Erfahrungsbericht über

World of Glass - Tristania

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung World of Glass - Tristania

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World of Tristania

5  30.10.2002

Pro:
Riesige Vielfalt

Kontra:
negatives?

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Häufigkeit der Nutzung

Dieser Tonträger ist:

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Über sich: Im Moment ziemlich Land unter

Mitglied seit:19.10.2002

Erfahrungsberichte:195

Vertrauende:90

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

+++ TRISTANIA *** WORLD OF GLASS +++

Nach dem letzten Album “Beyond the veil” trennten sich ja bekanntlich die Wege von Morten Veland und Tristania, die Gründe für diese Entwicklung möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht näher ausführen. Einige Mitmenschen sahen nach diesem Schritt schon das Ende der Band voraus, womit sie allerdings nicht recht behalten sollten. Letzten Winter war es dann so weit: „World of glass“ wurde veröffentlicht und von besagten Personen auch sofort mehr als kritisch unter die Lupe genommen. Bei vielen fiel die Begründung für den Veriss aber auch etwas knapp aus, oder fehlte eben gleich ganz. Das lag wohl vor allem daran, dass sie dem Album von vornherein keine Chance gaben, da ja Morten nicht beteiligt war. Wenn man sich das Werk allerdings von einem neutralen Standpunkt aus betrachtet, stellt man fest, dass Tristania auch ohne Morten ganz gut zurecht kommen.

In der Bandbesetzung änderte sich außer dem Ausstieg Velands nichts mehr, so dass Tristania nun eben nur noch ein Quintett sind :

Vibeke Stene – Gesang
Einar Moen – Synth & Programming
Kenneth Olsson – Drums
Anders H. Hidle – Gitarren
Rune Østerhus – Bass

Da Tristania ohne Gekreische, Geigen und Chor aber nun Mal eben nicht Tristania wären, holte man sich für die neue Produktion wieder einige Gastmusiker mit ins Boot:

Ronny Thorsen von „Trail of tears“ ersetzt Morten beim Gesang ,
Østen BergØy und Jan Kenneth Barkved übernehmen wie beim Vorgänger die cleanen Vocals und
Pete Johansen spielt wieder die Geige.

Im Chor sind dieses Mal folgende Personen vertreten:

Vibeke Stene, Sandrine Lachapelle, Emilie Lesbros, Johanna Giraud, Damien Surian und Hubert Piazolla, also einige Namen, die auch aus Sirenias (Velands neue Band) Debütalbum bekannt sind.

Normalerweis sind auf „World of glass“ neun Titel enthalten, es gibt jedoch auch eine Limited Edition mit einem Bonustrack. Die Titel sind:

THE SHINING PATH 6:46
Gleich zu Beginn ertönt ein bombastischer Chor, untermalt mit schnellen Gitarrenriffs und einem starken und vor allem schnellen Schlagzeug. Nach diesem wuchtigen Beginn kommt man in den Genuss der engelsgleichen Stimme Vibekes, allerdings immer noch recht voll instrumentiert. Nach Vibeke darf dann auch Ronny zeigen was er draufhat. Eingeleitet wird sein Part zwar noch mit unverständlichem Gemurmel, aber danach legt er richtig los und lässt keinen Zweifel an seinem Können aufkommen. Der folgende Männerchor wird dann wieder von etws Gegrunze abgelöst ehe sich Vibeke stimmlich in die Höhe schraubt. Nach nochmaligen Auftritten Ronnys und Vibekes läutet ein ruhiger Keybordabschnitt den Schlusschor ein.

WORMWOOD 5:56
Wieder bekommt man zu Beginn einen Chor, genauer gesagt einen Männerchor, zu hören, nur dieses Mal ohne Begleitung. Und hier kann ich dem Wishmaster nur recht geben, es handelt sich, zumindest textlich, um „In taberna quando sumus“ aus der Carmina Burana von Carl Orff. Mit einem kurzen Grunzton setzt eine wiederum wuchtige Begleitung ein und in den Chor steigen nun auch die weiblichen Stimmen mit ein. Anschließend folgt nun ein Duett mit einer klaren und einer verzerrten Stimme und schließlich dann auch wieder ein richtiger Gruntabschnitt. Nachdem der Titel nun schon einige Zeit läuft kommt nun auch unser Goldkehlchen Vibeke zum Einsatz, muss dann aber für einen weiteren Chor das Feld Räumen. Nach einer Wiederholung der Prozedur folgt ein Geigensolo und der Titel hört so auf wie er begonnen hat: Wieder ein Chor, der a capella ausklingt.

TENDER TRIP ON EARTH 5:18
Nach einigen unverständlichen Lyrics mit harter Gitarrenbegleitung, geht der Song in einen träumerischen Gesang einer klaren Männerstimme über, die von ein paar Keybord tönen umspült wird. Nach einer leichten Härtesteigerung, fällt diese wieder ab und man hört die glasklare Stimme Vibekes. Das Schema wird nun wiederholt und mündet in ein Duett Vibekes mit einer klaren Männerstimme, einfach göttlich.

LOST 6:03
Nach dem ruhigen Vorgänger kommt nun ein äußerst harter Song. Scharfe Gitarrenriffs und Gegrunze. Von Melodie ist hier zwar nicht mehr viel übrig, diese wird aber im anschließenden Chor schnell wiedergefunden. Nach den drei wirklich hervorragenden Anfangsstücken fällt Lost zwar ab, überzeugen kann es aber immer noch.

DEADLOCKED 5:56
Um keine Langeweile aufkommen zu lassen wechselt Tristania nun ins andere Extrem. Das balladeske Deadlocked beginnt mit einem ruhigen Keybordintro mit etwas Gesäusel im Hintergrund. Ein Violinensolo bildet dann den Übergang zur ersten Strophe, die, wie fast das ganze Lied, von Vibeke vorgetragen wird. Nur die zweite Strophe ist mit gehauchten Männerstimmen besetzt. Aber das absolute Highlight dieses Titels ist der Refrain. Ein wunderschöner Frauenchor mit einer recht eingängigen Melodie. Und um die Atmosphäre perfekt zu machen umspülen das Ganze dann noch dezente Keybordklänge.

SELLING OUT 6:19
Nach Deadlocked wird die Härte wieder etwas gesteigert. Ein melodisches Gitarrenintro eröffnet den Song und führt in eine von verzerrten Männervocals beherrschte Passage über. Die im Hintergrund spielende E-Gitarre wird daraufhin von einer Geige völlig verdrängt. Diese kann sich allerdings auch nicht lange halten und gibt den Platz für Vibeke frei. Die nun folgende Härtezunahme führt dann zum Einsatz von Ronny, der sich nun mit einer klaren Stimme im Wettbewerb um die Vorherrschaft befindet. Dieser steigert sich dann immer mehr, bis es plötzlich still ist und man nur noch eine leise Gitarre hört, die langsam verklingt.

HATRED GROWS 6:20
Weil wir es schon so lange nicht mehr hatten beginnt man hier wieder mit einem a capella Chor und einem Geigensolo. Wenn der Song dann seine Härte gefunden hat zeigt Vibeke mal wieder ihr können, wobei hier das Tempo mit der Zeit zunimmt. Nach dem gipfeln in einer weiteren Gruntpassage ebbt der Titel für kurze Zeit ab und erlaubt so das auftreten eines Chores. Nach weiterem Gegrunze lässt man nun wieder eine cleane Männerstimme ans Mikro, die dem Song einen gewissen Ausdruck verleiht. Das Ende bestreitet dann allerdings wieder ein monumentaler Chor.

WORLD OF GLASS 5:26
Langsam anziehende Gitarren, plötzlich einige schnelle Riffs und die Drums und schlussendlich ein Frauenchor, der wieder keine Wünsche offen lässt, der Anfang ist vielversprechend, wird aber leider von einem etwas langweiligen Männergesang abgelöst. Nach dieser Durststrecke zieht die Geschwindigkeit glücklicherweise wieder an und man bekommt ein Duett der selteneren Kategorie geboten: Ronny und der Chor. Nach einem weiteren Rückfall kann der Song seine Klasse aber halten und mündet in ein bombastisches Finale.

CRUSHED DREAMS 7:41
Zuerst denkt man vielleicht die CD hätte einen Macken, aber was man hier hört soll wohl so sein. Zwar singt Vibeke, aber diesesmal mit völlig verzerrter Stimme und auch die Violine klingt etwas schräg. Das übliche Gegrunze kommt dann jedoch wieder recht normal rüber, was man von den verschiedenen Chorpassagen jedoch nicht behaupten kann. Es gibt zwar einige interessante Einfälle, nur deren Umsetzung sagt mir nicht wirklich zu.

THE MODERN END 4:45
Dieser Bonustrack ist nicht auf allen CDs enthalten, was die Betroffenen allerdings verschmerzen können. Zwar kein schlechtes Lied, betrachtet man jedoch die anderen Titel dieser Scheibe, ist „Modern end“ eben nur Mittelmaß. Die Coverversion beginnt genauso wie „Crushed dreams“ etwas verzerrt mit der Stimme Vibekes. Diese wird aber immer klarer und steht auch deutlich im Vordergrund des Stückes, das sich im sehr langsamen Bereich wiederfindet. Gegen Ende wird dieser melancholische Titel dann immer besser und zeigt deutlich, für all diejenigen die es immer noch nicht gemerkt haben, was Vibeke stimmlich drauf hat.

COVER
Die CD wird im passenden Kartonschieber geliefert und ist in Blautönen gehalten. Im linken oberen Eck steht der Name des Albums sowie Tristania, beides in modern anmutender Schrift (passt zur Musik). Auf dem restlichen Cover ist Vibeke (ich gehe zumindest davon aus) zu sehen. Im Booklet finden sich dann noch die Texte zu den Titeln, sieht man einmal vom Bonustrack ab.

FAZIT
Mit „World of glass“ haben sich Tristania auf beeindruckende Weise zurückgemeldet und zeigen überdeutlich, dass sie nicht von Morten Veland abhängig waren. Diese Tatsache dann zeigt auch, was die restlichen fünf auf dem Kasten haben, denn dass Veland großes Talent besitzt kann man ihm nicht absprechen.
Auf jeden Fall haben Tristania ein Gothic-Album der Extraklasse abgeliefert. Die klassischen Elemente wurden noch verstärkt und perfekt ins Gesamtbild eingefügt. Das Ergebnis ist eine abwechslungsreiche Platte mit wuchtigen Chören, ob nun eher weltlich oder sakral angehaucht, verschiedensten Stimmauslegungen und vielen erstklassigen Melodien, dies hat dann auch zur Folge, dass man noch nach dem x-ten hören neue Feinheiten entdeckt. Wem die Scheibe nicht auf Anhieb zusagt, der sollte ihr auf jeden Fall noch eine zweite oder dritte Chance geben, manche Lieder zünden nämlich nicht unbedingt aufs erste Mal, brennen dafür aber um so länger. Fehlt eigentlich nur noch mein abschließendes Urteil: Unbedingt kaufen! (oder wenigstens reinhören)

Bis demnächst, oder wie die Band sagen würde:

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LESEZEICHENFEE

LESEZEICHENFEE

16.06.2011 23:26

Genau, du schreibst über zu viel Technik, daher ist das nur ein knappes sh. ;-) Und ich kenne eh nur Abba. :-)

logan

logan

16.07.2004 21:27

mit orff geht man auf nummer sicher. das artwork erinnert mich an riefenstahl. der bericht ist wirklich gut, aber teilweise tritt die eigene meinung und stimmungsbeschreibung hinter den aufgzählungen, aufbau/stil/arrangements-beschreibungen zurück. ich suche mal nach den frühwerken...

Moira79

Moira79

23.08.2003 01:10

und sequel brennt... und brennt... und wenn ich mich jetzt auf den "Inhalt der Meinung" beziehen soll, Wormwood natürlich auch *g* feurigen Gruß :)

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