Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
leicht, toller Klang, wunderbare Tastatur, Spitzenpreis |
| Kontra: |
nicht bekannt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Seit ein paar Monaten besitze ich das P-80 von Yamaha.
Zeit und Erfahrung genug, Bericht zu erstatten.
Vorab
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Wie viele andere vor und nach mir durfte ich im zarten Jünglingsalter eine wohl als Standard im beamtisch geprägten Bildungsbürgertum anzusehende Klavierausbildung genießen.
Will sagen: Ich hatte etwa 10 Jahre lang Unterricht, stets klassisch – das heißt streng nach Noten und von Komponisten erdacht, die seit mindestens 70 Jahren tot waren – und höchstwahrscheinlich beitragend zur Dauerfrustration, überhöhtem Alkoholkonsum und regelmäßigem Ehebruch auf Seiten meines Klavierlehrers. Denn ich war zwar faul, aber gerade nicht faul genug, um es ganz bleiben zu lassen.
Überdies zu erwähnen ist, daß ich stets auf mittelmäßigem akustischem Material zu Hause war. Anfangs war dies ein schlechtes Klavier ("upright piano", wie man heute sagen würde), das jedoch den großen Vorzug hatte, in Lila lackiert zu sein und anstelle einer Sperrholzwand, auf die der Pianist zu blicken hatte, eine getönte Glasscheibe zu besitzen. Für das Kind, das ich damals noch war, ein unvergleichliches Vergnügen, weil man dem Spiel der Hämmer und Filze somit fasziniert folgen konnte, während man ein ums andere Mal daneben griff. Der Optik tat das keinen Abbruch.
Der dann folgende Flügel war zwar wesentlich schwerer – und somit nur über den Umweg der Gartentreppe ins elterliche Wohnzimmer zu befördern -, klanglich aber ebenfalls nicht besonders ansprechend.
Als ich schließlich – nun gut 17 Jahre her – dem Gesetz zu folge das Jugendalter hinter mir ließ, um fortan als erwachsen zu firmieren, da kündigte ich meinen Unterricht, schloß meine Schulausbildung ab und zog ins 650 km entfernte Berlin, zwecks Aufnahme eines Studiums.
Es wird niemanden verwundern, daß ich seither – das heißt seit fast 18 Jahren - aus einer Vielzahl von Gründen musikinstrumentenlos blieb:
º Zunächst war die Motivation gering. 10 Jahre erschienen mir lange als genug.
º Dann fehlte das Geld. Welcher Student kann sich schon ein Klavier leisten, wenn er dem beamtisch geprägten Bildungsbürgertum entstammt (s.o.)? Zumal sich der Faktor Kohle gliedert in
º Anschaffung
º alle sechs Monate Stimmung
(mindestens aber einmal jährlich)
º Transport bei jedem Umzug
(im meinem besten Jahr 1994
hatte ich dieses Vergnügen vier Mal!)
º Berliner Studenten leben in Mietwohnungen und also umgeben von einer Großzahl nicht unbedingt wohlmeinender Hausgenossen, die – vor allem in den von mir bevorzugten Gegenden des früheren Arbeitermilieus (inzwischen umbenannt in Arbeitslosenmilieus) – meist keine 10 Jahre Klavier gespielt haben, und denen es darum oft an Verständnis für das musikalische Ausdrucksbedürfnis der Nachbarschaft mangelt. Zumal spät abends, wenn man als Student und später beruflich Engagierter schließlich dazu käme, zu spielen.
Erstaunlich nun, daß sich "in mir" seit etwa 5 Jahren ein immer mehr verstärktes Bedürfnis entwickelt hat, wieder in die Tasten greifen zu können. Das zwischenzeitlich erfolgte Erlernen des vollständigen Vermögens, die Tastatur meines Computers 10-fingrig zu bedienen, hat daran nicht viel ändern können.
Inzwischen hatte sich mein Bedürfnis zu einer Art Sehnsucht gesteigert, ohne daß sich an den schon 1984 festgestellten übrigen Gründen der Abneigung – Geld und Lärmbelästigung – wesentliches geändert hätte.
Naturgemäß verfüge ich heutzutage über etwas großzügigere finanzielle Gestaltungsspielräume als zu Zeiten, in denen ich meine regelmäßigen Heimfahrten per Anhalter über die Transitstrecke abwickeln durfte, aber in gleicher Weise sind meine Ansprüche gestiegen. Ein ordentlicher Flügel erfordert A eine entsprechend großzügig geschnittene Wohnung – um nicht gleich von Haus zu sprechen – und B ein finanzielles Polster mindestens in Höhe eines guten Mittelklassewagens, ist also unerschwinglich.
So kam ich zu meinem P-80.
Was ist ein E-Piano in meinen Augen (und Ohren)?
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Typischerweise herrscht heutzutage (zumindest in den von mir frequentierten Kreisen) weiterhin und hartnäckig das Vorurteil, daß wer Klavier spielt, ein Klavier spielt. Um es verständlicher auszudrücken: Wer des Klavierspielens mächtig ist und es weiterhin ausüben möchte, der wird ein Klavier oder einen Flügel besitzen wollen – in jedem Fall ein akustisches Instrument.
Wer hingegen ein elektronisches Gerät kauft, der muß damit andere Ziele verbinden, die sich zum Beispiel in MIDI-Schnittstellen und 24 unterschiedlichen Klängen (den berüchtigten Streichersamples beispielsweise) ausdrücken.
Ich hatte viel einfacheres vor.
Und – so geht es mir wahrscheinlich nicht allein – ich glaube, daß es ganz vielen Anderen genauso geht.
Nämlich: Ich wollte A ein Klavier, daß
- relativ leicht transportabel ist,
- geringe Kosten verursacht,
- kein Lärm macht (der Nachbarn und meiner Frau wegen).
(Soviel zu den Vorteilen, die ich mir speziell von einem elektronischen Piano versprach.)
Aber dann wollte ich natürlich auf keinen der von einem akustischen Piano gewohnten Vorteile verzichten – das sind ganz simpel:
- Möglichst guter Klang
- Möglichst guter Anschlag
Alles Andere war mir von vornherein reiner Luxus. Denn warum zwingend mehr von einem E-Piano verlangen, wenn es mir bereits die oben erwähnten drei wesentlichen Vorteile gegenüber dem akustischen Klavier bringt? – zumal der günstige Preis einer der Vorteile ist?
Warum also die Entscheidung für das P-80?
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Ich bin überhaupt kein guter "Freihänder". Das hatte ich oben ja bereits mit Hinweis auf meine "klassische" Ausbildung erwähnt. Also bin ich in den E-Pianoladen meiner Wahl marschiert und habe dort, mit Kopfhörer bewehrt, vier verschiedene Instrumente mit den mir noch vertrauten C-DUR-Tonleitern traktiert. Immer hin und her. So konnte ich das, was mir am wichtigsten war – den sie kosteten alle ca. Euro 1.000, waren recht leicht und konnten für den Nachbarn lautlos spielen -, also die oben erwähnten Aspekte Klang und Anschlag so lange evaluieren, bis ich mir *ganz* sicher war, welches der Instrumente das Beste war.
Es waren *nicht* die Instrumente von
Fragt mich bitte nicht, welche Typen das waren. Es gibt von den drei Firmen als Stage-Pianos ausgelegte Geräte in der Euro-1.000-Klasse jeweils genau eins.
Es war vielmehr das
* Yamaha P-80
Vor allem wegen der Tastatur. Die ist für alle Klavierspieler wirklich ganz fein. Ich höre von unterschiedlichen Stellen, auch hier bei CIAO, daß die Tastatur für den typischen "Keyboarder" zu schwer sein könnte. Kann ich nicht beurteilen.
Für das von mir vertretene Profil ist die Tastatur jedenfalls ein Hochgenuß.
Ich muß nur dran denken, mich an mein Klavier zu setzen und in die Tasten zu greifen, schon überwältigt mich die Vorfreude. Es ist wirklich ein sinnliches Vergnügen. Hätte ich nie gedacht.
Vor *allem*, weil ich in die Tasten hämmern kann, ohne die geringste Rücksicht zu nehmen. Hätte nie gedacht, daß der Unterschied so groß sein könnte.
(Ihr seht schon, die von mir adressierte Leserschaft ist vor allem in den Reihen der noch nicht elektronisch erfahrenen Spieler zu suchen...)
Und der Klang ist einfach königlich!
(Diejenigen, die sich – auch hier bei CIAO – darüber beklagen, daß die Samples in den Höhen und beim langen Ausklingen nicht ganz die Qualität eines akustischen Pianos haben, mögen in ihrem speziellen Fall absoluten Gehörs recht haben. Aber ich kenne kein Klavier im Kreise meiner Bekannten und Verwandten, mit Ausnahme des wunderschönen und etwa Euro 60.000 wert seienden Steinway-Flügels meines Onkels, das ich klanglich bevorzugen würde.)
Die Extras
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Wer sich die (bislang vier) anderen Berichte zum P-80 durchliest oder sich im Internet erkundigt, der weiß, was das Instrument alles bietet.
Zum Beispiel den "Split mode", der bedeutet, daß man die Tastatur in zwei Teile aufteilen kann und diesen dann unterschiedliche Klänge zuordnen kann. Wo die Aufteilung stattfindet, kann man natürlich selbst einstellen.
Oder die Transposition und die Stimmung. Im Prinzip ist das ja dasselbe. Bei der Stimmung verändert man die Tonhöhe in Hertz, um sich zum Beispiel einem zweiten Klavier anzupassen, das nicht mehr ganz den Kammerton bringt und deshalb vielleicht relativ richtig, aber absolut falsch gestimmt ist. Bei der Transposition verändert man die Tonhöhe ebenfalls, aber jeweils um halbe Töne, so daß man den fragwürdigen Vorteil genießen kann, Dis-Moll ohne alle Vorzeichen zu spielen.
Und natürlich die 50 Klassiker – vom Bach'schen C-Dur-Präludium bis zu "The Entertainer" von Scott Joplin –, die man auf dem Klavier abspielen kann und zwar getrennt nach linker und rechter Hand. Die andere kann man dann zum Über selbst dazu spielen.
Alles wunderbar – und alles für mich ganz und gar unnötig. Denn auf eine akustischen Klavier hätte ich das auch nicht gekonnt, und jetzt, da ich die Möglichkeiten habe, bietet *mir* die Anwendung so geringe Vorteile, daß ich auch darauf verzichten könnte.
Natürlich mag sich das für andere Kunden ganz anders darstellen...
Kommen wir also zu denjenigen Extras, die mir wirklich – und zwar täglich – Freude machen.
A: Das Metronom
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Wenn man sich von 60 bis 108 durch die Etüden des Hanon arbeitet – und das tue ich -, oder wenn ich Mozart-Sonaten spiele (oder besser: erarbeite), die es mir typischerweise sehr schwer machen, ein einheitliches Tempo zu spielen, dann ist das Metronom das beste Hilfsmittel. Ich benutze es täglich.
Man stellt es durch Knopfdruck an, das LED-Display zeigt die Geschwindigkeit (Standard 120). Zwei UP und DOWN Knöpfe erlauben die schnelle Einstellung der wirklich gewünschten Geschwindigkeit, und – nettes Feature! – eine weitere Einstellungsmöglichkeit (ein bißchen kompliziertere Knopfdruck-Serien erfordernd) erlaubt die Einstellung der Lautstärke, mit der man das Metronom im Hintergrund vernimmt. Hier ist der Standard 10, und ich stelle es für Fingerübungen in der Regel auf 4 oder 5. Sehr angenehm.
B: Die Aufnahmemöglichkeit
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Es gibt zwei virtuelle Spuren, auf denen man aufnehmen kann, was man gerade spielt. Wieviel Platz zur Aufnahme bereitsteht, hängt von der Informationsmenge ab, die man dem System zur Verfügung stellt. Spielt man schnell und schlägt dabei ganz viele Tasten gleichzeitig an, so wird man den Speicher voraussichtlich etwas schneller erschöpfen. Meine Erfahrung sagt mir, daß ich auf einer Spur etwa 6 bis 8 Minuten aufnehmen kann. Und das reicht in jedem mir bislang untergekommenen Fall.
Wozu benutze ich die Aufnahme?
1. Es gibt ein witziges psychologisches Phänomen, man könnte es vielleicht das verallgemeinerte Lampenfieber nennen. Ich sitze allein im Wohnzimmer, klimpere auf meinem P-80 und höre das Ganze über Kopfhörer. Also bekommt von meinen holprigen Versuchen niemand mit, als mein Klavier und ich. Und dennoch: Wenn ich den Satz, den ich vorhin noch so prächtig wiederzugeben meinte, noch einmal spiele, nachdem ich zuvor den Aufnahmeknopf gedrückt habe, verkrampft sich irgend etwas in mir, ich werde uncool – unmöglich, das "abzuschalten".
Das ist also eine sehr brauchbare Vorbereitung für Auftritte oder das gemeinsame Spiel mit anderen Instrumenten; ich merke, wie viel besser und selbstverständlicher ich wirklich spielen muß, wenn ich das, was ich gerade über, auch vor Anderen so gut hinbekommen möchte. Außerdem ist es wirklich interessant, das eigene Spiel im Nachhinein zu hören. Dann merke ich erst, wie holprig und wenig überzeugend "interpretiert" ich in der Regel (noch :-) spiele.
2. Ich würde gerne andere Instrumente begleiten. In Frage kommen zur Zeit die Klarinette (mein Nachbar) und das Cello (meine Frau). Die Noten, die man zu diesem Zwecke ersteht, haben naturgemäß drei Stimmen: zwei für meine beiden Hände und eine für das Soloinstrument. Also nehme ich zunächst die Stimme des Soloinstruments auf und spiele dann, während ich diese Aufnahme abspiele, die Klavierstimme dazu. Die beste Vorbereitung für den Live-Test.
3. Ich übe ein kompliziertes Stück, wo es mir natürlich unmöglich ist, zu Beginn gleich mit beiden Händen zuzugreifen. Also spiele ich jede Hand einzeln, nehme sie auf und spiele dann die andere Hand zur abgespielten Aufnahme. Das macht natürlich ungleich mehr Spaß.
Klar, daß man in der Kombination von 2. und 3. gleich beide Spuren benötigt.
Die Aufnahmen der beiden Spuren werden über das Metronom synchronisiert. Dazu kann man dem Metronom auch noch mitteilen (habe ich aber noch nie gemacht), welchen Takt man gerade spielt (bspw. 3 oder 4 Viertel). Im Display erscheint dann während der Aufnahme nicht mehr die aktuelle Metronom-Zahl, sondern die Anzahl der bislang aufgenommenen Takte.
Daher weiß ich auch ungefähr die Aufnahmekapazität. Denn wenn ich 400 Takte spielen kann, bis die Spur voll ist, und das bei einer Geschwindigkeit von 60, dann habe ich beim als Standard eingestellten Vierertakt offensichtlich 6 2/3 Minuten gespielt. Denn 60 Takte sind 4 Minuten (pro Takt vier Schläge und 60 davon pro Minute).
(C: die MIDI-Schnittstelle)
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Diese Schnittstelle habe ich noch nicht benutzt (darum die Klammern). Aber das habe ich auf jeden Fall demnächst vor. Denn ich habe seit Kurzem Unterricht in Jazz-Piano, und dort besteht die Hauptaufgabe darin, sich Arrangements auszudenken, also zur einfachen Melodieführung des Standards, der lediglich die prinzipiellen Harmonien beigefügt sind, die richtigen Töne und Rhythmen auszusuchen.
Das heißt natürlich: Noten setzen.
Die Software, die ich dazu im Moment benutze, ist Finale NotePad
(http://www.codamusic.com/coda/np.asp), daß die vierte Liga unter Finale 2002, dem angeblich besten Notationsprogramm ist. Der Vorteil: es kostet nichts. Der Nachteil: es kann kein MIDI.
Aber demnächst werde ich mir ein Upgrade holen, in die dritte Liga aufsteigen, und dann werde ich auch die Schnittstelle meines P-80 nutzen, um die Musik, die ich spiele sofort auf dem Notenblatt meines Notebooks erscheinen zu lassen.
Darüber berichte ich dann vielleicht noch mal...
Bis dahin beste Grüße
Felix
PS: Bevor Ihr fragt, hier noch die drei ersten Ligen der CODA-Musik Notensatzsoftware:
Finale 2002: $600, .../fin2002.asp
Finale Allegro: $199, .../al.asp
Finale PrintMusic!: $69,95, .../pm.asp
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02.08.2000
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elmar_s
Pro: Qualität Klaviersounds, Qualität und Anzahl der sonstigen Sounds, Tastatur, Ausstattung, rel. geringes Gewicht
Kontra: Tastatur für Keyboarder zu schwer gewichtet
Machen wir's kurz:
Die Klavierklänge können zwar mit denen doppelt so teurer Modelle nicht mithalten, schlagen aber die Mitbewerber in der 2000-Mark-Klasse ( Korg SP-100, Roland RD-100, Technics P-30) um Längen.
Die Zusatzsounds sind relativ umfangreich ...
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02.04.2000
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