Pet Shop Boys, die Meister der anspruchsvollen Pop-Musik
14.04.2009
Pro:
Unverwechselbar, eingängig, positiv . Chris singt ! ! !
Kontra:
Große Aufreger fehlen . Ungenügende Verpackung .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Mr_Andrew
Über sich:
Studierter Meteorologe (= Wetterfrosch) und damit natürlich prädestiniert für fachmännische Bericht...
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Die globale Finanzkrise bringt ganze Nationen in wirtschaftliche Schieflage, erzkonservative Reagierungen verstaatlichen marode, vormals milliardenschwere Aktiengesellschaften und in Deutschland wird abgewrackt und verschrottet als gäbe es kein Morgen mehr. Und was machen die Jungs von der Tierhandlung aka Pet Shop Boys? Schmettern ein optimistisches "YES" in die Runde, wo sich doch schon alle so schön gemütlich deprimiert auf ein lang anhaltendes "NO" eingerichtet haben. Der Gier nach Geld, Macht und Ansehen, die das kapitalistische Gesellschaftssystem, wie wir es kannten, an den Rand des Abgrundes gebracht haben, setzen die Boys auf ihrem zehnten Album nach dem zuletzt eher etwas düster daherkommenden FUNDAMENTAL eine ausgesprochen fröhliche, von einer positiven Grundstimmung durchdrungene Veröffentlichung entgegen.
So und wer jetzt meint mit dem eben Gesagten hätte ich ja nun schon das Fazit vorweggenommen und er müsste daher ja nun nicht mehr weiterlesen: Bingo! Recht hat er, denn mein folgender Bericht ist ausschließlich den Liebhabern gewidmet, also sowohl denjenigen, denen die Musik der Pet Shop Boys besonders zusagt, als auch denen, die den Autor dieser Zeilen ein wenig "lieb haben". :o)
Genug der Vorrede, es folgt das Inhaltsverzeichnis dieses Erfahrungsberichtes, zwar untypisch für mich, aber wenn ich mir schon den Titel bei einem der leuchtendsten Sterne am dooyoo-Firmament entleihe, dann kann ich auch gleich die Gliederung abkupfern:
1) To be a Fan or Not to be - That is the Question! 2) Short Facts 3) Neil & Chris - The Boys of P.S.B. 4) Yes - Die Titel in der Einzelkritik (CD 1) 5) Etc. - Die Titel in der Einzelkritik (CD 2) 6) Die Kunst der Verpackung 7) Fazit (Pet Shop Boys Hit-Medley)
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1) Fan-Sein oder Nichtsein ____________________
Ist man erstmal Fan - und ich meine wirklich FAN! - einer Musik"combo", dann ist es ab einem gewissen Zeitpunkt X nahezu unerheblich, was die Angehimmelten so von sich geben, es wird einfach alles gekauft, was auf die Ladentische kommt. Mag sein, dass die Urtriebe des Jagens und Sammelns sich wieder Bahn brechen, ein Fan-Dasein erschöpft sich jedenfalls nicht in der passiven Aufnahme von Schallwellen, nein es erfordert ein aktives Eingreifen als Konsument und belebt den Geldfluss (von manchen abfällig als Krötenwanderung bezeichnet) in den einschlägigen Musikalienhandlungen bei jeder Veröffentlichung eines neuen Tonträgers.
Zuallererst wird so mancher bei derartigen Aussagen wahrscheinlich an die Heerscharen kreischender, vorpubertärer Zahnspangenträgerinnen erinnert, die in den letzten Dekaden im Dunstkreis der jeweils angesagtesten Boygroups quasi obligatorisch geworden sind und völlig kritikfrei alles hamstern, was ihre pickligen Lieblinge und deren PR-Maschinerie auf den Markt werfen. Aber der Fan-Virus kann auch ganz vermeintlich immune Menschen wie dich und mich befallen. Wie du damit klargekommen bist (oder eben auch nicht), wirst du selber am besten wissen, ich kann hier nur darüber berichten, wie es war, als es mich voll erwischte.
Anno 1986 war es als die Pet Shop Boys mit ihrer ersten Langspielplatte "PLEASE" zum Sturm auf den Pop-Olymp ansetzten. Im gleichen Jahr bekam die Jugend in der Ex-DDR, so auch Klein-Andrew, davon nur wenig mit, da sie von der Partei "wohlbehütet" und weitgehend abgeschirmt vor den schädlichen Einflüssen westlicher Popmusik wurde. So war man von dem Angebot bundesrepublikanischer Sender und nicht zuletzt von der Wetterlage abhängig, um sich zu einem echten Fan eines oder mehrerer Vertreter populärer Musik zu mausern. Also nicht gerade die besten Voraussetzungen, wenn man bedenkt, dass erstere auch damals bereits der heute von kommerzieller Radiostationen bis zum Erbrechen zelebrierten Unsitte frönten, immer wieder nur die immer gleichen aktuellen Hits auf Endlosschleife zu dudeln, während letztere nur einen mehr oder weniger verrauschten Empfang zuließ, wenn man nicht gerade in Grenznähe wohnte.
So mussten die ersten ausgekoppelten Singles "West End Girls" (1985), "Love comes quickly" (1986) und das geniale "Opportunities" (1986) genügen, um jenseits des eisernen Vorhangs einen weiteren glühenden Verehrer der PSB zu akquirieren. Und es genügte. Da es in der DDR allerdings äußerst schwer bis nahezu unmöglich war, an originale Vinyls ranzukommen, mussten alternative Beschaffungswege begangen werden. Außerordentlich hilfreich war es in den Anfangszeiten meines Fan-Daseins in diesem Zusammenhang, dass beim Jugendradio DT64 wöchentlich 2 Alben international angesagter Gruppen und Solisten mitschneidefreundlich über UKW ausgestrahlt wurden, d.h. alle Titel einer Seite ohne Unterbrechung und bis zur letzten Sekunde ausgespielt. Ein paar Wochen später wurden dann die entsprechenden Cover für die Kassettenhüllen im DDR-Jugendmagazin "neues leben" nachgeliefert, so dass man auf diesem sicher urheberrechtlich äußerst bedenklichen Wege (aber das dürfte die geringste Sorge der damaligen ostdeutschen Radiomacher gewesen sein) immerhin einen gewissen Prozentsatz aktuell angesagter Musikproduktionen auf Band bannen konnte. Für lau war das Ganze trotzdem nicht, denn eine poplige Magnetbandkassette schlug mit unglaublichen 20 Mark zu Buche, die hochwertigeren Chrommagnetbänder sogar mit deren 30!
Aber egal, mit welchen Bauchschmerzen die GEMA das Treiben in der ehemaligen DDR verfolgte, ich kam so zu Mitschnitten meiner ersten beiden Pet Shop Boys Alben, die lange Zeit mein größter Schatz waren (bis dann irgendwann die ersten "Frauen"geschichten Einzug in mein Leben hielten, aber das nur ganz am Rande *bg*). Mein erstes PSB-Original war dann gerade noch unter realsozialistischen Bedingungen der "Please"-Longplayer, den mein Lieblingsbruder irgendwie, irgendwo für etwa 100 Märker auf dem Schwarzmarkt erstand.
Frischen Wind in meine PSB Sammlung brachte dann erst die große Wende, die wir "Zonis" - und es ist jetzt mal an der Zeit die unbequeme Wahrheit auszusprechen - nur deshalb durchgezogen haben, damit wir uns endlich mal so richtig hemmungslos in Plattenläden austoben konnten, um unsere gravierende Unterversorgung mit Schallplatten, Maxis etc. zu beheben. Vergesst den ganzen Schnulli mit "Freiheit der Andersdenkenden" und so - es ging uns nur um die Musik!
Lange Rede, kurzer Sinn. Waren es die ersten Jahre unter gesamtdeutschem Label noch die finanziellen Rahmenbedingungen, die meinem Sammlertrieb enge Grenzen setzten, bin ich nunmehr in der glücklichen Lage, so gut wie alles, was die Pet Shop Boys jemals an Liedern in den unterschiedlichsten Versionen veröffentlicht haben, auch in irgendeiner Form zu besitzen. Natürlich fehlen mir noch einzelne, exorbitant teure Sammlerstücke, aber man will ja auch als alter Herr noch ein Ziel vor den Augen haben, gelle?
So, nun hab ich euch mit einem ausschließlich persönlich gefärbten Kapitel genug aufgehalten, ab jetzt geht es zielorientiert zur Sache.
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2) Produktinformationen ______________________
Titel: Yes Special Edition (Doppel-CD) Erscheinungsdatum: 20.03.2009 Label: Parlophone Vertrieb: EMI Electrola GmbH EAN Code: 5099969534522 ASIN: B001RTYKSQ Preis: 19,95 Euro (Stand: April 2009)
Disk: 1 1. Love etc. 2. All over the world 3. Beautiful people 4. Did you see me coming? 5. Vulnerable 6. More than a dream 7. Building a wall 8. King of Rome 9. Pandemonium 10. The way it used to be 11. Legacy
Disk: 2 1. This used to be the future 2. More than a dream (Magical dub) 3. Pandemonium (The stars and the sun dub) 4. The way it used to be (Left of love dub) 5. All over the world (This is a dub) 6. Vulnerable (Public eye dub) 7. Love etc. (Beautiful dub)
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3) Neil & Chris - The Boys of P.S.B. ________________________________
Auweia! Kann es wirklich sein, dass die Pet Shop Boys seit sage und schreibe 25 Jahren die Fans mit ihrer anspruchsvollen Popmusik erfreuen? Neil Francis Tennant, geboren am 10. Juli 1954 in North Shields, Großbritannien, und Christopher "Chris" Sean Lowe, geboren am 4. Oktober 1959 in Blackpool, heißen die beiden inzwischen etwas angegrauten Protagonisten der britischen Band, deren Name jedem Kenner zeitgenössischer Unterhaltungsmusik, um es mal etwas sperrig zu formulieren, ein Begriff sein sollte.
Die Geschichte der Pet Shop Boys begann im August 1981, anders als es der Name vermuten lässt, nicht in einem Laden für den Heimtierbedarf (Pet Shop), sondern in einem Elektronikladen in der Londoner King's Road und endet 2009 - noch lange nicht, wie ich doch ganz stark hoffe. Zum Nachlesen der Bandbiographie und der weitestgehend zweifellos erfolgreich verlaufenden Karriere des Duos, welches in Deutschland immerhin der erfolgreichste Musik-Act der 1980er Jahre gewesen war, verweise ich auf zahlreiche exzellente Quellen im World Wide Web (z.B. hier: http://lastfm.spiegel.de/music/Pet+Shop+Boys/+wiki).
Was viele vielleicht nicht wissen, ist der Umstand, dass die Pet Shop Boys, wie so viele berühmte und erfolgreiche Künstler, der schwulen Popkultur zuzurechnen sind. Und obwohl die Pet Shop Boys auch in einigen ihrer Songtexte ganz eindeutig mit dieser Szene kokettierten, schwiegen Tennant und Love sich über ihrer sexuelle Orientierung beharrlich aus. "Wir waren eine Pop Gruppe mit jungem Publikum. Ich wollte nicht als ein ausgefallener Schwuler Pop-Star kategorisiert werden. ... Wir wollten immer lieber etwas geheimnisvoll bleiben." So Neil Tennant bei seinem Coming Out in den späten 90er Jahren. Normalerweise scheuen die Boys Einblicke in ihre Privatsphäre wie der Teufel das Weihwasser. Und so ist in all den Jahren des Erfolges der Pet Shop Boys so gut wie nichts über das Privatleben von Neil und Chris an die Öffentlichkeit gedrungen und demzufolge auch nicht in der Klatschpresse breitgetreten worden. Das rechne ich ihnen hoch an, zeigt es doch eindeutig, dass man sich für den Erfolg nicht zwangsläufig medial prostituieren muss.
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4) Yes - Die Titel in der Einzelkritik (CD1) ________________________________
Die Frage lautet: Haben die Titel eines Synthi-Pop-Albums das Potenzial, um hier pompös in der Einzelkritik abgehandelt zu werden? Hmm, da kann man durchaus geteilter Ansicht sein, denn warum sollte man sich Gedanken machen und selbige zu Papier bringen über etwas, was doch in erster Linie unterhalten soll? Sicher wird dieses Album in 100 Jahren keinen Kunsthistoriker mehr hinter dem Ofen hervorlocken und es bietet auch textlich nicht den Zündstoff, um langwierig (-weilig?) die Lyrics auseinander zu nehmen. Andererseits dürfte es den Kaufunentschlossenen meiner Meinung nach dann doch detaillierter interessieren, was ihn auf dieser Scheibe erwartet, als das was sich in eine Pauschalaussage pressen ließe.
Als Kompromiss werde ich die einzelnen Titel nur kurz vorstellen. Leute, die sich nicht zu den Pet Shop Boys Fans zählen (Gibt es solche überhaupt? *lach*), können diesen Absatz gerne überspringen, denn sie erfahren hier wirklich nichts Substanzielles.
> L O V E . e t c . (3.32 min)
Ein, wenn nicht DER Ohrwurm schlechthin. Dies ist definitiv die beste PSB-Single seit vielen, vielen Jahren und ist beinahe schon unverschämt eingängig. Ein Chorus, der einem bereits nach dem ersten Hören einfach nicht mehr aus dem Sinn gehen will, ein schier süchtig machender Synthie-Sound sowie grandiose Lyrics (Der Text handelt davon, wie materielle Dinge in der heutigen Welt total überschätzt werden.) und Vocals sind die Zutaten für einen Top Ten-Kandidaten wie er im Buche steht. Nicht vergleichbar mit früheren Hits, aber trotzdem unverwechselbar.
Das Video dazu (In hoher Auflösung zu bewundern unter diesem Link: http://www.youtube.com/watch?v=InBiaRBUjUs) ist für meinen Geschmack zwar nicht der ganz große Wurf, setzt den markanten Rhythmus aber gekonnt in aus Jump'n'Run Videospielen gewohnte Animationen um.
> A L L . O V E R . T H E . W O R L D (3.50 min)
Zu Beginn ertönt ein markantes Tschaikowsky Sample aus der Nussknacker-Suite, das immer mal wieder im weiteren Verlauf hervorblitzt. Bald darauf setzt ein stampfender Beat ein, der uns bis zum Ende des Titels erhalten bleibt und den perfekten Mit-Wipp-Takt vorgibt.
> B E A U T I F U L . P E O P L E (3.41 min)
Netter Gitarrenpop. Dazu lässt sich trefflich neudeutsch: chillen / altdeutsch: ausspannen und träumen und warum nicht auch von schönen Leuten, bevorzugt von solchen in kurzen Röcken/knappen Badehosen*? *Nicht zu treffendes bitte streichen *fg*
> D I D . Y O U . S E E . M E . C O M I N G ? (3.41 min)
Einer der schwächeren Gute Laune Songs auf diesem Album. Die Absicht ist löblich, allein die Umsetzung nicht gerade berauschend. Euro-Dance-Pop ohne Ecken und Kanten. Wäre da nicht Neils markante Stimme ein absolut austauschbares Liedchen. Am besten gleich überspringen oder einfach nebenher dudeln lassen.
> V U L N E R A B L E (4.47 min)
Nach "Love etc." für mich das stärkste Lied. Wie verletzbar man ohne einen geliebten Menschen sein kann, wird mit entwaffnender Ehrlichkeit abgehandelt. Ein elektrisierender Rhythmus tut sein übriges, um "Vulnerable" zu einem besonderen Glanzlicht auf dem Album werden zu lassen. Auch eine Akustik-Gitarre kommt wieder deutlich vernehmbar zum Einsatz, was nach meinem Dafürhalten bei den Boys zuletzt meist eine gute Idee war. Neil wirft sein ganzes Gefühl in die Wagschale, um uns glaubhaft zu versichern, dass man noch so stark erscheinen kann und als ob einem kein Fehler unterlaufen kann, aber allein gelassen ist jeder verwundbar. Kann dem jemand widersprechen?
> M O R E . T H A N . A . D R E A M (4.56 min)
Chorus: And I believe / we can change / we can make more than a dream And I believe / we can change / It's not so strange as it might seem
Noch Fragen? Deutlicher könnten die Anspielungen auf die Hoffnungen, die Mister Yes-We-Can Obama in der ganzen Welt verbreitet, kaum sein. Und ähnlich wie die Reden des begnadeten Redners ist "More than a dream" mitreißend in edler Verpackung und damit einer der Höhepunkte des Albums. Der eingängige Refrain verführt zum Mitträllern.
> B U I L D I N G . A . W A L L (3.49 min)
Überraschenderweise ist auch Chris Lowe wieder mal vokal mit von der Partie. Die Gitarre von Johnny Marr (The Smiths) ist wieder deutlicher hervorzuhören und das ist auch gut so! Schlägt am ehesten den Bogen zu den eher nachdenklicheren bzw. melancholischeren Vorgängeralben.
> K I N G . O F . R O M E (5.31 min)
Im Gegensatz zu den letzten Veröffentlichungen der Boys sind ausgesprochene Balladen diesmal eher eine Rarität. "King of Rome" ist eine davon. Gab zwar schon bessere, Rent oder Jealousy!!!! beispielsweise, aber inmitten dieser ganzen poppigen Ohrwürmer tut so ein Ruhepol ausgesprochen gut. Die Teppiche aus Synthesizerklängen verführen zum Träumen.
> P A N D E M O N I U M (3.42 min)
Ein Discokracher wie er im Buche steht. Wenn das nicht die nächste Single-Auskopplung wird, fress' ich einen Besen *lol*. Der Text spielt auf die Beziehung von Kate Moss mit Pete Doherty an. Der stampfende Beat und die wunderbar harmonierenden Akkorde eher atypischer Bläserklänge (u.a. Mundharmonika) lassen bei mir aber kaum das Bedürfnis aufkommen, mich tiefschürfender mit dem Text auseinanderzusetzen. Das I-Tüpfelchen für diesen extraordinär eingängigen Hit sind die regelmäßigen "U-HU-HU"s, die jeder auch ohne profunde Textkenntnis mitjodeln kann. Wenn das kein Hit wird, was dann? C U on the dancefloor. :o)
Am Rande: Warum Kylie Minogue diesen Hitgaranten ablehnte, wird wohl nur sie selber wissen ... Die Überlegungen von Frauen sind halt manchmal einfach nicht rational zu erklären *fg*.
> T H E . W A Y . I T . U S E D . T O . B E (4.43 min)
Die Gast Vocals stammen von Carla Maria Williams und harmonieren wunderbar mir Neils unverwechselbarer Stimme. Ein Gänsehautsong und wer auch sonst recht nah am Wasser gebaut hat, dem werden vor lauter Melancholie wohl unweigerlich die Tränen in die Augen schießen.
> L E G A C Y (6.20 min)
Der Rausschmeißer des regulären Albums heißt "Legacy". Etwas lang und atmig klingt der von den Boys entrollte chillige Soundteppich, über dem Neils warmer Gesang dahinschwebt. Erinnert mich etwas an den doch recht sperrigen "The Battleship Potemkin" Soundtrack, der ohne gleichzeitigen Filmgenuss selbst hartgesottenen Fans einiges an Durchhaltevermögen beim Zuhören abverlangte. "That's it ... the end" so heißt es im Song und passt damit ganz hervorragend ans Ende dieses bunten Liederreigens.
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5) Etc. - Die Titel in der Einzelkritik (CD2) ________________________________
Wie inzwischen schon fast zu einer schönen Tradition geworden, gibt es das neueste Album der Boys in verschiedenen Varianten zu kaufen. Die relativ preiswerte Normalversion (derzeit 12,45 Euro auf Amazon), die sich auf die eben vorgestellten Titel der CD1 beschränkt und einer Special Edition (derzeit 19,95 Euro auf Amazon) speziell für die Fans, die ja wie weiter oben angedeutet sowieso einen mehr oder weniger großen Spleen haben. Ich glaube aber, das auch eventuelle Zufallskäufer den Kauf des CD-Doppelpacks nicht bereuen werden, im Gegenteil, in meinen Augen gewinnt "Yes" durch "Etc." nicht nur an Sammlerwert, sondern auch an Hörgenuss.
Auf der zweiten CD befinden sich nach den 11 Titeln der ersten Scheibe sieben weitere Tracks. Dabei handelt es sich um einen neuen Song und sechs Bearbeitungen von Stücken des Hauptalbums. Die haben allesamt die Bezeichnung "Dub" im Namen des Mixes, was im Normalfall sämtliche Alarmglocken bei eingefleischten Kennern der Materie schrillen lässt. Im Gegensatz zu den 80ern und den frühen 90igern, wo Maxis meist einfach verlängerte Versionen oder Dance-Mixe waren, deren Originale unschwer zu erkennen waren, ist es in der letzten Jahren anscheinend das Bestreben der Mix-Studios, das ursprüngliche Lied soweit zu verfremden, das möglichst nur der Titel noch etwas mit dem Ausgangsmaterial zu tun hat. Und bei den sogenannten Dubs wurde das zumindest bei den Pet Shop Boys zuletzt oft bis zum Exzess bzw. bis an den Rand des Erträglichen getrieben. Wie groß und angenehm daher meine Überraschung als sich auf "Etc." sämtliche Dub-Mixe als durchweg gut gelungene Versionen herausstellten, die zwar z.T. neu arrangiert und instrumentalisiert wurden, aber nie den gebührenden Respekt vor den Original-Kompositionen verlieren.
Eigentlich unnötig zu sagen, dass durch diese zweite CD die Limited Edition für Fans zu einem absoluten Pflichtkauf wird.
> T H I S . U S E D . T O . B E . T H E . F U T U R E (5.13 min)
Gleich mit der ersten Zugabe gönnen uns die Boys einen echten Leckerbissen mit Seltenheitswert, denn nicht nur Neil Tennant singt, sondern sogar der beinahe schon sprichwörtlich wortkarge Chris Lowe spricht UND singt! Die gerappten Verse von Chris machen diesen Titel zu einen der kraftvolleren Songs dieses Albums.
> M O R E . T H A N . A . D R E A M - Magical dub (6.10 min)
Eine schnörkellose Instrumental-Version, nicht mehr und nicht weniger. Das Plus an Laufzeit wird für ein paar originell arrangierte Sequenzen und separierte Tonspuren genutzt. Die Lyrics sind auf eine einzige Textzeile zusammengedampft, die gefühlte 20mal wiederholt wird.
> P A N D E M O N I U M - The stars and the sun dub (5.49 min)
Der stampfende Rhythmus bleibt, aber die Mundharmonika rückt mehr in den Mittelpunkt. Nur wenige Lyrics werden mit verfremdeter Computerstimme intoniert. Noch tanzbarer als das Original und das will etwas heißen!
> T H E . W A Y . I T . U S E D . T O . B E - Left of love dub (5.15 min)
Auch als Dub schön melancholisch und eher ruhig.
> A L L . O V E R . T H E . W O R L D - This is a dub (5.21 min)
Ohne Zweifel ein Dub, wie er im Buche steht. Die ohnehin kargen Lyrics werden beinah auf Wiederholungen des verfremdeten Refrains reduziert. Dafür dürfen sich Xenomania als Mixer auf allen zur Verfügung stehenden Tonspuren austoben und eine ungewöhnlich abwechslungsreiche Instrumental-Version des Titels vom Stapel lassen.
> V U L N E R A B L E - Public eye dub (5.17 min)
Deutlich poppiger als die Albumversion, aber immer noch ne klasse Nummer.
> L O V E . e t c . - Beautiful dub (6.23 min)
Wer so unvorsichtig war, die Remix-CD der jüngst erschienen Single "Love etc." zu ordern und sich das darauf versammelte Mix-Murks-Sammelsurium anzutun, wird meine Skepsis verstehen angesichts des nunmehr siebten Remixes über den Plan. Aber die Sorge ist unbegründet. Zwar fehlt der Gesang bis auf den angedeuteten Chorus vollständig, aber dieser Dub ist wirklich beautiful und stellt einen würdigen Abschluss des Gesamtwerkes dar.
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6) Die Kunst der Verpackung ______________________
Eine extra Erwähnung hat diesmal definitiv die Verpackung verdient. Die Pet Shop Boys waren schon immer Vorreiter, wenn es um die Verwendung vor allem optisch origineller Verpackungen für ihre Musik-Datenträger ging. So wurde das legendäre orangefarbene Noppencover des Album "Very" aus dem Jahre 1993 sogar im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt.
Diesmal ist anscheinend Minimalismus angesagt. (Vielleicht als Reaktion auf die grassierende Finanz- bzw. Wirtschaftskrise als Aufruf zu mehr Bescheidenheit zu verstehen?). Schon der Versandkarton von Amazon verursachte mir Stirnrunzeln, denn das Innenleben der heiß ersehnten Sendung versprach kaum Inhalt. Tatsächlich ist die Papphülle der Special 2-CD Edition dünner als eine herkömmliche, EU-genormte CD-Single-Hülle.
Optisch empfinde ich das Cover als gelungen mit dem prägnanten farbigen "Haken", von dem jeder farbige Abschnitt für einen Song auf dem Album steht. Wie Neil Tennant erzählte, sind die Pet Shop Boys hier durch ein Kirchenfenster von Gerhard Richter (der in "Love etc." erwähnt wird) im Kölner Dom beeinflusst worden. Während die reguläre Veröffentlichung einen weißen Hintergrund offenbart, kommt die Special Edition in vornehmen Schwarz daher, was die wenig erbauliche Folge hat, dass jede, wirklich jede noch so zarte Berührung nachhaltig mit einem Fingerabdruck dokumentiert wird. Da hilft auch kein Wischen, die Hülle sieht im Nu deutlich gebraucht aus - ein gefundenes Fressen für Berufszweige, deren Erfolgsquote vom Auffinden erkennungsdienstlich verwertbarer Spuren abhängt.
Damit nicht genug mit dem ABER in Bezug au die Umhüllung: Die beiden CD's sowie das Booklet, welches erfreulicherweise alle Lyrics, also die Texte der Titel enthält, sind wie die schäbigste Demo-CD einer Spielezeitschrift in die Papphülle gezwängt, so dass die beschädigungsfreie Entnahme fast zu einem Glücksspiel ausartet. So nicht! Das ist schlicht und einfach billig oder wenn man es wohlwollend formulieren will schlecht durchdacht.
Ich hab umgehend die notwendigen Konsequenzen daraus gezogen und alle Titel digitalisiert und auf Alternativ-Datenträger gepresst, so dass das wertvolle Original ab sofort ein gesichertes Dasein in meinem ganz persönlichen Pet Shop Boys-Altar fristen darf.
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7) Fazit (Pet Shop Boys Hit-Medley) ________________________________
"It's A Sin" Nein, es ist durchaus keine Sünde, dieses zehnte eigenständige Studioalbum der Pet Shop Boys zu mögen. Und die Kritiken zeigen, dass man sich damit in guter Gesellschaft befindet.
"What Have I Done To Deserve This?" Das werden sich vielleicht die Anhänger lauter, handgemachter Musik fragen, wenn sie den doch recht schnörkellosen, glatten Pop der PSB auf die Ohren bekommen. Aber keine Sorge, unter der Oberfläche verbergen sich komplexe Melodien und Arrangements in den typischen Moll-Zonen, die die Pet Shop Boys so unverwechselbar machen. Und unüberhörbar spielt Johnny Marr (THE SMITHS) bei der Mehrzahl der Songs eine echte Klampfe als versöhnendes Element.
"Can You Forgive Her? Unbedingt - da gibt es eigentlich nichts zu vergeben. Wenn eure Liebste oder wer auch immer dieses Album gekauft hat, so könnt ihr euch sicher sein, dass das keine Fehlinvestition war. "Yes etc." bietet auf Hochglanz polierte Pop-Musik: oft mitreißend, dann wieder sehr anrührend, manchmal allerdings auch etwas beliebig.
"I'm with Stupid" Ja, man muss schon etwas dusselig sein, um sich jede Veröffentlichung der PSB in allen möglichen Mixen und Versionen zu besorgen. Aber da kann man Fans nicht mit rationalen Maßstäben messen, oder?
"I Wouldn't Normally Do This Kind Of Thing" Und das musste nämlich in diesem Zusammenhang gesagt werden. Normalerweise würde ich so einen Quatsch niemals nicht machen, sondern nur das kaufen, was sich definitiv lohnt und nicht meine Knete zum Kauf von Spezial-Editionen verjubeln. Die Pet Shop Boys sind diesbezüglich meine einzige "Schwachstelle". :o)
"So Hard" / "Being Boring" Zugegeben, streckenweise ist es schon etwas schwer, die Begeisterung beim Hören auf konstant hohem Niveau zu halten. Der Sound aus strammen Beatbox-Rhythmen und harmonischen Synthesizer-Klängen bietet bei dem einen oder anderen Titel kaum markante Orientierungspunkte, ist aber trotzdem immer eindeutig als Pet Shop Boys-Produkt identifizierbar und weniger langweilig als vielmehr nett-unterhaltsam.
"Miracles" Wunderdinge sollte man vielleicht nicht erwarten, wenn sich "Yes" aus dem Plattenteller dreht (klingt doch besser, als wenn ich schreiben würde "wenn die MP3-Files im Mediaplayer geladen werden" oder?), aber auf jeden Fall ist es ein sehr gutes Album geworden, welches zeitgemäß klingt, hervorragende Kompositionen beinhaltet und textlich wieder mal außerordentliches bietet.
"It's Alright" Ohrwurm auf Ohrwurm ertönt. Das Album erzeugt eine positive Grundstimmung, klingt frisch und macht durchaus Lust auf mehr. Das Singlepotential wird vom zahlenden Publikum allgemein als bemerkenswert hoch eingestuft. "Yes etc." ist eben voll in Ordnung, nicht mehr und nicht weniger.
"Was It Worth It?" War es das wert? Für mich in jedem Fall. Natürlich spielt es eine Rolle, dass ich ein gestandener Fan der Pet Shop Boys bin, sonst hätte ich mich wohl kaum noch vor dem Veröffentlichungstermin ungehört und unkommentiert bestellt.
"A Red Letter Day" ... wird für mich garantiert der Termin der nächsten Single-Auskopplung. Meinen Tipp (Pandemonium) hab ich ja schon weiter oben abgegeben, insgeheim hoffe ich aber auf eine Entscheidung zugunsten "The way it used to be" oder "Vulnerable".
"Minimal" Minimal war dieser Bericht zwar bestimmt nicht, aber das war erstens auch nicht meine Absicht und zweitens kann es gut erholt nach den Osterfeiertagen doch ruhig auch mal etwas mehr sein, oder?
"Before" Bevor ich hier schließe, grüße ich hier noch ganz schnell alle meine Freunde und hoffe ganz sehr, recht bald und möglichst viele von euch als Leser des Berichtes und als Kommentator begrüßen zu dürfen. :o)
Euer Mr. Andrew
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21.08.2009 09:20
Und nun sind mir die BHs ausgegangen.... merci@knopfi
27.05.2009 22:47
Bericht = Spitze! Mucke = naja: ich hatte mir diese Edition auch zugelegt, aber bin etwas enttäuscht... die alten Songs finde ich persönlich einfach besser...
14.05.2009 11:50
Ich bin spät dran ,aber ich kommmmeeeee mit Unterwäsche. meinen Kommi kennste ja schon vom Grünlande :-)) Allerliebste Grüße von panico:-)