absolut virtuos beherrschen sie ihre Instrumente, ohne jeden Kompromiss, und mein Lieblingsgitarrist Robert ließ es sich natürlich nicht nehmen, gelegentlich sein „zartes Stimmchen“ zu erheben. Wie zu erwarten ließ er es sich auch nicht nehmen, ein wenig rumzublödeln, was ihn einfach sympathisch macht: Als er mit einem großen Blumenstrauß die Bühne verließ, sang er kurz „vielen Dank für die Blumen“, was zwar nicht besonderen künstlerischen Wert hat, jedoch absolut drollig war.
Was wurde gespielt? Ein Großteil des Albums „the silent force“ (siehe Bericht). Speziell bei den Zugaben gab es aber auch noch Klassiker von früheren Touren. So dürfte natürlich „Mother Earth“ und „Icequeen“ nicht fehlen, und wir, die Fans, gaben ihnen Recht: Nein, die dürften nicht fehlen. :o) Ich pesönlich hätte mir auch noch „the dance“ gewünscht, aber alles kann man eben nicht haben.
Die Bühne ======== Was die Gestaltung der Bühne anging, so war diese anfänglich nicht überragend. Da aber WT wieder mit fester Bühnendeko, wie auch schon bei Mother Earth, auf Tour geht, so waren auch diesmal fantasievoll gestaltete Bühneninhalte vorhanden. Zwei große, von unten angeleuchtete Engelsstatuen säumten die Ränder während auf einer riesigen Leinwand passend zum jeweiligen Song filmische Untermalungen liefen. Der Einsatz von Beleuchtungseffekten war sparsam, jedoch sehr wirkungsvoll. So spielten die Gitarristen teilweise auf von innen nach oben erleuchteten Podesten, manchmal sogar durch Stroboblitze erhellt. Das wirkte extrem genial und animierte geradezu zum Mitgehen!
Fazit ==== Ich hoffe, dass es nicht das letzte Gastspiel von WT in Berlin war, haben die Fans doch bewiesen, dass auch Berliner Party machen können, ohne dabei in punktypische Gewaltverhaltensweisen abzudriften, was nach Insidergerüchten wohl mit ein Grund ist, warum Gothicbands relativ selten in Berlin auftreten. Das Konzert war der Wahnsinn überhaupt, und ich kann jedem, der sich für solche Musik interessiert, nur empfehlen, diese Tour zu besuchen. Sie lohnt sich absolut!
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