Erfahrungsbericht über

You Have No Idea What You Are - Does It Offend You Yeah

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung You Have No Idea What You Are - Does It Offend You Yeah

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If you say so...

5  13.06.2009

Pro:
Elektropop that will change your fucking life

Kontra:
für Gehörlose relativ nutzlos

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Senilm

Über sich: FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....

Mitglied seit:09.06.2001

Erfahrungsberichte:1040

Vertrauende:132

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 61 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist irgendwann Mitte März 2008. Mitten in Vilnius in irgendeiner Dísco, welche mit BlingBling Interieur versucht seinen Ostpuffcharakter zu verbergen. Verzweifelt versuche ich einer Dame, deren Musikgeschmack eindeutig in den 80ern begraben liegt, zu vermitteln, daß das was seit kurzem bei mir im CD-Player rotiert, die Neuerfindung der Popmusik ist! Sie wollte mir nicht glauben - Ihr anscheinend aber auch nicht, denn wie lässt sich sonst erklären, daß DOES IT OFFEND YOU YEAH ? nach wie vor ein Geheimtipp sind ?

Es liegt also wieder mal an mir, euch im Musikgeschmack zu bekehren.
Doch beweist es doch gerade LADY Gaga, daß man selbst mit dem Aussehen einer polnischen Strassenprostituierten noch in den Charts erfolgreich sein kann. Kein Wunder, daß ihre Songs zuerst in den osteuropäischen Ländern in den Charts waren. Aber wie konnte es soweit kommen ? Ganz klar, daß Zauberwort lautet Elektropop - ok, bei Lady Gaga auch noch Sex. Aber der sellt sich ja bekanntlich immer ganz gut.

Also was macht man also, wenn man weder weiblich ist, noch besonders scharf drauf seine optischen Reize in Videos zu zeigen, welche noch vor kurzem als Porno eingestuft worden wären ? Ganz klar, man überzeugt mit der Musik. Das gelingt den vier Spacken von DOES IT OFFEND YOU YEAH ? derart, daß Ihr Album "you have no idea of what your getting yourself into" einen echten Ausnahmestatus hat.

Vier Elektrorockhengste die derart ungeniert 80ies Synthiepop mit Rockriffs und gängigen Clubbeats vermengen, daß selbst Dieter Bohlen sabbelnd vom Stuhl fällt, gibt es nicht allzu oft. Aber die 10 Tracks blasen derart frischen Wind durchs Gehör, daß ihr denkt ein Tornado fräst sich durch eure Ohrmuschel.

Warum ? Ganz klar. Dieses Album ist sowohl experimentieller Schnickschnack, als auch dekadenter BlingBlingMist gepaart mit derarter Tanzbarkeit, daß ihr euch sicher fragt, warum ihr damals beim Tanzkurs lieber gekifft habt als mit der hässlichen aus der Parallelklasse ein paar Schritte zu üben. Aber hey, wozu den Foxtrott tanzen, wenns hier Beats im Millisekundentempo um die Ohren gibt.
Sieht Scheisse aus und kommt nicht gut.

Schon das seichte Synthiepopintro von "Battle Royale" blubbert die Beats derart auf Eingängigkeit, daß ihr glatt eure Kindheit vergessen würdet. Das ist ein Kessel Buntes, mitsamt ner Portion Herzschmerz. Der wird euch bei "With a heavy heart ( i regret to inform you" aufgetischt. DURAN DURANs Frontmann gepaart mit DAVID BOWIEs Exzentrischem Pop, einmal durch den Pitchregler gedreht und auf die hungrige Meute losgelassen. Das reisst euch das Herz raus, die Lungen kommen beim Abdancen nach, wenn das grandiose Mittelstück Emotionen durch den Mixer der Elektrobeats jagt. Spätestens jetzt dürfte klar sein - "We are Rockstars". Pulsierende Beats, ein Abgehfaktor den ihr höchstens vom letzten Kokstrip kennt und Eingängigkeit die sich wie ein Fußabtritt am Arsch anfühlt. Genial.

Doch gerade als ihr selig lächelnd entfleuchen wollt, hallt der Popsong des Jahrhunderts durch die Boxen. "Dawn of the dead". Selbst Mozart würde sich an die Stirn klatschen, wenn er diesen Song hören könnte. Dieser Songs ist, als würde man alle guten Songs der 80er in die Mikrowelle stecken, der Klumpen Warmes der rauskommt darf dann am heimischen Schrein angebetet werden. Wer hier an DURAN DURAN denkt liegt nicht ganz falsch, ebenso wie der, der glaubt das man sich in Musik nicht verlieben könnte. Der alarmierende Popmechanismen abklappernde Synthieeinstand inklusive Eindringlichkeitsbeat sorgt für die Aufmerksamkeit, die sich der Song mit abgeklärtem Einsatz nimmt. Die Bridge öffnet dann die Keyboardpforten zum Elektropophimmel und lässt selbst Zombies den Moonwalk tanzen. Der geniale Refrain ist selbst Alzheimerresistent und tanzbarer als es 70er Jahre Discosound je war. Über diesen Titel könnte man glatt vergessen, daß vorher sowas wie Popmusik überhaupt existierte.

Nachdem ihr aus dem Sauerstoffzelt wieder raus seit und mit dem Hyperventilieren aufgehört habt, dürft ihr auch wieder weiterhören. Denn die schmissigen, griffigen Gitarren von "Doomed now" sorgen für ordentlich Arsch-auf-Grundeis, wenn der Vocodergesang im Club ertönt. Für noch mehr Urängste sorgt der B-Movie-Skandal "Attack of the 60ft lesbian Octopus". Inklusive brutaler Hammondorgelvergewaltigung und Psychohorrorelektropop oder so. Jedenfalls finden sich keine Worte für ein derart infernalischen Soundgemetzel. Glücklicherweise sind die Jungs aber auch ein Opfer Ihrer Hormone. Ein paar lockere Aufrisssprüche haben Sie auch drauf, was "Let´s make out" beweist. Ein schenkelklopfender, arschwackelnder Beatshaker, dessen Refrain derart langatmig durchs Gehör mäandert, daß er sich direkt hinter "Dawn of the dead"s Credo einreiht. Dank des gepitchten Elektrogewitters ist auch dieser Titel eindeutig Kandidat für die Wahl des Münzenschluckers in der Jukebox eurer Wahl.

Ganz klar, "Being bad feels pretty good". Vor allem wenn es als Synthiehymne durch den Äther knallt. Der Beat weichgeklopfter als Muttis Schnitzel und ein Gesangseinsatz der selbst bei Hardcoreheteros für Homoerotische Phantasien sorgt, bringen diesen Titel in den Hafen der Popglückseligkeiten. Wie für die Dauer-Repeat-Schleife geschaffen, sorgt auch dieser Titel mit eingängigsten Popbeats aus Keyboard und Gitarre für dieses wohlige Gefühl im Kopf. Als würde Silvester im Viertelminutentakt sein, schiesst der Refrain seine Raketen ab. Bunte Lichter, explodierende Farben - die elegante Visualisierung dieser 80s Hymne.

Bereits hier hat sich das Quartett ein Denkmal erschaffen. Doch mit "Weird Science" machen Sie sogar den französischen Housearchitekten von DAFT PUNK Konkurrenz. Da wird inklusive Robotstimme mal eben ein Frickelbeatstraum erschaffen, der sich mit dicken Grooves durchs Gehör schiebt, so daß fast kein Platz mehr für den "Epic last song" bleibt. Dieser hat wieder eindeutig DURAN DURAN zum Vorbild, packt noch ein wenig New-Wave-Depri mit rein und fertig ist der emotionale Schlusspunkt als ideales Outro.

Ob Elektropop nun die Zukunft der Musik oder nur das nächste große Ding ist, kann mir ehrlich gesagt scheissegal sein. Seit einem Jahr rotieren DOES IT OFFEND YOU YEAH ? regelmässig im heimischen Musikkreisel, mit "Dawn of the dead" ist Ihnen ein Song gelungen, der mehr Suchtpotenzial hat als CocaCola. Wer sich seine Drogen also zukünftig ohral einflösen will, kommt an diesem Wunderwerk der Popmusik nicht vorbei.

Referenzen: Duran Duran, 80s Syntiepop, Sigue Sigue Sputnik, Elektropop
Unbedingt anhören: Track 1 - 10
Auch interessant: CAPTAIN CAPA und PASSION PIT


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
tommy197

tommy197

08.07.2009 16:53

Gut! lg.

miniemi1

miniemi1

18.06.2009 13:10

Super Bericht, lg miniemi1

sandwarrior

sandwarrior

14.06.2009 18:16

Huch auch mal wieder da? Grüße an die Bewährungshelferin! .-)))

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