Yamaha Arius YDP-141 C

Erfahrungsbericht über

Yamaha Arius YDP-141 C

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Yamaha Arius YDP-141 C

41 Angebote von EUR 729,00 bis EUR 849,00  

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Ein Digitalpiano für die ganze Familie - zum Üben und Genießen

4  01.10.2011 (13.10.2011)

Pro:
Guter  -  über Kopfhörer exzellenter  -  Flügelklang, MIDI, Halbpedalfunktion, Tastaturabdeckung

Kontra:
Einstellungen teilweise kaum ohne Handbuch mgl . , Design etwas langweilig, Tasten nicht sehr schwer

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Schwarzwaldluchs

Über sich:

Mitglied seit:28.12.2006

Erfahrungsberichte:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 25 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Entscheidungsfindung: Welches Instrument soll es sein?

Eigentlich sollte es ein portables Stage-Piano werden für die Kinder zu Üben, für den Sohn vielleicht mal zum Jammen mit Freunden oder auch mal für kleine Auftritte mit der Schulband oder in der Kirche. Und natürlich für meine Frau zum Spielen zu Hause. Außerdem war ich der Ansicht, dass ein Stage-Piano auch in einem modernen Wohnzimmer einfach cooler aussieht.

Das mag alles stimmen.

Doch dann kam die Vernunft ins Spiel, die Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnisses und die Erkenntnis, dass ein komplettes Instrument mit festem Gestell samt Pedalsatz, eingebauten Lautsprechern, herausziehbarer Tastaturabdeckung und Notenhalter vielleicht doch eine interessante Alternative sein könnte und eher zum spontanen Losspielen einlädt.

Was definitiv von Anfang an nicht in Frage kam waren Home-Keyboards mit tausend Automatiken, Rhythmusbegleitung, Displays und Lightshow. Selbst diejenigen unter diesen „Tischhupen“, welche eine gewichtete Tastatur besitzen, finde ich zu weit entfernt von einem „klassischen“ Musikinstrument.

Nach einiger Überlegung gaben schließlich folgende Faktoren den Ausschlag für das Yamaha Arius YDP-141:
  • Der überraschend gute Klang beim Anspielen im örtlichen Musikfachgeschäft (Piano-Fischer)
  • Das unschlagbare Paketangebot von eben diesem Fachgeschäft, das neben dem Instrument eine hochwertige Klavierbank und einen guten Sennheiser-Kopfhörer enthielt
  • Meine Präferenz für den typischen helleren, transparenteren Klang von Yamaha-Pianos nach Anhören einiger Instrumente verschiedener Hersteller
  • Die Tatsache, dass es sich um ein relativ neues Modell mit einem neuen, hochwertigen dreistufigen und entsprechend ausdrucksstarken Flügelsample handelt, das klanglich bei guter Raumakustik sogar über die eingebauten Lautsprecher überzeugt

Übrigens: Ein dreistufiges Sample bedeutet natürlich nicht, dass jeder Ton nur in drei Lautstärken zur Verfügung stünde: Natürlich lässt sich dieser beliebig fein dosieren wie bei einem richtigen Klavier. Dabei werden die Klänge je nach Anschlag nicht immer von der selben Aufzeichnung eines gesampelten akustischen Flügels erzeugt, sondern bei diesem wurde jede Taste mit drei unterschiedlichen Anschlagstärken aufgezeichnet und das YDP-141 verwendet je nach Anschlag die passenden Samples, damit es immer möglichst wie der echte Flügel klingt.
Einordnung in der Yamaha Digitalpiano-Familie
Das Arius YDP-141 ist ein aktuelles Einsteigermodell unter den stationären Digitalpianos von Yamaha. Vom etwas teureren Schwestermodell YDP-161 unterscheidet es sich durch:
  • Leichtere Tasten
  • Geringere Ausgangsleistung der eingebauten Lautsprecher (YDP-141: 2 x 6 W, YDP-161: 2 x 20 W)
  • Weniger Samples (YDP-141: 6; YDP-161: 10)

Das YDP-161 wiederum entspricht praktisch in allen Punkten dem kleinsten Modell aus der teureren "Clavinova"-Baureihe. Die "Arius"-Modelle haben allerdings ein nicht so massiv wirkendes Gehäuse wie die "Clavinovas" und es stehen nur zwei Farben zur Wahl.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich besitzen beide Arius Modelle eine vollwertige Tastatur mit 88 gewichteten, anschlagdynamischen Tasten und einen Dreifach-Pedalsatz mit variablem Dämpferpedal (Halbpedalfunktion).

Übrigens: Das "C" oder "R" hinter der eigentlichen Modellbezeichnung "YDP-141" steht für die helle Kirschholzausführung ("C" = Cherry) oder die dunkle Rosenholzvariante ("R" = Rosewood). Technisch sind beide Ausführungen gleich und der Bericht gilt daher für beide. Wir haben die dunkle Ausführung (YDP-141 R) gekauft.

Bedienung und Ausstattung

Nach Anheben und Zurückschieben der Klaviaturabdeckung ins Gehäuse sieht man nicht viel mehr als die 88 Tasten vor sich, am oberen Rand mit einem roten Filzstreifen als Anschlag versehen, der aussieht wie bei einem richtigen Klavier. Auch sonst ist das Erscheinungsbild sehr aufgeräumt und ähnelt mehr einem klassischen als einem elektronischen Instrument. Rechts von der Klaviatur befindet sich der Einschalter. Diesen hätte man meiner Meinung nach auch gleich mit der Tastaturabdeckung koppeln können, so dass man das Instrument nach dem Öffnen nicht mehr einschalten müsste, sondern sofort losspielen könnte wie bei einem richtigen Klavier.

Links von der Klaviatur sind ein paar wenige weitere Knöpfe zur Funktionsauswahl in Verbindung mit Tasten auf der Klaviatur, sowie separate Tasten für das Metronom und den 2-Spur-Recorder. Natürlich ist auch ein griffiger Lautstärke-Drehknopf vorhanden. Unter der Tastatur befinden sich zwei Kopfhörerbuchsen und im hinteren Bereich des Instruments der Netzteilanschluss und die MIDI In-/Out-Anschlüsse. Alle Schalter sind unauffällig in Gehäusefarbe (jedenfalls bei der dunklen Rosenholz-Variante) gehalten und stören keineswegs das optische Gesamtbild. Vorne links leuchtet eine kleine LED, die auch bei geschlossener Abdeckung erkennen lässt, ob das Instrument eingeschaltet ist.

Um das gewünschte Sample auszuwählen oder Parameter und Effekte wie Feinstimmung, Anschlagempfindlichkeit oder Hall auszuwählen, hält man die unauffällige "PIANO/VOICE"-Taste und drückt dann die entsprechende Taste auf der Tastatur für die jeweilige Funktion. Allerdings muss man dazu auswendig wissen, welche Taste mit welcher Funktion belegt ist, oder man sollte die übersichtliche mitgelieferte Kurzanleitung zur Hand haben. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob nicht eins der Kinder beim Auswählen der Samples versehentlich die Stimmlage oder sonstige Parameter verstellt hat, setze ich das Gerät einfach auf die Grundeinstellung zurück. Dazu hält man beim Einschalten die ganz rechte Klaviertaste gedrückt und wartet ein paar Sekunden, bis zwei LEDs aufhören zu blinken.

Klänge - Auswahl und Qualität

Das YDP-161 verfügt über 6 Samples (Instrumente):
  • 2 Flügelklänge, beide klingen sehr gut
  • E-Piano im typischen Yamaha DX7-artigen Sound (mag ich sehr)
  • Harpsichord
  • Kirchenorgel
  • Streicher

Alle Samples, besonders aber der Flügelklang, klingen ausgezeichnet, mit Ausnahme der Streicher. Diese sind nicht der Rede wert, außer in Kombination mit einem der anderen Klänge. Es lassen sich wenn gewünscht jederzeit zwei Klänge gemeinsam aktivieren, so dass man z.B. Piano mit Streichern unterlegen kann. Dabei fällt der nicht so prickelnde Klang der Streicher zum Glück weniger auf.

Neben dem Metronom und einem 2-Spur-Recorder, mit dem man sein eigenes Spiel aufzeichnen und begleiten kann, sind noch 50 Demo-Songs abrufbar (wahrscheinlich in erster Linie für Klangvorführungen in Elektronikmärkten gedacht, in denen keiner der Verkäufer Klavier spielen kann).

Die eingebauten Lautsprecher liefern trotz auf den ersten Blick geringer Leistung von 2 x 6 W einen durchaus raumfüllenden Klang, hören sich aber trotzdem vergleichsweise dünn an, wenn man das Instrument mal über Kopfhörer gespielt hat. Dabei zeigt es seine wahre Stärke: Mit einem guten Kopfhörer hört es sich unglaublich realistisch an, so als säße man an einem echten Flügel. Natürlich könnte man es über die Kopfhörerausgänge auch an die HiFi-Anlage anschließen; das habe ich aber selbst noch nicht ausprobiert.

Wer hauptsächlich über die eingebauten Lautsprecher spielen möchte, sollte den Klang vor dem Kauf mit dem YDP-161 oder einem Instrument der Clavinova-Baureihe vergleichen. Je nach Raumakustik klingt das YDP-141 aber durchaus auch mit den eingebauten Lautsprechern sehr passabel.

Klaviatur und MIDI-Interface

Das beste Piano nützt wenig ohne realistisches Spielgefühl. Hier ist die Klaviatur des YDP-141 ein Kompromiss. Die Tasten reagieren feinfühlig, sind je nach Tonhöhe unterschiedlich gewichtet ("Graded Hammer Standard" Mechanik) und es lässt sich sehr betont und ausdrucksstark darauf spielen. Allerdings sind die Tasten deutlich leichter als bei einem echten Klavier. Wer beides spielt, muss sich ein wenig umstellen. Wer lieber schwere Tasten mag, sollte daher eventuell zum Modell YDP-161 oder zu einem entsprechenden Clavinova greifen.

Einen Vorteil hat jedoch eine leichtere Tastatur: Man kann das Gerät über das MIDI-Interface mit einem handelsüblichen USB-Adapter gut als Masterkeyboard benutzen und beim Einspielen von Synthesizer-Klängen oder Percussions sind leichtere Tasten in vielen Fällen besser. Über das MIDI-Interface lässt sich natürlich auch Software zum computergestützten Klavierlernen wie z.B. GarageBand einwandfrei verwenden. Ein Notebook lässt sich sehr gut auf dem heruntergeklappten Notenhalter ablegen.

Gehäuse und Verarbeitung

Das Gehäuse aus furnierten MDF-Platten erscheint ordentlich gefertigt und ausreichend stabil. Dass eine zusätzliche einstellbare Stütze unter den Pedalen vorhanden ist, vermittelt allerdings nicht den Eindruck höchster Stabilität. Als eher langweilig empfinde ich das Design. Bei manchem Mitbewerber, z.B. bei Kawai, wird sicherlich mehr für's Auge geboten. Allerdings sieht das YDP-141 in einem normalen Wohnzimmer trotzdem sehr gefällig aus. Bei uns steht es diagonal in einer Zimmerecke. Mit einer einfachen schwarzen IKEA-Leuchte und einem Notenheft bietet es einen sehr schönen Anblick. Lediglich die alufarbene Leiste vorn an der Tastaturabdeckung ist Geschmackssache, ebenso wie die chromglänzenden Pedale. Man gewöhnt sich aber gut daran. Will man diese Elemente in Messingfarbe haben und wünscht sich ein eleganter verarbeitetes Gehäuse mit hochwertigerem Furnier oder einer anderen Farbe als dunkles Rosen- oder helles Kirschholz, dann sollte man ein Modell der Clavinova-Serie in Betracht ziehen.

Unser YDP-141 wurde in Indonesien hergestellt.

Wo kaufen?

Im gut sortierten Musikfachgeschäft kann man in Ruhe probespielen und vergleichen. Darauf sollte man in keinem Fall verzichten.

Reine Elektronikversender dürfen so weit ich gehört habe nur die Arius-Modelle verkaufen, während man im Musikfachhandel beide Modellreihen bekommt und der Preis ist dort - wie in unserem Fall - oft sogar günstiger. Die in der Aktion von Piano Fischer mitgelieferte höhenverstellbare Klavierbank aus Holz und der Sennheiser Kopfhörer sind keine Billigprodukte, sondern hochwertige und gute Markenartikel. Der Preis für das Gesamtpaket war nicht teurer als bei den Versendern, mit denen ich verglichen habe, und bei denen man die Qualität des beigepackten Zubehörs oft schwer beurteilen kann. Anspielen und Anschauen lohnt sich also.

Unser Musikfachgeschäft lädt darüber hinaus von Zeit zu Zeit zu sehr schönen und sogar kostenlosen Hauskonzerten ein. Den Vorteil eines guten Service vor Ort sollte man ebenfalls nicht außer Acht lassen. So macht Musikinstrumentenkauf Freude.

Empfehlung

Das YDP-141 ist ein klanglich sehr leistungsfähiges Digitalpiano der Einstiegsklasse mit minimalistischem, klassischem Erscheinungsbild.

Für alle, die ein preisgünstiges und insbesondere bei Kopfhörerbetrieb sehr gut klingendes Übungs-Piano suchen ist es sehr empfehlenswert und es eignet sich auch gut für die Verwendung mit MIDI-Software. Für gemeinsames Musizieren zu Hause bietet es einen guten Klang und ausreichende Ausgangsleistung. Allerdings besitzen die nächsthöheren Modelle bessere eingebaute Lautsprecher mit mehr Ausgangsleistung.

Bewusst sollte man sich natürlich darüber sein, dass es sich hier um ein Digitalpiano handelt: Der Zweck ist ganz klar das Klavierspielen. Wer vielerlei Klang- und Automatikfunktionen bevorzugt, kauft sich eher ein Keyboard oder einen Synthesizer.

Wie erwähnt werden sich "Hardcore-Pianisten" vor allem schwerere Tasten wünschen und deshalb eher zum nächstteureren Modell YDP-161 aufwärts oder gar zu einem akustischen Klavier oder Flügel mit all seinen zusätzlichen Vorteilen greifen. Man kann aber das, was man auf dem YDP-141 gelernt hat, mit ein wenig Umgewöhnung problemlos auf jedem akustischen oder anderen digitalen Piano spielen.

Die größte Stärke des YDP-141 ist für mich der gebotene realistische Klavierklang für relativ kleines Geld. Wir sind sehr zufrieden.



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mitverstand

mitverstand

06.10.2011 03:42

Dazu noch ein schönes Foto und alles wäre perfekt :D SH! LG :]

FramusDiablo

FramusDiablo

01.10.2011 08:57

toller Bericht.. sh und lg.

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