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Yin - Fish

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Ein Fisch schwimmt selten alleine - Yin & Yang

5  21.11.2002 (28.02.2003)

Pro:
1985  -  1995 alle Topsongs  -  Kult  -  Exzellente Musiker  -  karismatischer Sänger  -  "Best of"

Kontra:
? ! ? immer noch keine gefunden

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Sepp-das-Wiesel

Über sich: Nach einem Bericht über eine Airline, die uns in den Urlaub flog. Dann ein Bericht über den Urlaub s...

Mitglied seit:11.04.2002

Erfahrungsberichte:90

Vertrauende:41

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 193 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein Fisch schwimmt selten alleine.


Yin & Yang__

Warum ein Schotte, der mehr als 1,90 Meter groß ist, „Fish“ genannt wird, erscheint dieser beim ersten Anblick des Herrn als Lachnummer!!
Ich habe einmal gehört, das er den Spitznamen wegen seiner Vorliebe zum Schwimmen erhalten habe! Sein persönliches Erkennungszeichen sind die Ohrringe in Form von Fischen.

Anfang der 80er Jahre stieß Derek William Dick, alias Fish, zur Instrumentalband Marillion.
Die Musiker meinten das man als Band, die nur Instrumentalstücke vorspielen könne, nie erfolgreich und Populär werden würde. Kurzerhand wurde die Position des Sängers mit Fish besetzt.
Die ersten Konzerte im Vorprogramm bescherten 1982 den ersten Plattenvertrag.
„Market Square Heros“ die erste Single, ausgestattet mit einem total ulkigen Promovideoclip,
wurde auf dem Musikmarkt gut angenommen, es folgten einige Alben, die in keiner gut sortierten Sammlung fehlen dürfen.
Mit Megahits a la „Kayleigh, Incommunicado oder Lavender war der Erfolg groß – ausverkaufte Tourneen, langatmige Studioaufenthalte und Promotion forderten ihren Tribut – Fish verfiel dem Alkohol und so mancher Unnützen Droge.
Der Split, oder nennt es Rauswurf, von Fish und Marillion war die Folge daraus.
In den verschiedenen Lagern wurde natürlich viel schmutzige Wäsche gewaschen. Ganz Grün sind die beiden Parteien sich heute noch nicht. Fish hatte erst kürzlich bei Marillion um ein gemeinsames Konzert angefragt. Eine Reunion wird es nicht geben.

Auf den Solopfaden von Fish
Das erste Soloalbum, „Vigil in a wilderness of Mirrors“, ist zugleich mein liebstes Soloalbum des Sängers. Einige weitere gute, bis sehr durchwachsene Alben folgten.
Im Jahre des Herrn 1995 veröffentlichte Dick Brothers Records zwei neue Cds.
Yin & Yang.
Neu ist in diesem Falle nur die Veröffentlichung, nicht aber die Songs, d.h. auch nicht immer.

Auf dem ersten Album „YIN“ sind 13 Songs, zum Teil alte Marillion Klassiker, zum Teil Aufnahmen des Sängers himself.

1. Incommunicado (5:08 1995 re-recording)
Das Lied Incommunicado stammt Ursprünglich aus dem 1987er Marillion Album Cluthing On Straws. In den Funny Farm Studio wurde mit Hilfe alter Bekannter – Frank Usher, Dave Stewart, Foss Paterson, David Paton und Robin Boult – eine merklich andere Version aufgenommen. Wer die alte Version kennt, wird diese lieben!
Ultraschnell fetzt das Lied vom ersten Takt an mächtig los. Das Tempo wird im Laufe des Songs durch das Keyboardspiel noch mehr angetrieben. Besonders der Refrain brennt sich in der Hirnschale ein. Exzellente Gitarrenarbeit, die ja schon bei Marillion bestens war, treibender Bass und ein Sänger dem man den Spaß am Einsingen merklich anhört. Schon damals einer meiner Lieblingssongs, der mich als kleiner Junge unheimlich fasziniert hatte. Welche Band würde schon einen Song über „Incommunicado“ schreiben??

2. Family Business (5:14 1990 original recording)
Die Familien Ehre, eines der wichtigsten Dinge im Leben eines Italieners, und nicht nur der Italiener. Besinnlich und ruhig, schleicht das Liedchen umher. Nach mehrmaligen Anhören weckt es das Interesse. Schade das Family Business kein neues Musiklifting erhielt.
Auffällig ist das Filigrane Schlagzeug von Mark Brzezicki. Der Big Country Schlagzeuger verleiht dem Song einen Progressiven Touch, der so gar nicht zum Romantischen Rest passen mag.

3. Just good Friends (5:46 1995 re-recording)
Das Original aus dem Jahre 1991 wurde mit niemand geringerem “Verfeinert” als mit Sam Brown. Ihre warme und sinnliche Stimme, kombiniert mit dem markanten aber auch einfühlsamen Gesang Fishs verleiht einen neuen Hörgenuss.
Die Freundschaft, rein Platonisch! Muss ja nicht immer nur das Eine sein!!
Eines der Highlights des „Iternal Exil“ Albums, und auch hier eine Ballade mit viel Gefühl

4. Pipeline (6:55 1994 original recording)
Die ersten Takte der Pipeline lassen ein schnelles Liedchen erwarten. Doch schon nach wenigen Sekunden wird das Tempo stark gedrosselt. Der druckvolle Bass nimmt und gibt die Geschwindigkeit. Mit teils Progressiven, teils Orientalischen Elementen nicht leicht verdaulich bleibt zumindest der Refrain im Gedächtnis hängen.

5. Institution Waltz (4:03 1995 recording)
Ein bis dato noch unveröffentlichter Song, der schon beim ersten Durchlauf in die Füße geht.
Der Walzer, 1981 von Marillion geschrieben, weckt zuerst die Tanzbeine auf. Eine Humpa Humpa Tuba blässt die ganzen vier Minuten durch – sehr Sympathisch.
Allerdings ist der Walzer kein richtiger Kracher. Spärliche Instrumentalisierung, stark Eintönig und auch nicht wirklich schnell – wird eher schnell langweilig

6. Tongues (6:17 -- 1991 original recording)
Dominant drückt sich der Basslauf durch die sechs Minuten Spieldauer. Fish spielt mit seiner Stimme – Auhhuuu`s!! Sanfte progressive zusammengefrickelte Elemente, die doch irgendwie einen gemeinsamen Nenner zueinander finden. Besonders ins Ohr geht der Refrain, den sich der Schotte mit Maryen Cairns teilt. Das Original Stück stammt aus der „Internal Exil“ Scheibe.

7. Time & A Word (4:22 -- 1993 original recording)
Eine Coverversion, deren Abstammung ich wirklich nicht erkannt hätte. Stammt der Song aus der Feder der 80er Progrock Heros von „Yes“, spielt Steve Howe selbst die Gitarre. Die Herrn Anderson und Foster schrieben vor unendlicher Zeit einen eingängigen liebevollen Song, der auf der Fanny Farm, dem Fishigen Tonstudio, aufgenommen wurde. Die Musik trällert wie ein Sonnenaufgang durch die Boxen. Schon beim ersten hören frisst sich die Gitarre und der Refrain fest. Genial einfach – einfach genial.

8. Company (4:05 -- 1990 original recording)
Eines der schönsten Songs überhaupt des sympathischen Schotten.
Viel Gefühl, perfekt gesungen, einmalig schöne harmonische Instrumentalisierung.
Company war auf dem Album „Vigil in a Wilderness of Mirrors“ das erste Lied, dessen Text ich auswendig mitsingen konnte. Gänsehautfeeling überkommt mich wenn die Streicher und Bläser des Orchesters ertönen. Die Übergänge zum Gesang und anschliessender Band wirkt aus einem Guss. Company wurde zudem in den Abbey Road Studios sowie den Townhouse Studios aufgenommen – Musikkenner wissen das dies eine der besten Musikburgen sind – Qualität eben.

9. Incubus (9:40 -- 1995 re-recording)
Das original stammt aus dem 1984 veröffentlichten Marillion Output „Fugazi“. Die Herrn Dick, Rothery, Kelly, Mosley und Trewavas erschuffen ein absolutes Meisterwerk des Progrock.
Mal rockig und dynamisch - mal sanft und ruhig mit viel Gefühl.
Der Takt und Sound wird öffters gewechselt als die berühmte Unterhose, was aber kein Nachteil sein soll! Im Gegenteil – dadurch erhält der Titel seinen unverwechselbaren Stil – eben typisch Marillion. Im Original beträgt die Spielzeit „nur“ 8:30 Minuten. Mit seinem Gesang übertrifft Fish sich selbst, auch die Instrumente knüpfen natlos an die Historie an.
Beide Versionen sind einmalige Kompositionen.

10. Solo (4:10 -- 1993 original recording)
Ein Song für`s Herz! Eine Ballade vom feinsten.
Ist es die Vergangenheitsbewältigung des Sängers, oder der Versuch für mehr Liebe in der Welt zu werben? – Naja, a bisserl Spass muss scho sein.
Mit Solo beweist Fish, das er nicht nur kraftvolle Liedchen zum besten geben kann, sondern auch für die harmonischen, ruhigen und gefühlvollen Songs ein perfektes Organ besitzt. Viel Liebe und Herz steckt in diesem Titel.

11. Favourite Stranger (6:03 -- re-recording)
Noch eine ruhige Nummer folgt, die sich nicht zu verstecken braucht.
Gibt zum Anfang eine sanft gespielte E-Gitarre den Ton an, so übernimmt gleich darauf der Gesang die Oberhand. Der Gesang ist es auch, der Favourit Stanger zu einem Leckerbissen macht. Im Duett mit Sam Brown schmilzt jedes Eis. Schließ die Augen, es erwachen Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, du beginnst zu träumen, wirst aber nach sechs Minuten sanft in die Gegenwart zurückgeholt.
Ein irre guter Song, aus der Feder von Fish und seinem Stammgitarristen Frank Usher.

12. Boston Tea Party (4:58 -- 1995 re-recording)
Die Bostoner Tee Veranstaltung rockt richtig los. Ein „Gute-Laune-Song“ der zusammen mit der Alex Harvey Band neu aufgenommen wurde.
Die Party steigt, der Refrain kann beim zweiten Hörgenuss gleich kräftig mitgesungen werden. Eine deftige Rhythmussektion von Drums und Bass treiben den ebenso kräftigen Gesang nach vorne. Fette Gitarren ergänzen das ganze dezent.
Exzellenter Song! Vom Anfang bis zum letzten Takt – besonders Live rockt die Audience so richtig ab. Kann auch schon mal vorkommen, das Herr Fritz Fischer von der Bühne hopst, sich bei einer jungen Maid einhackt und in der Runde tanzt!! – schottisch locker.

13. Raw Meat (6:32 – 1994 original recording)
Verträumt und spielerisch trällert der letzte Song auf der Scheibe.
Die ruhigen und besinnlichen ersten Takte, werden bald durch greischende, aber wohl portionierte Gitarrenriffs aufgepeppt, doch plötzlich verfällt Raw Meat zurück zu den Anfangstakten. Besonders der Chor zum Ende des Songs kann überzeugen. Ohne Schnörkel und Spielereien – direkt ins Ohr.

Hab ich fast vergessen, Fish schwimmt in Rockmusik - Rockballaden!!

YIN ist kein reines „Best Of“ Album, das kurz vor Weihnachten auf den Markt geschmissen wurde, sondern ein Album, dessen Song neu aufpoliert wurden, mit neuem Pep und Grip versehen wurden.
Ein Yin kann auch nicht ganz alleine stehen, fehlt ihm doch sein Yang.
Beide Scheiben enthalten Songs aus den Anfangstagen von Marillion, aus den ersten Soloalben von Herrn Fish, sowie wenigen unveröffentlichten Stücken
Yin und Yang bieten dem Musikliebhaber eine gute Mischung aus den Werken des Schotten.
Für jemanden der sich nicht alle Soloalben kaufen will, empfehle ich die Yin, als auch Yang (werde später auch dieses Album beschreiben)
Fans uns Liebhaber kaufen sich eh jede Cd, dehnen muss ich wohl nichts mehr grossartig erzählen.

Es bleiben 13 überarbeitete Songs, die Überzeugen können. Sie garantieren lang anhaltenden Hörgenuss. Ob im Auto, zu Hause, als Hintergrundmusik oder beim Knutschen mit der/dem Liebsten.

Ich hoffe euch das Album schmackhaft gemacht zu haben. Fish steht für gut gemachte ehrliche Musik. Zudem steht es nicht grad sehr rosig um die Finanzen des Schotten. Also kauft das Album Yin und Yang. Zudem kann ich das erste Soloalbum „Vigil in a Wilderness of Mirrors“ wärmstens empfehlen.

Wie immer freue ich mich über eure hoffentlich positiven Bewertungen und den zahlreichen Kommentaren.
Bleibt gesund und vor allem mir gewogen.

Sepp-das-Wiesel




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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hal69

hal69

04.11.2003 16:40

Schöne Rezension! Fish heißt übrigens (wenn ich mich recht erinnere) nach eigenen Angaben deshalb Fish, weil er - als er in jungen Jahren zur Untermiete bei einer älteren Dame wohnte - so oft in der Badewanne saß. Irgendwann hat sie ihn wohl mal zurecht gestaucht wegen der hohen Wasserrechnung ... Ich bin nach Besuchen jeder seiner Solo-Touren durch Deutschland inzwischen ein echter Fish-Fan geworden - Live ist der Mann einfach eine Nummer für sich. Allerdings hat mit den Jahren seine Stimme durch das viele Rauchen und den Whisky doch etwas gelitten, daher Fish lieber zu Anfang einer Tour anschauen. Nochwas zur "Yin": "Institution Waltz" ist meiner Meinung nach das schlechteste Stück, das Fish je aufgenommen hat (vom bissigen Text mal abgesehen), ansonsten ist die CD wirklich gut und hörenswert.

Marcel1000

Marcel1000

07.03.2003 19:49

Schöner Bericht! :)

hr.biernot

hr.biernot

05.03.2003 23:41

Ich habe Fish einmal live gesehen, wußte allerdings bisher nicht, das er Schotte ist. "g"

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